EEG und Fahreignung?

RogerU, Wednesday, 22.04.2026, 12:26 (vor 19 Tagen)
bearbeitet von RogerU, Wednesday, 22.04.2026, 13:00

Ich würde gerne nach Erfahrungen fragen oder nach Einschätzungen von Leuten, die sich damit auskennen.

Ich hatte im November 2020 einen Grand-Mal-Anfall im Schlaf und im März 2021 nochmals einen, ebenfalls im Schlaf. Seitdem nehme ich Lamictal 2×100 mg.

Ab Juli 2022 durfte ich wieder Auto fahren. Seither fahre ich nun seit rund 4 Jahren wieder problemlos Auto, zum Teil auch über mehrere Stunden und auch abends. Weder meine Frau noch Freunde haben in dieser Zeit je ein auffälliges oder seltsames Verhalten bei mir bemerkt – weder beim Autofahren noch sonst im Alltag.

Mein letztes EEG im Jahr 2024 wurde wie folgt beschrieben:

Standard-Elektroenzephalographie vom 14.05.2024
Grundaktivität: gut bis mässig gut ausgeprägter Alphagrundrhythmus, Suppression auf Augenöffnung gegeben.
Vigilanz: wach, im Verlauf schläfrig.
Regionale Aktivitätsveränderungen: intermittierend polymorphe generalisierte Thetawellen.
Entladungen: intermittierend steile Transienten rechts zentroparietal, die die Kriterien für epilepsietypische Potenziale nicht gänzlich erfüllen.
Hyperventilation: keine weiteren Aspekte.
Photische Stimulation: keine weiteren Aspekte.
EKG: tachykarder Sinusrhythmus um 114/min.

Beurteilung: Pathologisches EEG mit intermittierender leichter Funktionsstörung. Keine epilepsietypischen Potenziale. Normaler Grundrhythmus.

Wie üblich muss ich nun nach 2 Jahren wieder ein EEG machen lassen, damit meine Fahreignung bestätigt werden kann. Genau das beschäftigt mich psychisch wieder stark mit dem Thema Epilepsie, obwohl ich seit Jahren keinen weiteren Anfall hatte.

Ich mache mir grosse Sorgen, dass im EEG trotzdem wieder etwas auffällig sein könnte. Gleichzeitig frage ich mich, ob Faktoren wie Schlafmangel oder Müdigkeit dabei eine Rolle spielen könnten. Ich erinnere mich nämlich, dass ich vor dem letzten EEG sehr wenig geschlafen hatte. Ausserdem habe ich damals wohl auch auf meine üblichen zwei Espressi am Morgen verzichtet. Normalerweise trinke ich diese immer. Möglicherweise wurde ich deshalb beim EEG auch schläfrig.

Mich würden deshalb vor allem folgende Erfahrungen oder Einschätzungen interessieren:

Hatte jemand trotz jahrelanger Anfallsfreiheit immer wieder leicht auffällige EEG-Befunde?
Wie relevant ist so etwas für die Beurteilung der Fahreignung, wenn klinisch seit Jahren nichts mehr passiert ist?
Können Schlafmangel, Müdigkeit oder ungewohnter Koffeinverzicht ein EEG merklich beeinflussen?
Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit „nicht ganz epilepsietypischen“ Transienten gemacht?

Ich freue mich über eure Erfahrungen oder Einschätzungen.

EEG und Fahreignung?

benuna, Friday, 24.04.2026, 20:17 (vor 17 Tagen) @ RogerU

Hallo RogerU,

Ich selber werde wohl keine Fahrerlaubnis mehr bekommen.
Hängt mit dem Hintergrund der Epilepsie zusammen.
Ja, Schlafmangel, richtiger Entzug, ist ein Trigger für Anfälle.
Auch Koffein ist dies. Da kann der "kalte Entzug" bei dir tatsächlich mehr Schaden als Nutzen angerichtet haben.
Ich habe Koffein Produkte in Gänze gestrichen. Dazu gehören auch Dinge, an die man gar nicht denkt: Schokolade, grüner Tee...
Durch das Weglassen dieser, habe ich ein deutlich besseres Wohl­ge­fühl erfahren.
Einige Kräuter und Koffein haben neurologische Einflüsse. Mit Einnahme von Antiepileptika, kann dies zu einer Unruhe des Medikamentenspiegels führen.
Es wird wahrscheinlich wie bei vielen Dingen sein. Die große Ausnahme von der Regel wird nicht viel auslösen. Dinge, die ein beinahe täglicher Konsum sind, vielleicht mal überdenken.

Meine Anfrage in der Epileptologie ergaben unterschiedliche Reaktionen. Zwischen selber herausfinden und, das man so viel gar nicht zu sich nehmen könne um einen Einfluss auf die Medikation zu erreichen.

Das sind meine Erfahrungen.

Gruß, benuna

EEG und Fahreignung?

RogerU, Friday, 24.04.2026, 22:07 (vor 17 Tagen) @ benuna

warum bekommst du keine Fahrerlaubnis mehr?

Ich trinke täglich 2-3 Espresso.
In den Ferien meist keinen, weil ich ihn um Ausland nicht vertrage

EEG und Fahreignung?

benuna, Saturday, 25.04.2026, 06:57 (vor 17 Tagen) @ RogerU

Meine Epilepsie ist durch einen Hirntumor, der entfernt wurde, gekommen. Der Hirnschaden bleibt. Das Autofahren wäre verantwortungslos in meinem Fall.

Was deine (EEG) Untersuchungen angeht, würde ich meine Routinen nicht ändern. Wie ich schon mit dem "kalten Einzug" meine - hat sich bei dir ein Einklang mit regelmäßigen Koffeinkonsum und deinen Medikamenten gebildet, würdest du diesen beim Weglassen des Espresso stören.

Gruß, benuna

EEG und Fahreignung?

RogerU, Saturday, 25.04.2026, 12:20 (vor 16 Tagen) @ benuna

Hallo benuna,

Tut mir sehr leid, dass es dir nicht gut geht.

Ich trinke grundsätzlich täglich 2 Espresso, selten 3. Ich brauche Kaffee aber nicht zwingend, um munter zu sein; es ist für mich eher Genuss. Es kam auch schon vor, dass ich nur einen oder in den Ferien gar keinen Kaffee getrunken habe, ohne dass ich negative Auswirkungen bemerkt hätte – höchstens etwas mehr Müdigkeit.

Beim letzten EEG wurde ich im Verlauf gemäss Bericht müde bzw. schläfrig. Dabei wurden steile Transienten beschrieben, die die Kriterien für epilepsietypische Potenziale nicht vollständig erfüllten. Ich habe gelesen, dass im Übergang zur Schläfrigkeit auch bei gesunden Menschen scharf wirkende Transienten vorkommen können. Da frühere EEGs ohne Schläfrigkeit solche Transienten nicht erwähnten, beschäftigt mich dieser Zusammenhang.

Mein letzter Anfall war vor rund 5 Jahren im Schlaf. In den EEGs wurden bisher nie epileptiforme Potenziale beschrieben, auch nicht in Untersuchungen ohne Medikamente. Seit rund 4 Jahren fahre ich wieder Auto, bisher ohne Probleme, auch längere Strecken. Meine Frau und Freunde haben keine Auffälligkeiten oder Ereignisse beobachtet, die auf unbemerkte Anfälle hindeuten würden.

Meine Frage ist deshalb: Sind die im letzten EEG beschriebenen Transienten aus Ihrer Sicht eher im Zusammenhang mit Schläfrigkeit einzuordnen, oder haben sie für meine Epilepsie bzw. Fahreignung eine relevante Bedeutung? Und soll ich vor dem EEG am 28.04. wie gewohnt Kaffee trinken oder darauf verzichten?

EEG und Fahreignung?

benuna, Saturday, 25.04.2026, 15:20 (vor 16 Tagen) @ RogerU

Hallo RogerU

Ich bin letztendlich kein Arzt um das beurteilen zu können.
Es ist wahrscheinlich die Vorgeschichte, weshalb man mit größerer Vorsicht herangeht.
Was den Kaffee angeht schrieb ich ja, das ich Gewohnheiten einhalten (also Kaffee trinken) besser fände.
Unabhängig der Epilepsie ist Koffeinentzug bekannt für das Sorgen von Schlafstörungen, diese im EEG erkennbar sind. In wiefern die 2-3 Expresso Tassen täglich als Auslöser reichen, weiß ich nicht. Da es bei deinem letzten EEG aber ein Mitgrund sein könnte, unterstreicht es meine Ansicht, nicht bewusst auf Espresso zu verzichten.

Gruß, benuna