Ängste / Flashbacks
Balu1997, Wednesday, 25.02.2026, 12:49 (vor 75 Tagen)
bearbeitet von Balu1997, Wednesday, 25.02.2026, 13:41
Hallo,
Ich bin seit Kindheit Epileptikerien und hatte vor einigen Jahren eine Temporallappenresektion links.
Seither habe ich Ängste, psychogene Anfälle, Panikattacken
Hab noch eine inoperable Läsion (subinsulär) bzw. Anfallsherd,
Seit OP verstärkte Konzentrationsstörung, Angstsymptomatik/ Flashbacks (psychische und neurologische); Bilder bzw. Emotionen/Auren was alles passiert ist ?
Kennt das jemand? Gibt es darüber Erfahrungen?
Wenn ja, wie lange? Ich habe mehr als 20 Jahre mit der Krankheit und den Anfällen gelebt, da hat sich doch einiges in meinem Unbewussten gespeichert?
Hab gelesen, FA gefragt, dass verstärkte Erinnerungen nach TL Resektion vorkommen können,. ....
Kennt das jemand bzw wie geht ihr damit um?
Großes Danke im Voraus!
P.S. Ich bin in psychotherapeutischer Behandlung!
Ängste / Flashbacks
Harpo, Monday, 02.03.2026, 15:03 (vor 70 Tagen) @ Balu1997
Hallo Balu,
das Vergnügen einer Temporallappenresektion hatte ich bislang noch nicht, aber vielleicht hilft dir meine Erfahrung etwas weiter, um das eine oder andere zu bestehen. Ich wünsche dir natürlich, dass du glorreich hervorgehst <3
Ich besitze meine Epilepsie seit fast 20 Jahren (laut Diagnose), laut meiner Mutter länger. ^_^
Das Medikament Ethosuximid, auch Petnidan genannt, hat bei mir starke Halluzinationen ausgelöst. Ich sah Menschen, wo keine waren, Fahrzeuge, wo keine waren, und wiederum ließen es Menschen und Verkehrsteilnehmer verschwinden. Das ist bestimmt tagsüber gefährlich und verstörend, aber nachts nagte ich an meinem Verstand. Da ich immer wieder Menschen in meinem Schlafzimmer sah, die so real waren wie die Menschen, die wir umarmen. Ich bekam Angst vor dem Schlafen, Konzentrationsstörungen und auch schon fast Panik davor, nachts alleine zu sein. Das Medikament ging mit Rücksprache auch weg. Ich stabilisierte mich nach fast 5 Jahren Horror.
Als ich später umdosiert wurde auf Fycompa und Topiramat, ging es nicht lange gut. Es musste ein neues Medikament her, Lacosamit. Ebenfalls habe ich unter diesem Medikament erneut Halluzinationen gehabt. Es kamen die alten Erinnerungen hoch und mir war alles andere als wohl.
Mir hat es beim 2. geholfen, gewisse Bereiche zu erhellen. Ich wache im Bett immer so auf, dass mein Blick Richtung Tür ist, da es aber dunkel ist, sehe ich nicht die Tür, sondern mein Verstand zeigt mir einen Menschen. Ich erhalte die Tür. Ich ließ die Rollläden offen, damit mehr Licht durch die Straßenbeleuchtung hereinfiel. Leider reichte das nicht und das weiße Bettlaken erzeugt nun einen sehr gruselig weißen Kasten XD. Viele Dinge können wir angenehmer gestalten, und ich hoffe, dass dir mein Beitrag zeigt, dass es immer eine Lösung gibt, auch wenn der Weg noch so dunkel und Steinig wirkt :)
Als Mann wurde ich erzogen, keine Schmerzen zu zeigen, stark zu sein und so vieles mehr.
Dass aber die Erfahrungen an niemandem ohne Spuren vorbeigehen, sollte klar sein.
Daher notiere dir das, denn irgendwann wird jemand durch deine Erfahrung profitieren und sehr dankbar sein.
Beste Grüße
Harpo / Patrick
Ängste / Flashbacks
Balu1997, Thursday, 05.03.2026, 12:29 (vor 67 Tagen) @ Harpo
Hallo Balu,
das Vergnügen einer Temporallappenresektion hatte ich bislang noch nicht, aber vielleicht hilft dir meine Erfahrung etwas weiter, um das eine oder andere zu bestehen. Ich wünsche dir natürlich, dass du glorreich hervorgehst <3
Ich besitze meine Epilepsie seit fast 20 Jahren (laut Diagnose), laut meiner Mutter länger. ^_^
Das Medikament Ethosuximid, auch Petnidan genannt, hat bei mir starke Halluzinationen ausgelöst. Ich sah Menschen, wo keine waren, Fahrzeuge, wo keine waren, und wiederum ließen es Menschen und Verkehrsteilnehmer verschwinden. Das ist bestimmt tagsüber gefährlich und verstörend, aber nachts nagte ich an meinem Verstand. Da ich immer wieder Menschen in meinem Schlafzimmer sah, die so real waren wie die Menschen, die wir umarmen. Ich bekam Angst vor dem Schlafen, Konzentrationsstörungen und auch schon fast Panik davor, nachts alleine zu sein. Das Medikament ging mit Rücksprache auch weg. Ich stabilisierte mich nach fast 5 Jahren Horror.
Als ich später umdosiert wurde auf Fycompa und Topiramat, ging es nicht lange gut. Es musste ein neues Medikament her, Lacosamit. Ebenfalls habe ich unter diesem Medikament erneut Halluzinationen gehabt. Es kamen die alten Erinnerungen hoch und mir war alles andere als wohl.Mir hat es beim 2. geholfen, gewisse Bereiche zu erhellen. Ich wache im Bett immer so auf, dass mein Blick Richtung Tür ist, da es aber dunkel ist, sehe ich nicht die Tür, sondern mein Verstand zeigt mir einen Menschen. Ich erhalte die Tür. Ich ließ die Rollläden offen, damit mehr Licht durch die Straßenbeleuchtung hereinfiel. Leider reichte das nicht und das weiße Bettlaken erzeugt nun einen sehr gruselig weißen Kasten XD. Viele Dinge können wir angenehmer gestalten, und ich hoffe, dass dir mein Beitrag zeigt, dass es immer eine Lösung gibt, auch wenn der Weg noch so dunkel und Steinig wirkt :)
Als Mann wurde ich erzogen, keine Schmerzen zu zeigen, stark zu sein und so vieles mehr.Dass aber die Erfahrungen an niemandem ohne Spuren vorbeigehen, sollte klar sein.
Daher notiere dir das, denn irgendwann wird jemand durch deine Erfahrung profitieren und sehr dankbar sein.Beste Grüße
Harpo / Patrick
Lieber Patrick,
danke für deine Antwort und deinen Rat!
Bei mir handelt es sich um Flashbacks aus der Realität, (also was während eines Anfalls passierte), nur, dass die Erinnerungen immer deutlicher/ werden. (Als wūrde man jedesmal ein Puzzlestūck finden....)
Ich hatte während der Anfälle meist Bewusstseinsstörungen und auch Bewusstseinsverlust.....
Es sind nicht nur solche Flashbacks, sondern auch andere (psychische) - traumatische Erinnerungen.
Auch wenn das Puzzle damit vielleicht fertig wird, solche Flashbacks sind echt stark.
Alles Gute
LG
P.S. Das mit alle Medis durchprobieren kenn ich nur zu Gute.... inkl. Mehrfachmedikation. Ich hab alle Wirkstoffe durchprobiert. Nichts half wirklich. Bei manchen Medis wurde es sogar nur schlimmer.
Ängste / Flashbacks
Neubeginn69, Zwickau / Sachsen, Monday, 30.03.2026, 12:45 (vor 42 Tagen) @ Balu1997
Hallo,
Ich bin seit Kindheit Epileptikerien und hatte vor einigen Jahren eine Temporallappenresektion links.
Seither habe ich Ängste, psychogene Anfälle, Panikattacken
Hab noch eine inoperable Läsion (subinsulär) bzw. Anfallsherd,
Seit OP verstärkte Konzentrationsstörung, Angstsymptomatik/ Flashbacks (psychische und neurologische); Bilder bzw. Emotionen/Auren was alles passiert ist ?Kennt das jemand? Gibt es darüber Erfahrungen?
Wenn ja, wie lange? Ich habe mehr als 20 Jahre mit der Krankheit und den Anfällen gelebt, da hat sich doch einiges in meinem Unbewussten gespeichert?Hab gelesen, FA gefragt, dass verstärkte Erinnerungen nach TL Resektion vorkommen können,. ....
Kennt das jemand bzw wie geht ihr damit um?
Großes Danke im Voraus!
P.S. Ich bin in psychotherapeutischer Behandlung!
Ängste / Flashbacks
Neubeginn69, Zwickau / Sachsen, Monday, 30.03.2026, 17:27 (vor 42 Tagen) @ Neubeginn69
Hallo,
Ich bin seit Kindheit Epileptikerien und hatte vor einigen Jahren eine Temporallappenresektion links.
Seither habe ich Ängste, psychogene Anfälle, Panikattacken
Hab noch eine inoperable Läsion (subinsulär) bzw. Anfallsherd,
Seit OP verstärkte Konzentrationsstörung, Angstsymptomatik/ Flashbacks (psychische und neurologische); Bilder bzw. Emotionen/Auren was alles passiert ist ?Kennt das jemand? Gibt es darüber Erfahrungen?
Wenn ja, wie lange? Ich habe mehr als 20 Jahre mit der Krankheit und den Anfällen gelebt, da hat sich doch einiges in meinem Unbewussten gespeichert?Hab gelesen, FA gefragt, dass verstärkte Erinnerungen nach TL Resektion vorkommen können,. ....
Kennt das jemand bzw wie geht ihr damit um?
Großes Danke im Voraus!
P.S. Ich bin in psychotherapeutischer Behandlung!
Hallo
Ich kenne diesen ganzen Verlauf sehr gut.
Dies geht schon in der Kinheit los, vom Medikamentenumstellungen, OP, Nebenwirkungen bis hin zu Angstgefühlen (was jetzt gerade durch das Medikament Phenhydan wieder ausgelößt wird. Denn seit ich dieses habe, bin ich anders. Dies sagten mir gute Vertraute, die mich seit jahrzehnten kennen.
VG aus Zwickau/Sachsen