Re: Dipl.Soz.päd.

Fred @, Tuesday, 05.09.2006, 19:59 (vor 7290 Tagen) @ Scheutjens Gerie

Erste Hilfe bei epileptischen Anfällen

Obwohl ein großer epileptischer Anfall (Grand mal-Anfall) immer sehr bedrohlich aussieht, ist er für den Patienten selten lebensgefährlich. Gefahr droht allenfalls beim Hinfallen durch dabei entstehende Verletzungen oder durch falsche "Hilfeleistung".

Ein besonnener Ersthelfer
sollte Ruhe bewahren, den Zeitpunkt des Anfallsbeginns registrieren,
den Betroffenen möglichst liegen lassen,
um den Patienten herum Platz freimachen oder ihn aus der Gefahrenzone ziehen (Rautek-Griff),
beengende Kleidungsstücke (Krawatten, Tücher, Hemdkragen ...) lockern bzw. öffnen,
den Kopf möglichst auf eine weiche, aber flache Unterlage betten,
nach dem Anfall den Patienten in die stabile Seitenlage nach links bringen und betreuen, bis er wieder ganz wach ist,
das Anfallsende registrieren.

Keinesfalls sollte man:
Gegenstände in den Mund stecken, um Zungenbisse zu vermeiden,
zuckende Gliedmaßen festhalten,
versuchen den Mund zu öffnen, um zu "beatmen",
Stimulationsversuche unternehmen durch Schläge, Kalt-wasser-Anwendung und dergleichen.

Nur wenn ein Anfall länger als 5 Minuten dauert oder wenn mehrere (große) Anfälle hintereinander auftreten, muss sofort ein Arzt gerufen oder der Patient ins Krankenhaus gebracht werden.

Alle anderen epileptischen Anfälle erfordern keine besonderen Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Wichtig sind jedoch immer der Zuspruch, die Betreuung und das besondere Gespür für die Würde des Kranken.


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