Re: Keppra Depresionen

cokie @, Wednesday, 09.01.2008, 00:23 (vor 6799 Tagen) @ Leonardo

Hallo Leonardo,

ich nehme auch Keppra und Topamax. Im Waschzettel von allen beiden steht dass sie zu Depris in all ihren Facetten führen können. Wenn ich deinen Beitrag so lese meine ich, ich erlebe gerade mich selber wie ich gerade dabei bin mich in eine ganz dicke Depriphase hineinzumanövrieren. Deine Gedanken sind mir sehr bekannt. Es ist als ob man sich selbst beobachten und gleichzeitig im Namen anderer beurteilt, zum Teil verurteilt und schon ist man dabei sich zurückzuziehen, weil man sich ja so keinem zumuten will man sich eigentlich für wertlos und nutzlos hält .... man blockiert sich selber ohne es zu merken ... und da stehe ich dann, ob es in meiner Küche oder mitten in einem Supermarkt ist und heule mit mühsam unterdrückten Tränen lautlos vor mich hin und wenn ich der Welt entfliehen schaffe und mir die Menschen um mich unbewußt auch nur die kleinste Chance bieten noch mehr an mir zu zweifeln, verfalle ich dann in richtige Weinattacken... Ich mache ein Gesprächstherapie und ich kann dir nur empfehlen Leonardo ganz schnell zu deinem Neurologen zu gehen dich zu überwinden und dich ihm anzuvertrauen!!! Mit Depressionen ist nicht zu spassen. Sie sind wie ein Strudel, die einen immer tiefer ziehen, wenn man sich nicht wehren schafft. Bei mir kommen sie trotz Gesprächstherapie Schubweise immer wieder. Erst vor kurzem trafen bei mir mehrere negativ-Ereignisse aufeinander die mein Seelenleben so angriffen(anderen wären sie nie aufgefallen) und mir auch wieder mehrere kleine Anfälle bescherten. Mißerfolg zieht runter und schwubs schon war ich wieder drin in den Depris. Naja aber Gesprächstherapie ist nur 1x im Monat. Der Erfolg einer Stunde hält leider nicht ewig. Ich bin zwar in der glücklichen Lage einen tollen Mann und Kinder zu haben die echt eine tolle Familie sind - und trotzdem kriegen mich die Depries immer wieder - es ist kaum zu verstehen. Der letzte Schub war für mich so heftig das ich beschlossen habe mir wieder Antidepressiva geben zu lassen.Ich habe diese Medis schon mal genommen und mußte sie wegen meiner Lebergeschichte absetzten. Jetzt wo meine Leberwerte wieder im grünen Bereich sind, will ich sie aber wieder nehmen. Das was ich das letzte mal mit den Depris hatte muß ich nicht haben und meine Neurologin sagte mir, dass es als Nebenwirkung von Keppra und Topamax immer wieder zu Depressionsschüben bei mir kommen kann. Depressionen sind nichts das man greifen und rausschneiden kann. Das muß nicht jeder als Nebenwirkung kriegen, wenn aber jemand eh schon eine sensible Veranlagung hat, dann ist er da wohl noch eher "anfälliger" dafür. Geh zum Arzt Leonardo und lass dir helfen! Wobei das Schreiben auch nicht schlecht ist. Nicht nur hier im Forum - Egal wie lang im übrigen das ist doch jedem freigestellt - ich schreibe auch. Auch für mich selbst. Wenn es mir gar nicht gut geht, setz ich mich hin und schreibe alles auf so wie es mir in den Kopf kommt. Das mache ich schon seit Jahren und es hat mir immer geholfen "es" los zu werden. Seit einiger Zeit nun schreibe ich an einem Buch... nicht irgendein psychodelisches Werk, Gedichte oder irgendnem Ratgeber... ich schreibe eine Art Krimmi. Ich habe mir ein Ziel gesetzt. Und wenn es jeden Tag nur ein paar Zeilen sind. Es tut mir wahnsinnig gut. Es baut auf. Auch das ist eine Art Therapie.
Ich wünsche dir das du deinen Weg zu dir wieder findest. Lass dich nicht gehen, die Medis können durchaus Schuld an den Depris sein - egal ob du eine Veranlagung dazu hast oder nicht (Grundproblem klingt übrigens bescheiden...lt. verschiedener Statistiken reicht es schon Epileptiker zu sein um anfälliger für Depressionen zu sein als andere, denn schließlich wird man ja von vielen als "anders" angesehen muß damit umgehen und und und...) aber tu was dagegen, es lohnt sich immer für dich!

Liebes Grüßle Cordula


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