Symptome und Anfallsform haben sich verändert

Anici, Monday, 19.01.2026, 01:27 (vor 113 Tagen)

Hallo

Nur um es besser einordnen zu können, ich schreibe hier als Mutter und Beobachterin. Patientin ist meine besondere erwachsene Tochter.

Nach den krampffreien Jahren und Absetzung des Medikamentes Ospolot flammte die Epilepsie 2021 wieder auf. Zunächst 1-2x im Jahr, dann 2024 war es so schlimm, dass sie leider wieder Medikamente einnehmen muss.
Sie bekommt jetzt Lamotrigin.
Bis dato hatte sie ausschließlich GrandMal-Anfälle. Nach einem halben Jahr der Einnahme, konnte zwar keine Anfallsfreiheit geschaffen werden, aber es war deutlich besser, als zuvor. Zufriedenstellend jedoch nicht. Das Ziel sollte ja sein, krampffrei zu werden - ich wünsche es mir fürsie, für uns, so sehr.

Was sich tlw. veränderte, war die Anfallsform. Sie bekam nicht mehr ausschließlich generalisierte Anfälle, sondern fokale. Dabei zuckte ihr rechtes Auge und sie hat Schluckreflexe, in dem sie hintereinander schluckt, wie im Takt. Das ging meist nur einige Sekunden und dann war es wieder gut. Sie verlor kein Bewusstsein und krampfte nicht mit dem gesamten Körper. War ansprechbar und konnte auch sprechen, wenn auch mit gebrochener Stimme.

Das war völlig neu für uns.

Ich überlege ja nach wie vor das Medikament zu wechseln zu dem, welches sie früher bekam, damit war sie obwohl "unterdosiert" (also nicht die empfohlene Dosierung nach Körpergewicht) krampffrei. Mir ist bekannt und bewusst, dass dies numehr auch mit diesem Medi ausbleiben kann. Es ist eine Chance, eine Möglichkeit, mein Wunsch. Müsste dann jedoch bei der KK beantragt werden, weil weitaus teurer als Lamotrigin. Selbst wenn sie jetzt noch ein zusätzliches Präparat verschrieben bekäme, was ich nicht möchte, lägen wir preislich höher mit Ospolot. Aber ggf. ist ein Eigenanteil möglich, mal schauen. Noch habe ich mich nicht entschieden, aber es läuft darauf hinaus.

Meine wichtigste Frage konnte leider vom Neurologen nicht beantwortet werden, ob sich die beiden Medikamente vertragen. Denn ich müsste Lamotrigin ausschleichen und zeitgleich Ospolot einschleichen. Laut Wechselwirkungs-Check gibt es keine Wechselwirkungen.

Gibt es hier jemand, der beide Präparate eingenommen hat? Das Problem besteht insbesondere darin, dass mir meine Tochter keine Nebenwirkungen mitteilen könnte. Einzig wenn sie für mich sichtbar werden.

Aber was mich noch interessiert ist, ob jemand von Euch ebenfalls diesen synchrone Schluckreflex bei einem fokalen Anfall hat oder kennt. Ist es zu weit gegriffen, wenn ich annehme, dass ggf. das Schluckzentrum betroffen ist, bzw. die Bereiche des Gehirns?

Danke fürs lesen
Liebe Grüße
Anici

Symptome und Anfallsform haben sich verändert

Anici, Monday, 19.01.2026, 22:57 (vor 112 Tagen) @ Anici

und noch eine Frage.

Ich beobachte seit letzten Monat, dass meine Tochter ( Anfälle erfolgen überwiegend, jedoch nicht ausschließlich, aus dem Schlaf heraus ) plötzlich starke Zuckungen hat, wie zu Beginn eines großen Anfalls. Da ich immer bei ihr liege, habe ich sie berührt und angesprochen und konnte einen möglichen Ausbruch unterbrechen. Zumindest denke ich es. Vll. hätte sich es auch nicht ausgebreitet. Aber das ist auch neu. Ist gerade zum zweiten mal passiert.

Wenn ein Anfall ausgelöst wird, kann man diesen überhaupt unterbrechen? Bisher ging es immer von Knall auf Fall ohne Vorwarnung los und da lies sich auch nichts unterbrechen.

Welche Erfahrungen habt Ihr ?

Liebe Grüße, Anici

Symptome und Anfallsform haben sich verändert

benuna, Saturday, 31.01.2026, 18:08 (vor 100 Tagen) @ Anici

Hallo Anici :)
man selbst kann einen Anfall mit geringer Wahrscheinlichkeit entgehen, wenn man Symptome vorab wahrnimmt und sofort reagieren kann. Dunkler Raum, hinlegen, Äußere Einflüsse so gut es geht reduzieren.

Was andere nicht tun sollten ist "Eingreifen". Nicht wach- oder zurück"schütteln" oder rufen/schreien.
Festhalten, um bei einem Zusammenbrechen Verletzungen zu vermeiden, mehr geht leider nicht.

Während einem generalisierten Anfall gibt es Buccolam.
Das Medikament darf nur bei einem Anfall und nicht im voraus und nicht danach genommen werden.
Es muss also immer mitgeführt werden und von einer Person zugeführt werden (in die Mundhöhle spritzen), die darüber in Kenntnis gesetzt ist.

Zu den von dir genannten Präparaten kann ich leider nichts sagen.

Gruß, benuna