Re: behinderungsgrad

Heike Elsner ⌂ @, Wednesday, 28.06.2006, 22:43 (vor 7359 Tagen) @ claudia

Hallo Claudia,
ob ein schwerbehinderten-Ausweis sich für dich lohnt oder eher schädlich ist, hängt davon ab, ob du berufstätig bist und welchen Beruf du hast/welchen Arbeitsplatz du hast.
Natürlich auch von dem Grad der Behinderung, den du bekommst. die Versorgungsämter gehen da nach der Anfallshäufigkeit und der Art der Anfälle. Für "große Anfälke mit Pausen von Monaten" kriegt man z.B. zwischen 50% und 60%. Dafür bekommst du schon Steuererleichterungen und z.T. ermäßigten Eintritt bei Veranstaltungen. Frei fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln (G) oder das kostenlose Mitnehmen einer Begleitperson (B) wirst du vermutlich nicht bekommen. Dafür müsstest du schon so viele anfälle haben, dass du nicht eine halbe Stunde alleine herumlaufen kannst - und das will ich ja nicht hoffen.
Nachteile hat der Schwerbehinderten-Ausweis dann, wenn du lange anfallsfrei bist und dann einen Arbeitsplatz suchst. Dann müsstest du nämlich dem arbeitgeber sagen, dass du Epilepsie hast. Bei mehr als zweijähriger Anfallsfreiheit brauchst du das sonst bei Bewerbungen nicht zu sagen.
(Als Ärztin in der beruflichen Reha von Menschen mit Epilepsie habe ich öfters mit solchen Dingen zu tun).
Gruß
Heike

[zitat=claudia]Habe seit 2004 Anfälle und hat eine ganze Weile gedauert, bis man das richtige Medikament gefunden hat, das ich vertrage.Kann eigentlich ganz gut damit leben, nur habe ein 8 Monate altes Kind und z.B werden durch Schlafdefizid hin und wieder Anfälle ausgelöst. Die Abstände sind unregelmäßig. Wie hoch ist der Behinderungsgrad oder steht mir das überhaupt zu? Wenn ja, wo & wie beantrage ich das? Kann mir bitte einer Antworten darauf geben?[/zitat]


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