Ich habe gegen den Anfall "gekämpft"

Tanji, Saturday, 02.05.2009, 16:57 (vor 6319 Tagen)

Hallo zusammen,

ich habe seit meinem 9. Lebensjahr Epilepsie (Grand Mal) und habe es von meiner Mutter geerbt. In der Pubertät hatte ich absolut nichts mehr und dann fing es mit ca. 21 Jahren wieder an.
Einmal im Jahr kommt es zu einem Anfall - zuerst eine Aura, ich kann mich nicht mehr mitteilen, merke der Anfall kommt und dann falle ich auch schon um und bin nach ca. 10/15 Minuten wieder im Leben - zwar desorientiert, aber immerhin wieder da. Eingestellt bin ich auf Trileptal 1-0-1.

Nun hatte ich letzten Montag zum 1. Mal im Büro einen Anfall. Zuerst kam die Aura, ich habe mich darauf konzentriert, denn dann habe ich meist das Glück, dass der kommende Anfall wieder verschwindet, doch dann habe ich gemerkt, es klappt nicht. Und ich habe angefangen zu "kämpfen". Ich wollte nicht, dass es im Büro passiert - wenn, dann wenigstens ins Büro nebenan, da kommen die Leute nicht so schnell rein, denn da sitzt der Chef. Da werde ich nicht gesehen, da kann ich mich "fallen lassen".

Meine Kollegin sagt, sie hätte das Gefühl gehabt, ich hätte während ich so furchtbar gekrampft habe, fast alles mitbekommen und ich hätte mich gegen den Anfall gewehrt... Ich weiß noch - ab und zu wurde es dunkel, aber ab und zu habe ich absolut klar mitbekommen und gesehen, was um mich herum passiert, konnte mich aber nicht bewegen, war total verkrampft und ich habe gemerkt, wie schlimm es ist, die Kontrolle über den Körper zu verlieren.

Das Krampfen hat ca. 5 Minuten gedauert und danach bin ich schwankend in das anderen Büro, habe mich hingesetzt und die Ohren zugehalten, denn die haben furchtbar laut gedröhnt...

Für mich war es auf der einen Seite ganz schlimm - auf der anderen Seite ein absolut merkwürdiges Gefühl, denn sowas habe ich noch nie erlebt.

Leider ist mein Arzt, der mich jahrelang behandelt hat, nach Asien ausgewandert und ich habe seit letztem Jahr einen neuen... und der glaubt mir nicht. Er meint, es war ne stinknormale Panikattacke... Denn entweder man hat einen epileptischen Anfall und fällt um oder halt nicht. Etwas dazwischen gibt es nicht...

Ich bin jetzt nochmal zu einem anderen Arzt, der mir mehr Tabletten verschrieben hat und mich nun auf den Kopf stellen will.

Hat jemand von euch mal etwas ähnliches erlebt? Kann man tatsächlich gegen einen Anfall "kämpfen"?

Liebe Grüße
Tanja


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