Re: Re:Verhalten bei Anfall

Kati @, Tuesday, 27.06.2006, 17:03 (vor 7360 Tagen) @ Sarah

Hallo!
Meiner Meinung nach ist es wirklich wichtig zu wissen, wie dieser "Anfall" sich damals geäußert hat und wie die Eltern das in den Griff bekommen haben. Musste ein Arzt gerufen werden oder hat sich das ganze nach wenigen Minuten von alleine gelegt? Gibt es irgendwelche Sachen, mit denen man das Mädchen beruhigen kann? Du schreibst, dass die Mutter sagte, dass eventuell eine Epilepsie vorliegt. Das hört sich für mich so an, als ob damals keine eindeutige Diagnose zustande kam. Möglicherweise hat das Mädchen gar keine Notfallmedikamente?
Ich möchte dir aber v.a. für dieses Ferienlager Mut machen. Wenn zwei Jahre lang nichts passiert ist, hört sich das doch sehr gut an. Da besteht ja die Hoffnung, dass wirklich nichts passieren wird. Außerdem ist es sehr wichtig für das Kind, an einer Gemeinschaft teilnehmen zu dürfen, sich nicht durch die Erkrankung ausgeschlossen zu fühlen oder am schlimmsten noch zum Außenseiter der Gruppe zu werden. Trotz der negativen Meinungen, die über mir geäußert wurden, muss ich sagen, dass ich auch den Mut der Mutter bewundere. Sie hat sich bestimmt schon sehr viele Gedanken gemacht, ich denke, dass es nicht fair ist zu sagen, dass dieses Verhalten gewissermaßen verantwortungslos ist. Natürlich fällt es schwer, sein Kind alleine in ein Ferienlager fahren zu lassen. Wahrscheinlich weiß sie aber auch, dass es gut ist, dass ihre Tochter soziale Kontakte knüpft. Meiner Meinung nach ist es sehr schlimm, sein Kind zu isolieren nur aus Angst, dass etwas passieren könnte, v.a. weil ja möglich ist, dass nichts passieren wird.
Zu Erste-Hilfe-Maßnahmen ist nur zu sagen, dass man während eines Krampfes (hat das Mädchen überhaupt Krampfanfälle?!), wie du schon gesagt hast, gefährliche Gegenstände aus der Umgebung entfernen sollte und den Menschen auch nach dem Anfall nicht alleine lässt. Bei Bewusstseinseintrübungen oder gar Bewusstlosigkeit ist es außerdem wichtig zu wissen, dass es möglich ist, dass der Betroffene auch danach noch Zeit braucht, um sich wieder zu orientieren, zu regenerieren und überhaupt zu begreifen, was passiert ist. Auch Notfallmedikamente sind eine Möglichkeit, die man während eines Anfalls geben kann, allerdings ist hier oft auch die Verabreichung problematisch (wie gebe ich einem Krampfenden eine Rektiole?). Frage am besten nochmal bei der Mutter nach. Möglicherweise kann sie dir etwas mehr sagen.
Ich wünsche dir viel Spaß mit den Kids auf dem Ferienlager!
Liebe Grüße! Kati


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