Epilepsie Sohn

Chantal9507, Sonntag, 11.12.2022, 15:56 (vor 59 Tagen)

Hallo,
Ich heiße Sabine und bin alleinerziehende Mutter von 2 Kindern, 15 und 14 Jahre alt, beide nie krank gewesen.
Mein Sohn hatte letzten Monat abends auf einmal Fieber und in der Nacht kam der erste Krampfanfall . Sofort ins KH. Da kam der 2 . EEG und MRT unauffällig .Entlassung. Nach 4 Tagen zuhause nächste Anfall wieder KH. Da kam der 4. Weitere EEG's und Lumbal Punktion alles Befund.
Er wurde jetzt auf Epilepsie eingestellt und nimmt morgens 2 Levetiracetam und abends 2 a 500 mg.
Jetzt zu meinem Problem...ich habe nur noch Angst und Panik und bei jedem Geräusch laufe ich hin und gerate in Panik und ich hab jetzt schon Angst ihn wieder in die Schule zu lassen. Ich bin selbst chronisch krank und diese Situation verschlimmert meinen Zustand noch mehr und ich weiss einfach nicht wie ich damit klar kommen soll.
Über Tips oder Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

Lg Sabine

Epilepsie Sohn

Anton @, Montag, 12.12.2022, 13:36 (vor 58 Tagen) @ Chantal9507
bearbeitet von Anton, Montag, 12.12.2022, 14:00

Hallo und guten Tag, Sabine,

herzlich willkommen bei uns im Forum. Ich bin auch Patient, ich schreibe als Nichtmediziner, sondern nur aus Erfahrung. Da ist ganz schön was auf dich zugekommt, zwei Jungs, mitten in der Pubertät, und dann sowas. Mit der EEG-Messung haben die Neurologen sehen wollen, ob die Hirnströme von der Üblichkeit abweichen. Bei der MRT-Aufnahme ist geprüft worden, ob eine Raumforderung oder eine Vernarbung zu sehen ist. Bei der Lumbalpunktion wird geprüft, ob ein entzündlicher Prozess im Liquor, auch Gehirnwasser genannt, zu finden ist. Diese erste Untersuchungsreihe nennen die Neurologen „Ausschlussverfahren“. Weil damit nach und nach durchgegangen wird, wodurch die Anfälle kommen könnten.

Nachdem Dein Sohn wieder zu Hause ist, beginnen eure, bzw. Deine Aufgaben, aktiv bei der richtigen Diagnostik und Therapie mitzuwirken. Ich würde sagen, Du solltest darauf achten, dass er pünktlich die Medikamente nimmt, einen Anfallskalender würde ich für ihn führen, um zu dokumentieren, wie oft und in welcher Form Anfälle auftreten. Ich rate dringend zu einer sehr genauen Beschreibung, wie die Anfälle ablaufen. Auch sein sonstiges Verhalten nach Therapiebeginn mit Levetiracetam würde ich schriftlich notieren. Denn eine bekannte Nebenwirkung von Levetiracetam kann Feindseligkeit und Streitsucht sein. Durch das Medikament kann es auch zu Schlafstörungen kommen, so meine Erfahrung.

Als Nächstes würde ich die gesundheitliche Vorgeschichte hervorholen, sie dient dem Neurologen bei der Diagnostik. Wenn es besondere gesundheitliche Ereignisse seit der Geburt gegeben haben sollte, sollte der Arzt davon Kenntnis haben. Was noch wichtig ist, Dein Sohn wird während der Einnahme von Medikamenten keinen Alkohol trinken dürfen. Und er wird einen soliden Lebenswandel führen müssen, wie ausreichend Schlaf und wenig Stress. Fazit: Wichtig ist, dass dem Neurologen über die weitere Entwicklung der Erkrankung berichtet wird, dann wird er schnell eine genaue Diagnose stellen und dementsprechend richtig therapieren können. Ich wünsche dabei viel Erfolg.

Liebe Grüße
Anton

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Epilepsie Sohn

sandytimmy, Sonntag, 29.01.2023, 11:53 (vor 10 Tagen) @ Chantal9507

Hallo Chantal,
im Alltag wird dir nichts anderes übrig bleiben als dich an diese Tatsache zu gewöhnen.
Ich habe (mit jetzt Mitte 40) über 40 Jahre Anfälle. Meine freunde und Familie haben das vorbildlich gemacht. Die Krankheit wurde einfach so hingenommen wie sie war, hatte ich einen Anfall wurde das registriert und war dann kein großes thema mehr. Einschränkungen gab es nur wenn es gefährlich werden würde. Z. B. Schwimmunterricht in der schule.
Das ist einfach gesagt, aber dadurch empfinde ich das nicht als Behinderung, mache alles was ich will und kann, allein . Man merkt wenn man den ganzen Tag beobachtet wird und das behindert einen, wirkt anspannend. Oder es nervt. Das musste ich auch erstmal meinem Mann und den Schwiegereltern beibringen.
Man ist nicht behindert, man wird es. Von sich selbst und von anderen.

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