Re: Unvernunft

Julia Höhe @, Monday, 02.10.2006, 14:58 (vor 7263 Tagen) @ Paschine

[zitat=Paschine]Hallo,
mache mir riesige Sorgen um meinen Schwiegersohn. Seit 3 Jahren hat Er epileptische Anfälle die sich mit Medikamenten deutlich verringerten.
Seit einiger Zeit hat Er wieder Arbeit bekommen, muß aber dafür täglich 100 km fahren. Er befindet sich noch in der Probezeit und das auch nur mit einen Zeitvertrag. Diese ganze aufreibende Zeit hat jetzt seine Anfälle wieder vermehrt ist aber aus Existenzangst nicht bereit zu einen Neurologen bzw. ins Krankenhaus zu gehen. Die ganze Familie steht Kopf. [/zitat]

Hallo Paschine,

ich kann deinen Schwiegersohn auch sehr gut verstehe, so wie viele hier. Ich kann auch verstehen dass ein Mensch arbeiten will. Das ist auch gut so.

Aber durch die 100 km lange Autofahrt wird er wahrscheinlich bereits um ca. 5 Uhr aufstehen oder??? Oder jedenfalls deutlich früher wie gewohnt.

1. Er sollte probieren einen möglichst regelmäßigen Schlaf-Wach-Rythmus beizubehalten (egal ob Arbeitstag oder Feiertag!!!!!).
2. Er kann zum Arbeitsamt gehen und seine Arbeitszeit anpassen lassen, da es sich auf seine
Gesundheit auswirkt - eben mit Epis.
3. Er sollte dringend seinen Neurologen darüber informieren
4. Gibt es noch eine andere Möglichkeit außer dem Auto? z. B. Zug / Bus, so könnte er sich noch etwas ausruhen
5. Medis regelmäßig nehmen
6. Kann er auf eine Andere Filiale des Betriebs wechseln, wo nicht so weit weg ist???

Und das Wichtigst ist dass ihn dazu keiner überredet. Ich weiss wie brutal diese Forderung ist,
(bin jetzt schon 23 Jahre Epileptikerin), doch nur wenn er es für sich begreift warum er dass alles tuen "muss", dass es ihm dadurch besser geht und er dadurch seine Lebensqualität erhöht hat er auch auf Dauer Erfolg. Jemand wo zu alllem "gezwungen" wird, hat erst recht keine Lust, wird uneinsichtig und man will ja immer noch sein eigener Herr sein. Manche Menschen müssen auch erst tief ins Wasser fallen und die Konzequenzen kennen lernen bevor sie es einsehen. Doch dann lass ihn diese Erfahrung selbst machen. Bitte. Denn nur so weiss er warum er dass alles tut - und erkennt schließlich den Sinn der Sache.

--Ich weiss, es ist für Angehörige schwer, da einfach zuzusehen, doch denk daran, dein Schwiegersohn hat die Epilepsie, muss damit leben. Nicht du. Du bist Angehörige deines Schwiegersohnes aber er muss mit all den Einschränkungen leben, du kannst normal weiter leben wie bisher. Und das dass nicht leicht ist, ist nur alzugut verständlich.Oder?

Hoffe ich konnte dir weiterhelfen und ein bisschen Mut machen. Lasst euch nicht unterkriegen, das wird schon wieder.
Liebe Grüße Julia---Wenn du mir schreiben willst, dann bitte an:Julia.Hoehe@web.de


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