Mein Freund hat Epilepsie - Fragen

Elllla @, Tuesday, 01.07.2008, 11:52 (vor 6624 Tagen)

Hallo,

ich (36) bin jetzt seit über 1 Jahr mit meinem Freund (30) zusammen. Er hat seit seinem 16 Lebensjahr Epilepsie. Als erstes möchte ich sagen, dass ich seine Krankheit akzeptiere und sie mir auch keine Angst macht, jedenfalls nicht in dem Sinne, dass ich mit seinen Anfällen nicht zurecht komme. Ich habe einen Sohn (8) der auch schon ein paar Anfälle mitbekommen hat, ihm habe ich auch vermittelt, dass er da keine Angst haben muss und ihm ein paar Anweisungen gegeben, falls es mal passiert, wenn er alleine mit meinem Freund ist.
Womit ich Probleme habe und das würde wohl jedem Angehörigen so gehen, ist, dass er keinerlei Rücksicht auf seine Krankheit nimmt. Er trinkt Alkohol und das nicht wenig, er schläft unregelmäßig, wegen seinem Hobby Musik machen, wo er manchmal bis frühs um 6 oder 7 Uhr unterwegs ist und sich mit Aufputschgetränken wach hält, kommt er so einmal im Monat auch aus seinem Rhytmus. Er ist sonst auch sehr eingebunden in die Mitarbeit seines Fußballvereines, das heißt Sportfeste, Turniere.... wobei der Sport ja gut ist und die Gemeinschaft und der Kontakt wichtig für ihn ist, da er arbeitslos ist, aber das Feiern... Und jedesmal nach einen von diesen o. g. Dingen bekommt er einen Anfall. Zum Glück ist dabei nichts schlimmes passiert. Im Gegensatz zu der Zeit vor unserer Beziehung, Fallen in Glastüre... Auch bekommt er Anfälle, wenn er Nachdenken muss, z. B. beim Kartenspielen o. Ä. wofür er ja nichts kann, schnelles Nachdenken müssen verursacht bei ihm Stress, er bekam seinen ersten Anfall auch in der Schule, als er abgefragt wurde. Aber durch seinen Alkoholkonsum denke ich treibt er dies voran.
Letztes Jahr hatte er für 3 Monate Arbeit und diese war zwar anstrengend, aber er hat sich da richtig wohl gefühlt und war auch glücklich. Leider hatte er einen Anfall auf Arbeit und wurde sofort gekündigt.er wollte dagegen auch nicht rechtlich vorgehen, gab einfach auf.

Ich möchte ihm gerne helfen, aber nicht bevormunden. Termine beim Neurologen hatte ich schon gemacht, aber er hatte immer eine Ausrede, keine Lust da hinzugehen. Ich bot ihm mich um eine Therapie zu kümmern damit er irgendwann mal den Führerschein wieder bekommen kann, nichts passierte. Er hängt nur durch, hat keinen Antrieb, lässt alles auf sich zukommen, macht sich keinen Kopf (jedenfalls sieht es nach außen so aus, da er seine Gefühle und Gedanken im zaum halten muss, da er sonst anfall bekommt, sagt er).

Ich weiß nicht, wie ich ihn voranbringen kann, wenigstens etwas, damit er von alleine merkt, es kann besser werden, seine Lebensumstände könnten besser werden, wenn er nur will.

Habt ihr eine Meinung dazu?

Liebe Grüße


Elllla


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