Re: Meine Anfallsstory

Anton @, Saturday, 13.10.2007, 18:51 (vor 6886 Tagen) @ Stephan König

Hallo Stefan,
als Betroffener kann ich Deinen Unmut über die Einschränkungen und die Pflicht, dauerhaft Medikamente zu nehmen, verstehen. Aus meiner Sicht fehlt dir die richtige Einstellung zur Medikation und zur Krankheit selbst. Bis zu 80 % der Anfallskranken können durch medikamentöse Therapie ein normales Leben führen. Die Therapie bei Epilepsie heißt, ohne Wenn und Aber, ohne es auch nur einmal zu vergessen, d. h., regelmäßige Einnahme der Antikonvulsiva.Tabletten Epilepsiekranker dürfen nie von heute auf morgen ganz abgesetzt werden. Erst nach ein oder zwei Jahren Anfallsfreiheit ist langsames Ausschleichen der Mittel erlaubt. Jeder, der dir etwas anderes erzählt, hat keine Ahnung. Wer als Anfallskranker meint, nach Lust und Laune seine Medizin zu nehmen, erleidet Schiffbruch. Für dich hätte das zur bitteren Konsequenz, das Du dich von Deinem Beruf verabschieden müßtest. Ich habe Kenntnis von einem Fall, indem die Person ihren Job als Physio-Therapeutin nie mehr ausüben darf.
An Deiner Stelle würde ich mir einen weniger exzessiven Lebensstil angewöhnen, regelmäßig und richtig essen, auf Schlafentzug und Alkohol ganz verzichten und mir jeden Streß vom Leib halten. Dann besteht Aussicht auf ein ausgefülltes, angenehmes Privat- und Berufsleben. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, Anfallsfreiheit und viele unbeschwerte Momente.
Herzliche Grüße
Anton


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