Können Stürze auf der Treppe epileptisch bedingt sein?

Kara, Wednesday, 08.07.2026, 12:05 (vor 9 Tagen)
bearbeitet von Kara, Wednesday, 08.07.2026, 12:09

Liebe Community,

bei mir wurde in der Kindheit eine generalisierte Epilepsie mit Absencen und Myoklonien diagnostiziert. Seit meinem 17. Lebensjahr bin ich anfallsfrei. Geblieben sind lediglich eine gewisse Vergesslichkeit und ein langsames Arbeitstempo. Ich bin heute 54 Jahre alt.

Vor ca. 3 Jahren habe ich hier im Forum geschrieben, dass ich den Eindruck habe, die Anfälle könnten zurückgekommen sei, da ich plötzlich wieder ab und an Aussetzer und mehrmals eine Migräne-Aura hatte. Ich war beim Neurologen und im EEG wurde eine erhöhte Anfallsbereitschaft festgestellt, aber keine Absencen. Daher wollte der Neurologe erst mal auf eine erneute Gabe eines Antiepileptikums verzichten.

Seit 2 Jahren stürze ich in unregelmäßigen Abständen auf der Treppe zu meiner Wohnung. Allerdings nur dann, wenn ich Einkaufstaschen in den Händen habe. Es geht alles ganz schnell und zack falle ich plötzlich nach vorn. Ich bemerke vorher keinen Schwindel oder Schwarzwerden vor Augen. Die Einkaufstaschen fallen mir dabei aus der Hand. Zum Glück konnte ich mich bisher immer noch mit einer Hand abstützen. Zuerst dachte ich, dass es jeden mal passieren kann, plötzlich das Gleichgewicht zu verlieren, war aber irritiert, nachdem es einige Male passiert war.

Vor kurzem war ich beim Neurologen und habe ihm von den Stürzen erzählt. Es wurde ein Ruhe-EEG gemacht. Da unter Hyperventilation vereinzelt spike waves auftraten, war er der Meinung, die Stürze könnten epileptischer Natur sein. Es handele sich dabei wahrscheinlich um kleine Absencen oder um einen negativen Myoklonus. Daher soll ich nun Lamotrigin nehmen, auch wegen der Migräne-Auren.

Hat jemand Erfahrung mit solchen Stürzen, die nur auf der Treppe passieren?
Kann so etwas tatsächlich mit Epilepsie zusammenhängen?

Lieben Gruß

Kara

Können Stürze auf der Treppe epileptisch bedingt sein?

Anton, Wednesday, 08.07.2026, 19:42 (vor 9 Tagen) @ Kara

Hallo,

herzlich willkommen nach langer Zeit mal wieder im Forum. Ich kann Deine Ängste, die Epilepsie ist wieder da, voll verstehen. Du berichtest seit 8 Jahren, dass es dich doch sehr belastet und dir keine Hilfe geboten wird. Zu seinem Hausneurologen hat man in der Regel ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Man verlässt sich auf ihn und lässt ihn machen. Das war vor 50 Jahren richtig, heute sollte aus meiner Sicht und der Erfahrung, die ich gemacht habe, der Patient bei allem aktiv mitarbeiten.

Wäre ich in der Not, die Du schilderst, würde ich den Neurologen bitten, versuchsweise in niedriger Dosierung Medikamente einzusetzen. Dann wäre man ein Stückchen schlauer und wäre entweder zufrieden oder würde weitersuchen. Aus meiner Sicht deuten die Symptome, die Du schilderst, auch auf die Möglichkeit anderer neurologischer Erkrankungen hin. Vielleicht versteift ihr euch zu sehr auf die Epilepsie.

Zu den Stürzen auf der Treppe. Der Gesetzgeber verlangt, dass es an jeder Treppe an mindestens einer Seite einen Handlauf geben muss. Und das nicht nur zur Zierde, sondern dass man sich dran festhalten kann. Wenn Du rechts und links eine Einkaufstasche in der Hand hältst und nicht gut auf den Beinen stehst, kann es durchaus zum Sturz kommen, auch wenn man gesund ist.

Um fester auf den Beinen zu stehen, empfiehlt sich einmal wöchentlich zum Reha-Sport zu gehen. Diese Maßnahme für ein ganzes Jahr kann der Hausarzt verordnen auf „Formular 56“, es muss dann nur noch von der Krankenkasse genehmigt werden und schon kann es losgehen.

Zu meiner Einschätzung als Nicht-Mediziner zu den anderen Auffälligkeiten, die Du schon 2018 geschildert hast. Das könnten Absencen, Übermüdung bzw. Schlafmangel, eine Konzentrationsstörung, auch Tagträume oder auch krankhafter Schlafmangel, ich denke an Schlaf-Apnoe, sein. Ich würde an Deiner Stelle die Sache zeitnah in Angriff nehmen, bevor die Arbeit darunter leidet. Ich wünsche viel Erfolg.

Viele Grüße
Anton.

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

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