Direkt nach der Operation

Lioness1408, Samstag, 31.12.2022, 00:39 (vor 39 Tagen)

Hallo tolle Leute,
ich hab schon einiges gelesen aber noch keine direkte Antwort auf meine Frage gefunden.
Ich habe seit 2016 eine fokale Epilepsie mit 2-3 Anfällen täglich. Keine Tabletten funktionieren. Und die beiden die etwas an den Anfällen verbessert haben, haben untragbare Nebenwirkungen. Nach einer Magnetoencoephalographie (Löcher in den Schädel, "Fäden" rein und nach einer Woche wieder raus - 2 Operationen) wurde im Etwa der Anfang und das Ende der Epileptischen Anfälle gefunden.
Das soll jetzt am 12.01 entfernt werden.
Das ist der Hypocampus und ein Teil des Frontallappens. Langsam werde ich nervös. Ein OP-Vorbereitungsgespräch hatte ich schon aber jetzt kommen die Fragen hoch.
Wie ist es direkt nach der OP? Ich werde ja nicht die Augen aufmachen und alles ist beim Alten. Wie fühlt sich das an bzw. Wie denkt und fühlt man?
Und auf welche Schmerzen muss ich mich einstellen? (Von den anderen OPs sind die Narben noch unangenehm - Juni 22)
Danke für eure Antworten. Liebe Grüße

Direkt nach der Operation

Anton @, Samstag, 31.12.2022, 19:18 (vor 39 Tagen) @ Lioness1408
bearbeitet von Anton, Samstag, 31.12.2022, 19:27

Hallo,

ich habe hier zum Thema Operation am rechten Temporallappen bei Hippocampus-Sklerose jede Menge Beiträge verfasst. Gehe bitte auf meinen Account und suche sie. Ich wünsche für das neue Jahr 2023 alles Gute!

Liebe Grüße
Anton

Um Deine Frage direkt zu beantworten, ob ich Schmerzen nach der OP hatte: Nein. Nur in den ersten Wochen postoperativ war ich sehr geräuschempfindlich und musste aufpassen, weil ich sonst Kopfschmerzen bekam. 2006 war die Fußballweltmeisterschaft, in der Deutschland eine gute Nummer abgegeben hat. Dementsprechend laut war es auf allen Zimmern. Gegen die Schmerzen ist eine feste Medikation, besser gesagt, maximale Medikation mit den Ärzten vereinbart worden, so dass ich darunter nicht leiden musste.


Die ersten Tage nach der Operation!
Die Operation erfolgte am 1. Juni 2006. An diesem Tage bin ich morgens früh in den Operationsraum gefahren worden, als ich gegen Abend erwachte, sind erste neurologischen Tests gemacht worden. Mir ging es sehr gut, ich fühlte mich befreit und hatte von der Operation nichts mitbekommen. Die folgende Nacht bin ich auf der Wachstation gewesen. Die medizinische Versorgung war so gut, dass ich Schmerzen auch in den Stunden nach der OP nicht verzeichnen konnte. Morgens bin ich dann zur Station 1 A gefahren worden, ich war in der Lage, Wege in das Bad alleine zu machen. 4 Tage nach dem Eingriff ist der Turban entfernt und die Wunde gepflastert worden. Zum ersten Mal sah ich, dass mir alle Haare vom Kopf rasiert worden waren. Nach gut 4 Tagen habe ich die ersten längeren Spaziergänge machen können. Zehn Tage später sind die Klammern entfernt worden, diese 20 Edelstahlkammern habe ich als Andenken an den Eingriff mit nach Hause genommen. Ich war glücklich und zufrieden, alles so gut überstanden zu haben.

Beginn und Ende der Epilepsie
https://forum.epilepsie-online.de/index.php?id=91160

Epilepsie-OP-Erfahrungen
https://forum.epilepsie-online.de/index.php?id=91251

OP-Erfahrung
https://forum.epilepsie-online.de/index.php?mode=entry&id=90944

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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Lioness1408, Dienstag, 03.01.2023, 18:38 (vor 36 Tagen) @ Anton

Hallo Anton,

vielen lieben Dank für deine Antwort.
Hab jetzt viel von dir gelesen. Das beruhigt mich schon sehr.
Danke Dir!

Liebe Grüße
Sabrina

Hallo,

ich habe hier zum Thema Operation am rechten Temporallappen bei Hippocampus-Sklerose jede Menge Beiträge verfasst. Gehe bitte auf meinen Account und suche sie. Ich wünsche für das neue Jahr 2023 alles Gute!

Liebe Grüße
Anton

Um Deine Frage direkt zu beantworten, ob ich Schmerzen nach der OP hatte: Nein. Nur in den ersten Wochen postoperativ war ich sehr geräuschempfindlich und musste aufpassen, weil ich sonst Kopfschmerzen bekam. 2006 war die Fußballweltmeisterschaft, in der Deutschland eine gute Nummer abgegeben hat. Dementsprechend laut war es auf allen Zimmern. Gegen die Schmerzen ist eine feste Medikation, besser gesagt, maximale Medikation mit den Ärzten vereinbart worden, so dass ich darunter nicht leiden musste.


Die ersten Tage nach der Operation!
Die Operation erfolgte am 1. Juni 2006. An diesem Tage bin ich morgens früh in den Operationsraum gefahren worden, als ich gegen Abend erwachte, sind erste neurologischen Tests gemacht worden. Mir ging es sehr gut, ich fühlte mich befreit und hatte von der Operation nichts mitbekommen. Die folgende Nacht bin ich auf der Wachstation gewesen. Die medizinische Versorgung war so gut, dass ich Schmerzen auch in den Stunden nach der OP nicht verzeichnen konnte. Morgens bin ich dann zur Station 1 A gefahren worden, ich war in der Lage, Wege in das Bad alleine zu machen. 4 Tage nach dem Eingriff ist der Turban entfernt und die Wunde gepflastert worden. Zum ersten Mal sah ich, dass mir alle Haare vom Kopf rasiert worden waren. Nach gut 4 Tagen habe ich die ersten längeren Spaziergänge machen können. Zehn Tage später sind die Klammern entfernt worden, diese 20 Edelstahlkammern habe ich als Andenken an den Eingriff mit nach Hause genommen. Ich war glücklich und zufrieden, alles so gut überstanden zu haben.

Beginn und Ende der Epilepsie
https://forum.epilepsie-online.de/index.php?id=91160

Epilepsie-OP-Erfahrungen
https://forum.epilepsie-online.de/index.php?id=91251

OP-Erfahrung
https://forum.epilepsie-online.de/index.php?mode=entry&id=90944

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Killekie, Sonntag, 01.01.2023, 09:21 (vor 38 Tagen) @ Lioness1408

Hallo Lioness, alles Gute für das neue Jahr.Ich habe seit 2020 eine fokale pharmakoresistene Epilepsie. Nachdem festgestellt wurde das ich für eine OP geeignet bin, wurde im Januar 2022 eine Hippocampektomie und eine Temporallappenteilresektion durchgeführt.
Nach der OP war ich körperlich wieder sehr schnell fit und konnte nach 2 Tagen bereits kleine Runden im Krankenhaus Gelände laufen.
Mit Kopfschmerzen hatte ich etwas länger Probleme, haben wir aber gut mit Tabletten in den Griff bekommen. Ich habe bereits zwei Bandscheiben Ops hinter mir,die ich beide tatsächlich als viel schlimmer empfunden habe.
Zuhause habe ich dann aber gemerkt ( hat bis zur stationären Aufnahme in die Reha 10 Tage dazwischen) das ich schnell an meine körperlich und geistig Grenzen komme. Heute habe ich starke Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, damit kann ich gut leben. Hab auch noch weiterhin Therapien um das Kurzzeitgedächtnis zu trainieren. Aber ich bin Anfallsfrei!! Meinen gelernten Beruf(Heilerziehungspflegerin)kann ich nicht mehr ausüben, ich bin jetzt bereits (47 Jahre) verrentet.
Trotzdem würde ich mich jederzeit wieder operieren lassen!! Bin glücklich diesen Schritt gemacht zuhaben!!
Ich hoffe das ich dir vielleicht etwas Mut machen konnte! Und wünsche Dir alles Gute, egal für was du dich entscheidest!!

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Lioness1408, Dienstag, 03.01.2023, 18:50 (vor 36 Tagen) @ Killekie

Hallo Killekie,
ein frohes neues Jahr wünsche ich.
Vielen Dank für deine Antwort. Grundsätzlich hat mich deine Nachricht etwas beruhigt.
Nur die Angst vorm Problem mit dem Gedächtnis ist immer noch sehr groß, da mein Langzeitgedächtnis bereits etwas kaputt ist. Aber da das mein höchst persönliches Problem ist, wird mir dabei auch niemand helfen können.
Es ist schon gut zu wissen, dass die Schmerzen ertragbar sind und wie es direkt nach der OP weitergehen soll/kann.

Wie wirkt sich dein Problem mit dem Kurzzeitedächtnis aus?
Und warum kannst du deinen Beruf nicht mehr ausüben?

Liebe Grüße
Sabrina

Hallo Lioness, alles Gute für das neue Jahr.Ich habe seit 2020 eine fokale pharmakoresistene Epilepsie. Nachdem festgestellt wurde das ich für eine OP geeignet bin, wurde im Januar 2022 eine Hippocampektomie und eine Temporallappenteilresektion durchgeführt.
Nach der OP war ich körperlich wieder sehr schnell fit und konnte nach 2 Tagen bereits kleine Runden im Krankenhaus Gelände laufen.
Mit Kopfschmerzen hatte ich etwas länger Probleme, haben wir aber gut mit Tabletten in den Griff bekommen. Ich habe bereits zwei Bandscheiben Ops hinter mir,die ich beide tatsächlich als viel schlimmer empfunden habe.
Zuhause habe ich dann aber gemerkt ( hat bis zur stationären Aufnahme in die Reha 10 Tage dazwischen) das ich schnell an meine körperlich und geistig Grenzen komme. Heute habe ich starke Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, damit kann ich gut leben. Hab auch noch weiterhin Therapien um das Kurzzeitgedächtnis zu trainieren. Aber ich bin Anfallsfrei!! Meinen gelernten Beruf(Heilerziehungspflegerin)kann ich nicht mehr ausüben, ich bin jetzt bereits (47 Jahre) verrentet.
Trotzdem würde ich mich jederzeit wieder operieren lassen!! Bin glücklich diesen Schritt gemacht zuhaben!!
Ich hoffe das ich dir vielleicht etwas Mut machen konnte! Und wünsche Dir alles Gute, egal für was du dich entscheidest!!

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Anton @, Samstag, 07.01.2023, 11:27 (vor 32 Tagen) @ Lioness1408

Hallo,

auf Deine Frage, welche Komplikationen postoperativ auftreten können, erhältst Du eine Aussage von Herrn Prof. Dr. Hufnagel aus dem Jahr 2013. Ich kenne zahlreiche Patienten, die mir dieses nach der Operation am rechten oder linken Temporallappen bestätig haben. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel.

Viele Grüße
Anton


Zitat Prof. Dr. Andreas Hufnagel (Auszug aus dem Newsletter 2013)

„• Bei Eingriffen am li. Schläfenlappen kommt es nahezu regelmäßig zur Verschlechterung der Gedächtnisleistung
• bei Eingriffen am re. Schläfenlappen wurden vermehrt psychiatrische Probleme wie z.B. Depressionen nach der Operation beobachtet
• bei allen anderen Eingriffen ist das individuelle Risiko mit dem Operateur und dem abklärenden Neurologen zu besprechen“

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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schaf050, Montag, 30.01.2023, 13:35 (vor 9 Tagen) @ Lioness1408

Hallo, ich wurde vor zwölf Jahren am linken Schläfenlappen operiert. Bin nun 11 Jahre ohne Anfall und bereue es nicht mich für eine Operation entschieden zu haben. Ich arbeite im Bankwesen und kann meine Tätigkeit weiter ausüben. Mit dem Gedächtnis habe ich manchmal schon das Gefühl, dass es nachgelassen hat, aber ich bin mir nicht sicher, ob dies mit der OP zusammenhängt oder mit anderen Dingen, wie zum Beispiel meinem Alter, etcpp Ich versuche mein Gedächtnis zu trainieren und komme damit auch recht gut zurecht. Oftmals notiere ich mir Dinge damit diese nicht in Vergessenheit geraten und dies hilft mir enorm, was das Kurzzeitgedächtnis anbetrifft...dabei kann ein Smartphone sehr hilfreich sein..
LG
schaf050

Hallo Killekie,
ein frohes neues Jahr wünsche ich.
Vielen Dank für deine Antwort. Grundsätzlich hat mich deine Nachricht etwas beruhigt.
Nur die Angst vorm Problem mit dem Gedächtnis ist immer noch sehr groß, da mein Langzeitgedächtnis bereits etwas kaputt ist. Aber da das mein höchst persönliches Problem ist, wird mir dabei auch niemand helfen können.
Es ist schon gut zu wissen, dass die Schmerzen ertragbar sind und wie es direkt nach der OP weitergehen soll/kann.

Wie wirkt sich dein Problem mit dem Kurzzeitedächtnis aus?
Und warum kannst du deinen Beruf nicht mehr ausüben?

Liebe Grüße
Sabrina

Hallo Lioness, alles Gute für das neue Jahr.Ich habe seit 2020 eine fokale pharmakoresistene Epilepsie. Nachdem festgestellt wurde das ich für eine OP geeignet bin, wurde im Januar 2022 eine Hippocampektomie und eine Temporallappenteilresektion durchgeführt.
Nach der OP war ich körperlich wieder sehr schnell fit und konnte nach 2 Tagen bereits kleine Runden im Krankenhaus Gelände laufen.
Mit Kopfschmerzen hatte ich etwas länger Probleme, haben wir aber gut mit Tabletten in den Griff bekommen. Ich habe bereits zwei Bandscheiben Ops hinter mir,die ich beide tatsächlich als viel schlimmer empfunden habe.
Zuhause habe ich dann aber gemerkt ( hat bis zur stationären Aufnahme in die Reha 10 Tage dazwischen) das ich schnell an meine körperlich und geistig Grenzen komme. Heute habe ich starke Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, damit kann ich gut leben. Hab auch noch weiterhin Therapien um das Kurzzeitgedächtnis zu trainieren. Aber ich bin Anfallsfrei!! Meinen gelernten Beruf(Heilerziehungspflegerin)kann ich nicht mehr ausüben, ich bin jetzt bereits (47 Jahre) verrentet.
Trotzdem würde ich mich jederzeit wieder operieren lassen!! Bin glücklich diesen Schritt gemacht zuhaben!!
Ich hoffe das ich dir vielleicht etwas Mut machen konnte! Und wünsche Dir alles Gute, egal für was du dich entscheidest!!

Direkt nach der Operation

podi, Dienstag, 07.02.2023, 12:48 (vor 23 Stunden, 13 Minuten) @ Lioness1408

Ich (54) bin nach 40 Jahren Epi vor 6 Jahren am Re.Schläfenlappen (teilresektion) operiert worden. Seither bin ich anfallsfrei.
Nach dem Aufwachen hatte ich lange starke Kopfschmerzen aber sonst keine Probleme. Es hat nur etwa 1 Monat gedauert, bis ich wieder eine ganze Stunde spazieren gehen konnte. Und ich konnte Anfangs nicht 2 Sachen gleichzeitig tun, während dem gehen telefonieren etwa.
Das schlimmste aber waren die wirklich schweren Depressionen, die ich danach hatte. Hat mir mein Neurologe auch voraus gesagt. Nach 40 Jahren Epileptiker plötzlich keiner mehr, damit muss man erst klar kommen. Dafür geht es mir heute gut.

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