GdB runtergestuft

JuliaMaria, Tuesday, 07.05.2024, 17:49 (vor 45 Tagen)

Hallo,

mein Schwerbehindertenausweis muss dieses Jahr verlängert werden da er nur befristet ist. Jetzt habe ich jedoch ein Schreiben bekommen und wurde von 50% auf 30% runtergestuft. Mit meiner Medikation bin ich aktuell anfallsfrei aber dennoch muss ich ja täglich Tabletten nehmen.
Kennt sich jemand damit aus?
Habt ihr schonmal einen Einspruch erhoben und hat dies geklappt?

Liebe Grüße
Julia

GdB runtergestuft

Dennis, Tuesday, 07.05.2024, 20:28 (vor 45 Tagen) @ JuliaMaria

Nabend Julia,

Ja mir ist das Vorletztes Jahr auch passiert.
Bekam auch ein Schreiben das ich von 50 -> 30 Punkte runtergestuft werde da mein Schwerbehinderten Ausweiß auch bald erneuert/verlängert werden musste,
wenn Vaterstaat geld Sparen will ist er früh dran ^^ anders herum nicht :(

Ich habe dieses mal bei dem Schreiben keinen Einspruch erhoben - Da mir Anfallsfreiheit lieber ist und es auch nichts weiteres Negatives ( Psychische Probleme,zu Starke Nebenwirkungen der Medikamente usw. ) zu Melden gab.
Da waren mir die paar vorteile bei 50 Punkten Egal. Mit 30 Punkten gilt man immer noch als Schwerbehindert ( auf dem Papier ) der Ausweiß geht zurück.

Früher wo Ich noch nicht Anfallsfrei war habe Ich Einspruch eingelegt da sollte ich von 50 -> 40 Punkte runtergestuft werden und habe die mit allem Bombadiert was Ich an Berichten hatte ( Arzt/Klinik bestätigungen mit nicht Anfallsfrei, Psychische Probleme im Umgang mit der Krankheit / Arbeitsplatz Probleme & einem Persöhnlichen Statement zu meinem Befinden ). Damals waren mir der Sonderkündigunsschutz & 5 Tage mehr Urlaub im Jahr schon wichtig ( Arzt-Termine usw. ) da hat es dann auch geklappt und er wurde Verlängert und ist bei 50 Punkten geblieben.

Falls dir das nicht gefällt kannst Du es einfach Versuchen Einspruch einzulegen mehr wie Ablehnen können sie eh nicht.
Also Fleißig alles zusammen suchen wo noch etwas negatives über deinen zustand drin steht sowie eine Persöhnliches Stament deines Selbstempfinden und zurück schicken.

Wünsche Dir viel Erfolg & einen Schönen Abend noch ;-)

GdB runtergestuft

Lizzy, Wednesday, 08.05.2024, 06:58 (vor 45 Tagen) @ JuliaMaria

Guten Morgen Julia,

wie schön erwähnt, leg Einspruch ein. Du kannst mit solchen Dingen auch zum VDK gehen. Da muss man zwar Mitglied sein, aber das kostet nicht die Welt.

Wenn man zurückgestuft wurde, hat man wohl zu wenig Berichte eingeschickt. Die Tabletten und Nebenwirkungen sind (soweit keine etablierten Krankheiten dadurch enstanden sind) kein großes Argument, die nehmen auch Leute ohne Ausweis...

Bei mir wurde er auch immer verlängert und verlängert und verlängert... über 20 Jahre, bis mein Arzt einen Arztbrief mit verärgerten Unterton schrieb, dass sich doch eh nichts mehr ändert und wieso man Menschen so schikanieren muss, die es eh schon schwer haben (durch die Blume natürlich). Seitdem ist der Ausweis unbefristet und es kam außer jährlich die Wertmarke nie wieder ein Schreiben vom Versorgungsamt...

Versuch einfach so viele Arztberichte wie möglich aufzutreiben (evtl. auch vom meistgebrauchten Arzt anfordern).

Viel Erfolg!

lg Lizzy

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Anton, Wednesday, 08.05.2024, 17:31 (vor 44 Tagen) @ JuliaMaria

Aus meiner Sicht ist es wichtig, zum Amt zu gehen, bevor der Ausweis abgelaufen ist. Ich erzähle, wie es bei mir gelaufen ist. Im Jahr 2000 habe ich erstmals einen Schwerbehindertenausweis bekommen, Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)100 mit dem Merkzeichen „G“. Gültigkeit bis Juni 2015.

Einige Wochen vor dessen Ablauf bin ich zum Amt gegangen, in Niedersachsen ist es das Versorgungsamt, und habe berichtet. U. a., dass die Epilepsie unter Medikation symptomfrei ist, aber nach wie vor besteht, dass alle anderen Einschränkungen noch bestehen und dass neue Erkrankungen hinzugekommen sind.

Mir ist daraufhin zusätzlich das Merkzeichen „B“ vorgeschlagen worden. Da ich einen Ärztemarathon nicht wollte, habe ich alles so gelassen, wie es war. Es ist ein Stempel „unbefristet“ auf den Ausweis gemacht worden. Ich kann jetzt bis ans Lebensende mit einer Wertmarke fahren und den Ausweis steuerlich geltend machen.

Ich vermute, dass wenn ich nicht hingegangen wäre, mir ein neuer Bescheid mit einer Herabstufung zugegangen wäre. Vielleicht ist es besser, selbst aktiv zu werden, bevor vom Amt schlechte Post kommt.

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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Mirk0, Thursday, 09.05.2024, 12:35 (vor 43 Tagen) @ JuliaMaria

Meine Sozialberatung meinte, dass dies seit ein paar Jahren im häufiger vorkommt und aktuell besonders schlimm ist. Es werden reihenweise Verlängerungen verweigert, selbst wenn man bei Widerspruch ärztliche Nachweise erbringt, dass sich an der medizinischen Indikation nichts geändert hat. Wahrscheinlich kann man dort nur arbeiten, wenn man komplett empathielos ist und wir nur Nummern sind. Ich habe in meinem Fall geklagt, läuft aber alles gerade erst an. Vielleicht hoffen sie einfach nur, dass sich die Leute nicht wehren wollen oder können. Im letzteren Fall wäre dieses Vorgehen noch abscheulicher. Der Sozialstaat wird immer mehr abgebaut.
Wiglaf Droste hat mal gesagt, "es wird deutsch in Kaltland". Wie recht er doch hatte.

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pegasus, Sunday, 19.05.2024, 09:02 (vor 34 Tagen) @ JuliaMaria

Ein GdB von 30 ist bei Epilepsie zulässig, wenn man weiterhin Medikamente nimmt und nach 3 Jahren Anfallsfrei ist

https://www.epilepsie-vereinigung.de/wp-content/uploads/2022/12/Epilepsie-und-Schwerbe...

Scheint hier bei dir ja der Fall zu sein, wenn ich dich richtig verstanden habe.

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Peter08, Thursday, 23.05.2024, 19:00 (vor 29 Tagen) @ JuliaMaria

Hallo Julia
Bei mir war es so das ich schon vor Jahren wegen eines Herzinfarktes 30% bekommen hatte.
Dieser war zunächst für ein Jahr gültig.
Kurz vorher bekam ich ein Schreiben zur Neubewertung und stellte wieder den Antrag.
Dieser wurde dann unbefristet genehmigt.
Dazu muss ich aber wohl erwähnen das es über den Sozialberater in unserer Firma lief.
Vor 2 Jahren hatte ich dann epileptische Anfälle ohne Kenntnis der Ursache.
Der neugestellte Antrag ehöhte sich dann für ein Jahr auf 50%.
Kurz vor Ende des Jahres bekam ich ein Schreiben von ( bei uns bayrisches Versorgungsamt ) einen Antrag auf Verlängerung zu stellen.
Diesmal stellte ich den Antrag selbst.
Der wurde dann ohne weiteres unbefristet genehmigt.
Dazu sollte einem aber bewusst sein das Amt fragt immer bei den behandelten Ärzten an ( im Antrag genannt ).
Ausserdem wurde vor ein Paar Jahren das Verfahren geändert.
Meines Wissens nach ( lasse mich gerne korregieren ) würde das früher aufgezählt.
Nun gibt es eine anderes Berechnungs Verfahren.
Für Epilepsie alleine gibt es max. 40%.
Bei meinen 30% + 40% gab es allerdings nur gerade 50%.
Also das beste ist immer mit den behandelten Ärzten reden :)
Hoffe das hat dir irgendwie geholfen.

Peter