Re: Re: Re: alternative medizin

cokie @, Thursday, 21.06.2007, 15:46 (vor 7001 Tagen) @ Nicole


Hallo Gudrun,

was deiner Tochter passiert ist, ist zweifelsohne schlimm.
Doch warum bist du so aufgebracht und bezichtigst uns der "schönfärberei"? Ich habe nie gesagt, das ich die Medis wie Traubenzucker und zum vergnügen nehme. Ich habe verschiedene schwere Nebenwirkungen von antiepileptika am eigenen Körper erfahren und weiß wohl dass das kein Zuckerschlecken ist. Aber ich habe auch den Zustand ohne Medikamente mit ständigen Absencen und auch mal Grandmal erlebt und für mich und die Art Epilepsie die ich habe und die auch meine Töchter von mir geerbt haben entschieden, dass es sich mit Medis besser lebt. Zum einen hat ja beinahe jeder von uns eine andere Art der Epilepsie zum anderenverträgt jeder Medikamente anders. Dabei irgendetwas zu verallgemeinern oder etwas als den einzig richtigen weg anzupreisen kann da sehr gefährlich sein. Das muß wirklich jeder von uns für sich selber rausfinden.
In meinem letzten Beitrag schrieb ich ja auch, dass ich durch die jahrelange Einnahme meines ersten Antiepileptikas einen leberschaden habe. Dennoch ist dies eins der am besten verträglichsten Mittel und eins der am meisten verordnetsten. Ich bin halt die eine von 50.000 die nach 17 Jahren Einnahme eine fast unmögliche Nebenwirkung bekam - dafür hatte ich aber 17 Jahre ein komplett anfallsfreies Leben. Und ich habe auch die Naturheilkunde für mich ausprobiert, meiner Leber ist dies nicht bekommen... Es ist eben jeder Körper anders! Und gerade wenn es um so wichtige Dinge wie das Gehirn geht, darf man doch erst recht nix verallgemeinern. Natürlich kann ich nach dem was ihr erleben mußtet deinen Zorn auf die Schulmedizin auch verstehen. Aber sie macht nicht nur Fehler. Meinem hörbehinderten Sohn kann nur die Schulmedizin helfen, da ist ein Naturheilkundler "schuld" das das Trommelfell ganz kaputt ging, weil er meinte mit seinen Globuli die Welt heilen zu können - bis es zu spät war...
Ich möchte eigentlich nur darum bitten fair zu bleiben. wir haben alle unsere Erfahrungen denke ich und niemand wollte hier die Medis schön reden und deren einnahme als Traubenzucker schlecken verharmlosen, im Gegenteil, solche Medikamente zu nehmen ist eine schwere Entscheidung die das ganze Leben verändert und bestimmt, aber nicht nur im negativen Sinn, auch im positiven - denn es kann einem die anfälle wegnehmen. Leider können die Docs nicht einfach so mal eben unsere Köpfe aufschnippeln ins Gehirn gucken und sagen ach da fehlts da kann man das und das tun, zugenhäht, medi gegeben und fertig. Das geht beim Bauch und auch schon beim Herz. Wir vergessen, das unser Gehirn das am wenigstens und am schlechtesten zur Diagnostik zugänglichste Organ ist. Dadurch kommt das, das man eben auch mal erst das eine oder andere Medi ausprobieren muß, bis man das richtige gefunden hat.

Ich bin jedenfalls froh, dass mir geholfen werden kann.
Vor ein paar Jahrzehnten als die Schulmedizin nochnicht soweit war, wo wäre ich dann wohl????

allen liebe Grüße Cordula


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