EEG und Fahreignung?
Ich würde gerne nach Erfahrungen fragen oder nach Einschätzungen von Leuten, die sich damit auskennen.
Ich hatte im November 2020 einen Grand-Mal-Anfall im Schlaf und im März 2021 nochmals einen, ebenfalls im Schlaf. Seitdem nehme ich Lamictal 2×100 mg.
Ab Juli 2022 durfte ich wieder Auto fahren. Seither fahre ich nun seit rund 4 Jahren wieder problemlos Auto, zum Teil auch über mehrere Stunden und auch abends. Weder meine Frau noch Freunde haben in dieser Zeit je ein auffälliges oder seltsames Verhalten bei mir bemerkt – weder beim Autofahren noch sonst im Alltag.
Mein letztes EEG im Jahr 2024 wurde wie folgt beschrieben:
Standard-Elektroenzephalographie vom 14.05.2024
Grundaktivität: gut bis mässig gut ausgeprägter Alphagrundrhythmus, Suppression auf Augenöffnung gegeben.
Vigilanz: wach, im Verlauf schläfrig.
Regionale Aktivitätsveränderungen: intermittierend polymorphe generalisierte Thetawellen.
Entladungen: intermittierend steile Transienten rechts zentroparietal, die die Kriterien für epilepsietypische Potenziale nicht gänzlich erfüllen.
Hyperventilation: keine weiteren Aspekte.
Photische Stimulation: keine weiteren Aspekte.
EKG: tachykarder Sinusrhythmus um 114/min.
Beurteilung: Pathologisches EEG mit intermittierender leichter Funktionsstörung. Keine epilepsietypischen Potenziale. Normaler Grundrhythmus.
Wie üblich muss ich nun nach 2 Jahren wieder ein EEG machen lassen, damit meine Fahreignung bestätigt werden kann. Genau das beschäftigt mich psychisch wieder stark mit dem Thema Epilepsie, obwohl ich seit Jahren keinen weiteren Anfall hatte.
Ich mache mir grosse Sorgen, dass im EEG trotzdem wieder etwas auffällig sein könnte. Gleichzeitig frage ich mich, ob Faktoren wie Schlafmangel oder Müdigkeit dabei eine Rolle spielen könnten. Ich erinnere mich nämlich, dass ich vor dem letzten EEG sehr wenig geschlafen hatte. Ausserdem habe ich damals wohl auch auf meine üblichen zwei Espressi am Morgen verzichtet. Normalerweise trinke ich diese immer. Möglicherweise wurde ich deshalb beim EEG auch schläfrig.
Mich würden deshalb vor allem folgende Erfahrungen oder Einschätzungen interessieren:
Hatte jemand trotz jahrelanger Anfallsfreiheit immer wieder leicht auffällige EEG-Befunde?
Wie relevant ist so etwas für die Beurteilung der Fahreignung, wenn klinisch seit Jahren nichts mehr passiert ist?
Können Schlafmangel, Müdigkeit oder ungewohnter Koffeinverzicht ein EEG merklich beeinflussen?
Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit „nicht ganz epilepsietypischen“ Transienten gemacht?
Ich freue mich über eure Erfahrungen oder Einschätzungen.