Singen als Auslöser eines epileptischen Anfalls?

Scorpy73, Monday, 28.04.2025, 15:47 (vor 415 Tagen)

Hallo zusammen,
zu mir: Ich bin m und hatte im Sommer 2023 mit fast 50 meine ersten epileptischen Anfälle. Diese wurden wohl durch ein Meningeom ausgelöst. Das Meningeom wurde im Herbst 2023 entfernt.
Trotzdem hatte ich danach noch (bisher ca 5 Anfälle), somit nun wohl doch die Diagnose "Epilepsie".
Zwischen den Anfällen lagen 1 Woche bis zu 7 Monate.
Interessanterweise traten 4 dieser Anfälle während einer Gesangsstunde bzw. während der Chorprobe auf.
Nun stellt sich mir die Frage: Ist das Zufall oder kann das Singen einen Anfall auslösen?
Hat da jemand Erfahrung oder kann mir hierzu nähere Informationen geben?!
Falls das Singen die Anfälle auslösen könnte, was kann ich dagegen tun? Ehrlich gesagt möchte ich das Singen auf keinen Fall aufgeben!
Vielen Dank schon mal vorab für (hoffentlich viele und konstruktive) Rückmeldungen :-)

Singen als Auslöser eines epileptischen Anfalls?

Anton, Monday, 28.04.2025, 17:14 (vor 415 Tagen) @ Scorpy73

Hallo und guten Tag,

herzlich willkommen bei ums im Forum. Was die Beantwortung Deiner Frage angeht, kann ich nur mutmaßen, unter Einbeziehung selbstgemachter Erfahrungen. Meningeome sind gutartige Tumore, die langsam wachsend von den Hirnhäuten ausgehen. Die operative Entfernung hinterlässt Narben. Durch diese Narben kann es zu Anfällen kommen. Jedoch im Normalzustand des täglichen Lebens eher nicht.

Dann gibt es Reize, körperliche und emotionale. Zu körperlichen Reizen kommt es durch Hyperventilation, also beim Singen, dort braucht man viel Luft. Musik macht Freude, löst besondere Emotionen aus. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass diese starken emotionalen Reize, meist infolge großer psychischer Anspannung, Anfälle auslösen können.

Sollte dem so sein, hieße es, dass Du auch im „Normalzustand“ nicht weit davon entfernt bist, Anfälle zu bekommen. Ich gehe davon aus, dass ein Neurologe in diesem Fall eine medikamentöse Therapie auf unterem Level verordnen würde. Die Musik würde ich an Deiner Stelle auf keinen Fall aufgeben.

Viele Grüße
Anton

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

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Singen als Auslöser eines epileptischen Anfalls?

Scorpy73, Tuesday, 06.05.2025, 12:13 (vor 407 Tagen) @ Anton

Hallo und guten Tag,

herzlich willkommen bei ums im Forum. Was die Beantwortung Deiner Frage angeht, kann ich nur mutmaßen, unter Einbeziehung selbstgemachter Erfahrungen. Meningeome sind gutartige Tumore, die langsam wachsend von den Hirnhäuten ausgehen. Die operative Entfernung hinterlässt Narben. Durch diese Narben kann es zu Anfällen kommen. Jedoch im Normalzustand des täglichen Lebens eher nicht.

Dann gibt es Reize, körperliche und emotionale. Zu körperlichen Reizen kommt es durch Hyperventilation, also beim Singen, dort braucht man viel Luft. Musik macht Freude, löst besondere Emotionen aus. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass diese starken emotionalen Reize, meist infolge großer psychischer Anspannung, Anfälle auslösen können.

Sollte dem so sein, hieße es, dass Du auch im „Normalzustand“ nicht weit davon entfernt bist, Anfälle zu bekommen. Ich gehe davon aus, dass ein Neurologe in diesem Fall eine medikamentöse Therapie auf unterem Level verordnen würde. Die Musik würde ich an Deiner Stelle auf keinen Fall aufgeben.

Viele Grüße
Anton

Hallo Anton,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich bin bereits in neurologischer Behandlung. Der hat mich auch (für eine weitere Untersuchung) in eine Epilepsie-Ambulanz geschickt. So ganz eindeutige Aussagen wurden hier nicht getroffen. Nun habe ich ein 2. Medikament bekommen, welches ich zusätzlich nehmen soll. Ich werde es dann demnächst nochmal mit dem Singen versuchen, in der Hoffnung, dass ich diesem Hobby dann wieder sorgen- und anfallsfrei nachkommen kann :-)

Singen als Auslöser eines epileptischen Anfalls?

Anton, Thursday, 15.05.2025, 18:48 (vor 398 Tagen) @ Scorpy73

Hallo, danke für das Feedback auf meinen Beitrag, ich würde sagen, Du hast richtig entschieden, wir müssen davon ausgehen, dass es sich bei den Antiepileptika um zentral wirkende Medikamente handelt, sie können die Persönlichkeit eines Menschen massiv verändern, so dass er Gefahr läuft, soziale Kontakte zu verlieren. Alles, was das verhindern kann, sollte beibehalten werden. Hinzu kommt noch, dass Musizieren entspannend wirkt, sich mental positiv auswirkt, was wiederum den Körper stärkt. Ich würde mit dem Singen wieder beginnen, wenn ich mich einigermaßen sicher und standfest, was die Anfallsbereitschaft angeht, fühlte.

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Singen als Auslöser eines epileptischen Anfalls?

Carina81, Monday, 10.11.2025, 22:52 (vor 218 Tagen) @ Scorpy73

Hallo Scorpy,

mir stellt sich aktuell die gleiche Frage, umso überraschter war ich im Internet deinen Beitrag zu entdecken. Ich singe ebenfalls in einem Chor und hatte vor einem Jahr im November 2024 meinen ersten epileptischen Anfall bei einem ganztägigen Chorprobentag. 10 Monate später dieses Jahr im September 2025 hatte ich ebenfalls an einem langen Chortag meinen zweiten epileptischen Anfall. In den 10 Monaten zwischen den Anfällen war ich regelmäßig bei Chorproben 1-2 Stunden und auch bei Auftritten nicht länger als 2-3 Stunden und hatte nie Probleme. Bei mir liegt scheinbar der Zusammenhang in der Länge des Tages in Verbindung mit dem Singen.
Wie gehst du aktuell mit der Situation um, gehst du weiter zu den Chorproben?

Viele Grüße
Carina

Singen als Auslöser eines epileptischen Anfalls?

Carina81, Thursday, 12.02.2026, 16:58 (vor 125 Tagen) @ Carina81

Hallo Scorpy,

mir stellt sich aktuell die gleiche Frage, umso überraschter war ich im Internet deinen Beitrag zu entdecken. Ich singe ebenfalls in einem Chor und hatte vor einem Jahr im November 2024 meinen ersten epileptischen Anfall bei einem ganztägigen Chorprobentag. 10 Monate später dieses Jahr im September 2025 hatte ich ebenfalls an einem langen Chortag meinen zweiten epileptischen Anfall. In den 10 Monaten zwischen den Anfällen war ich regelmäßig bei Chorproben 1-2 Stunden und auch bei Auftritten nicht länger als 2-3 Stunden und hatte nie Probleme. Bei mir liegt scheinbar der Zusammenhang in der Länge des Tages in Verbindung mit dem Singen.
Wie gehst du aktuell mit der Situation um, gehst du weiter zu den Chorproben?

Viele Grüße
Carina