Hallo bin neu hier

Ägypten, Wednesday, 12.06.2024, 07:47 (vor 42 Tagen)

Hatte als ich 16 war zwei epileptische Anfälle. Einen in der Disco bei diesem Stroboblitzlicht und einige Zeit später zu Hause bei einem Videospiel. Das ganze war vor 30 Jahren und wurde auch nicht weiter untersucht. Das heißt ich war nie bei einem Neurologen und bekam auch keine Medikamente. Trotzdem passierte 30 Jahre nichts mehr. Jetzt hatte ich dieses Jahr im Februar eine schwere Influenza A und bekam auch Antibiotika wegen der Lunge, woraufhin ich nach einer Woche einen schweren epileptischen Anfall erlitt ich kippte in der Küche um, war bewusstlos, biss mir so schwer auf die Zunge, dass sie genäht werden musste und zitterte am ganzen Körper. Daraufhin kam ich ins Krankenhaus, es wurden auffällige Gehirnströme gemessen. Das CT und MRT war unauffällig. Mir wurde gesagt, dass ich Epileptiker bin und ich wurde mit 500mg Keppra morgens und 500mg Keppra abends, wobei ich zusätzlich langsam in 25mg Schritten Lamotrigin aufbauen sollte und wenn ich die Enddosis von 75mg Lamotrigin morgens und 75mg Lamotrigin abends erreicht habe Keppra wieder langsam abbauen. Das hat auch die Neurologin zu der ich gegangenen bin so bestätigt. Ich habe das jetzt brav so durchgeführt, wie es mir gesagt wurde. Jetzt bin ich letzte Woche am Dienstag mit der Umstellung fertig gewesen. Bis dahin war bis auf anfänglichen Schwindel alles in Ordnung. Prompt hatte ich am Donnerstag morgen auf dem Weg von der Bushaltestelle wohin ich meine kleine Tochter begleitet habe den nächsten epileptischen Anfall. Es war wieder ein Grand Mal Anfall und ich kam wieder ins Krankenhaus. Der Oberarzt sagte mir, dass er davon ausgeht, dass der Medikamentenwechsel daran schuld sei und er glaubt die Zieldosis von 150mg Lamotrigin sei zu wenig und er würde jetzt mit Unterstützung von Keppra auf 300mg erhöhen und dann Keppra wieder langsam abbauen. Ich habe dann gefragt, warum ich nicht einfach bei Keppra bleiben darf wenn es mir scheinbar besser hilft. Daraufhin hat er gesagt, das ihre Erfahrung gezeigt hat, dass Keppra Depressionen auslöst und Lamotrigin besser verträglich ist. Ich habe auf alle Fälle Angst davor Keppra wieder abzusetzen. Dann habe ich ja auch ein Jahr Fahrverbot bekommen also
bis Februar nächstes Jahr, wird das jetzt auch wieder bis Juni verlängert? Ich bin momentan ziemlich fertig, weil ich nicht weiß wie es weitergeht.

Hallo bin neu hier

schaf059, Wednesday, 12.06.2024, 20:45 (vor 42 Tagen) @ Ägypten

Hi,
dein Fahrverbot verlängert sich automatisch wieder bis Juni...aber ich denke dies ist nicht deine Hauptfrage nun im Forum.
Die Hauptfrage bezüglich der Medikamente würde ich einem weiteren Neurologen stellen, bzw an einen Epileptologen. Gibt es denn bei Dir in der Nähe ein Epilepsiezentrum ?? Die Ärzte dort sind Schritte weiter und ich würde Dir empfehlen dort eine Zweitmeinung zu erfragen. Ich persönlich nehme auch Keppra recht hochdosiert und komme eigentlich recht gut damit zurecht.
Herzlich Willkommen hier im Forum...das habe ich noch gar nicht geschrieben;-)

Liebe Grüße
schaf059

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Ägypten, Thursday, 13.06.2024, 07:18 (vor 41 Tagen) @ schaf059

Hi, Lebe in Niederbayern. Wüsste st Du da in der Nähe vielleicht ein gutes Epilepsiezentrum? Kann man sich da selbst anmelden oder braucht man eine Überweisung und wie lange muss man dort für die Untersuchungen dortbleiben. Habe nämlich 5 Kinder bin Pflegemutter und alleinerziehend und kann deshalb nicht so lange abkömmlich sein.
dein Fahrverbot verlängert sich automatisch wieder bis Juni...aber ich denke dies ist nicht deine Hauptfrage nun im Forum.
Die Hauptfrage bezüglich der Medikamente würde ich einem weiteren Neurologen stellen, bzw an einen Epileptologen. Gibt es denn bei Dir in der Nähe ein Epilepsiezentrum ?? Die Ärzte dort sind Schritte weiter und ich würde Dir empfehlen dort eine Zweitmeinung zu erfragen. Ich persönlich nehme auch Keppra recht hochdosiert und komme eigentlich recht gut damit zurecht.
Herzlich Willkommen hier im Forum...das habe ich noch gar nicht geschrieben;-)

Liebe Grüße
schaf059

Hi,
dein Fahrverbot verlängert sich automatisch wieder bis Juni...aber ich denke dies ist nicht deine Hauptfrage nun im Forum.
Die Hauptfrage bezüglich der Medikamente würde ich einem weiteren Neurologen stellen, bzw an einen Epileptologen. Gibt es denn bei Dir in der Nähe ein Epilepsiezentrum ?? Die Ärzte dort sind Schritte weiter und ich würde Dir empfehlen dort eine Zweitmeinung zu erfragen. Ich persönlich nehme auch Keppra recht hochdosiert und komme eigentlich recht gut damit zurecht.
Herzlich Willkommen hier im Forum...das habe ich noch gar nicht geschrieben;-)

Liebe Grüße
schaf059

Hallo bin neu hier

Anton, Thursday, 13.06.2024, 11:01 (vor 41 Tagen) @ Ägypten
bearbeitet von Anton, Thursday, 13.06.2024, 11:18

Hallo und guten Tag,

willkommen bei uns im Forum. Wenn ich das richtig beurteilen kann als Nichtmediziner, der seit Jahrzehnten an Epilepsie erkrankt ist, aber über reichlich Erfahrung, die man als medizinischer Laie sammeln kann, verfügt, leidest du an einer Veranlagung, bei der es beim Überstrapazieren des Körpers zu Anfällen kommt. Das hat man im Alter von 16 Jahren bei Flackerlicht und Videospielen gesehen. Und in neuester Zeit durch die Reize der Influenza und unerwünschten Nebenwirkungen der Antibiotika.

Eine geringe Anzahl der Patienten, die mit Levetiracetam behandelt werden, bekommen psychische Probleme bis hin zur Psychose. Aus dem Grunde haben es Deine Neurologen gut gemeint und wollten, dass Levetiracetam ausdosiert und Lamotrigin dauerhaft gegeben wird. Das ist leider schief gegangen. Um das schnell wieder zu ändern und Belege dafür zu bringen, wäre das Führen eines Anfallskalenders sinnvoll gewesen.

Du hast sehr viel geschrieben. Ich antworte weiterhin stichwortartig. Von einem Neurologen ist mir bekannt, dass viele Patienten nach dem Absetzen von Levetiracetam wieder Anfälle bekommen. Aus dem Grunde habe ich es nie abgesetzt, obwohl ich schon lange anfallsfrei bin.

Ich nehme seit fast 20 Jahren folgende Medikamente, ohne durch sie kognitive Störungen und sonstige Einschränkungen zu haben. Levetiracetam 500 --- 500 mg. Und Trileptal (Oxcarbazepin) 300 --- 300 mg.

Außerdem weiß ich, dass es für Patienten, die mit Levetiracetam nicht zurechtkommen, die Option gibt, das Nachfolgepräparat von Levetiracetam zu nehmen. Der Wirkstoff heißt Brivaracetam. Allen Patienten, die ich kenne, ging es nach diesem Wechsel wesentlich besser.

Ich kann dir nur empfehlen, bei den Neurologen bestimmender aufzutreten. Die Medikation sollte nicht mehr als Diktat des Arztes gesehen werden, sondern als eine medikamentöse Therapieform, auf die sich Arzt und Patienten geeinigt haben. Ich empfehle, weiterhin einen Anfallskalender zu führen, auch wenn Anfälle nicht auftreten. Wichtige Informationen zu den Wirkstoffen „Levetiracetam“ und „Brivaracetam“ erhältst Du über die Suchfunktion dieses Forums oben rechts. Weitere Fragen dazu beantworte ich gerne. Ich wünsche gute Besserung!

Liebe Grüße
Anton

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Hallo bin neu hier

Ägypten, Friday, 14.06.2024, 07:38 (vor 40 Tagen) @ Anton

Hallo Anton,
Vielen lieben Dank für die vielen Informationen bezüglich der Medikamente. Ich habe Anfang Juli wieder einen Termin bei meiner Neurologin und werde Deinen Rat befolgen und selbstbestimmter auftreten.
Liebe Grüße Ägypten


willkommen bei uns im Forum. Wenn ich das richtig beurteilen kann als Nichtmediziner, der seit Jahrzehnten an Epilepsie erkrankt ist, aber über reichlich Erfahrung, die man als medizinischer Laie sammeln kann, verfügt, leidest du an einer Veranlagung, bei der es beim Überstrapazieren des Körpers zu Anfällen kommt. Das hat man im Alter von 16 Jahren bei Flackerlicht und Videospielen gesehen. Und in neuester Zeit durch die Reize der Influenza und unerwünschten Nebenwirkungen der Antibiotika.

Eine geringe Anzahl der Patienten, die mit Levetiracetam behandelt werden, bekommen psychische Probleme bis hin zur Psychose. Aus dem Grunde haben es Deine Neurologen gut gemeint und wollten, dass Levetiracetam ausdosiert und Lamotrigin dauerhaft gegeben wird. Das ist leider schief gegangen. Um das schnell wieder zu ändern und Belege dafür zu bringen, wäre das Führen eines Anfallskalenders sinnvoll gewesen.

Du hast sehr viel geschrieben. Ich antworte weiterhin stichwortartig. Von einem Neurologen ist mir bekannt, dass viele Patienten nach dem Absetzen von Levetiracetam wieder Anfälle bekommen. Aus dem Grunde habe ich es nie abgesetzt, obwohl ich schon lange anfallsfrei bin.

Ich nehme seit fast 20 Jahren folgende Medikamente, ohne durch sie kognitive Störungen und sonstige Einschränkungen zu haben. Levetiracetam 500 --- 500 mg. Und Trileptal (Oxcarbazepin) 300 --- 300 mg.

Außerdem weiß ich, dass es für Patienten, die mit Levetiracetam nicht zurechtkommen, die Option gibt, das Nachfolgepräparat von Levetiracetam zu nehmen. Der Wirkstoff heißt Brivaracetam. Allen Patienten, die ich kenne, ging es nach diesem Wechsel wesentlich besser.

Ich kann dir nur empfehlen, bei den Neurologen bestimmender aufzutreten. Die Medikation sollte nicht mehr als Diktat des Arztes gesehen werden, sondern als eine medikamentöse Therapieform, auf die sich Arzt und Patienten geeinigt haben. Ich empfehle, weiterhin einen Anfallskalender zu führen, auch wenn Anfälle nicht auftreten. Wichtige Informationen zu den Wirkstoffen „Levetiracetam“ und „Brivaracetam“ erhältst Du über die Suchfunktion dieses Forums oben rechts. Weitere Fragen dazu beantworte ich gerne. Ich wünsche gute Besserung!

Liebe Grüße
Anton

Hallo und guten Tag,

willkommen bei uns im Forum. Wenn ich das richtig beurteilen kann als Nichtmediziner, der seit Jahrzehnten an Epilepsie erkrankt ist, aber über reichlich Erfahrung, die man als medizinischer Laie sammeln kann, verfügt, leidest du an einer Veranlagung, bei der es beim Überstrapazieren des Körpers zu Anfällen kommt. Das hat man im Alter von 16 Jahren bei Flackerlicht und Videospielen gesehen. Und in neuester Zeit durch die Reize der Influenza und unerwünschten Nebenwirkungen der Antibiotika.

Eine geringe Anzahl der Patienten, die mit Levetiracetam behandelt werden, bekommen psychische Probleme bis hin zur Psychose. Aus dem Grunde haben es Deine Neurologen gut gemeint und wollten, dass Levetiracetam ausdosiert und Lamotrigin dauerhaft gegeben wird. Das ist leider schief gegangen. Um das schnell wieder zu ändern und Belege dafür zu bringen, wäre das Führen eines Anfallskalenders sinnvoll gewesen.

Du hast sehr viel geschrieben. Ich antworte weiterhin stichwortartig. Von einem Neurologen ist mir bekannt, dass viele Patienten nach dem Absetzen von Levetiracetam wieder Anfälle bekommen. Aus dem Grunde habe ich es nie abgesetzt, obwohl ich schon lange anfallsfrei bin.

Ich nehme seit fast 20 Jahren folgende Medikamente, ohne durch sie kognitive Störungen und sonstige Einschränkungen zu haben. Levetiracetam 500 --- 500 mg. Und Trileptal (Oxcarbazepin) 300 --- 300 mg.

Außerdem weiß ich, dass es für Patienten, die mit Levetiracetam nicht zurechtkommen, die Option gibt, das Nachfolgepräparat von Levetiracetam zu nehmen. Der Wirkstoff heißt Brivaracetam. Allen Patienten, die ich kenne, ging es nach diesem Wechsel wesentlich besser.

Ich kann dir nur empfehlen, bei den Neurologen bestimmender aufzutreten. Die Medikation sollte nicht mehr als Diktat des Arztes gesehen werden, sondern als eine medikamentöse Therapieform, auf die sich Arzt und Patienten geeinigt haben. Ich empfehle, weiterhin einen Anfallskalender zu führen, auch wenn Anfälle nicht auftreten. Wichtige Informationen zu den Wirkstoffen „Levetiracetam“ und „Brivaracetam“ erhältst Du über die Suchfunktion dieses Forums oben rechts. Weitere Fragen dazu beantworte ich gerne. Ich wünsche gute Besserung!

Liebe Grüße
Anton