Re: Re: stationärer Aufenthalt in Freiburg

Barbara @, Saturday, 09.09.2006, 15:23 (vor 7286 Tagen) @ Ines

Hallo erst mal
Also ich hab diese ganze Prozedur auch schon hinter mir. Abgesehen davon, dass am Schluss wirklich was brauchbares dabei rausgekommen ist, war es das reinst Martyrium. Wie es in Freiburg ist, weiß ich nicht. Ich war in München-Großhadern und das war der reinste Horror. Die haben mir die EEG-Stöpsel draufgeklebt. Das hat schon mal 2 1/2 Stunden gedauert. Während dessen haben sie nicht etwa mit mir gesprochen, sondern sich über Lohnkürzungen, u.ä. unterhalten. Dann musste ich ins Bett wurde dort 14 Tage videoüberwacht. Mit duschen war da nichts. Zum Waschen und Klo gehen durft ich aufstehen, aber wenn ich länger als 10 Min von der Steckdose abgekabelt war, ist sofort wer gekommen und hat mich wieder ins Bett geschickt. Da lag ich dann. 14 Tage lang ohne Medikamente, überm Bett eine riesige Videoanlage mit Microfon und hab gewartet bis ich einen Anfall bekommen hab. Intimsphäre ist auf dieser Station ein Fremdwort. Und das Video darf man sich hinterher -nicht mal in Begleitung anschauen. Wobei es doch wenigstens für mich so hilfreich gewesen wäre. Alle Leute fragen immer wie so ein Anfall aussieht (bei mir sind es gott sei dank nur ganz kleine, harmlose) und wenn man ihn selbst hat, da bekomm ich von allen Epileptikern sicher Zustimmung lässt es sich halt nur schwer erklären wie so ein Anfall von "Außen" aussieht. Voraussetzung dass ich wieder raus durfte waren übrigens min. drei Anfälle, die ich in den 14 gott sei dank auch hatte. Sonst hätten sie das ganze noch verlängert. brrrr..... Und wie sie mir die Stöpsel wieder runter gemacht haben, hatte ich während desssen noch einen Anfall weil mir das Atceton mit dem der Klebstoff aus den Haaren gelöst wurde so zugesetzt hat.
Guter Tipp:
Nimm dir viel zum Lesen o.ä. mit. Es gibt nichts schlimmeres als die ganze Zeit liegen zu müssen. Und mit der Kanüle in der Vene(Infusion!) kann man nicht mal Socken Stricken was eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist.
Nicht vergessen (für alle "Nadelliebhaber") darf man auch nicht die tägliche Anti-Thrombose-Spritze.
Ich hoffe, dass ich dich nicht abgeschreckt habe, aber zwischen München Großhadern und Freiburg können doch auch noch Welten liegen. Ich habe eine med. Reha in Bethel/Bielefeld gemacht, da waren viele die auch schon mal so ein Dauer-Monitoring über sich ergehen lassen mussten, und da hat auch jeder etwas anderes erzählt. Einer durfte sogar aufstehen, musst nur im Zimmer bleiben... :-)

Barbara


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