Epi mit Wesensveränderung

Sunshine, Wednesday, 13.05.2009, 14:04 (vor 6308 Tagen) @ Gabrielle

Hallo Gabrielle,

leider ist es wirklich so. Durch die Länge und Schwere des Anfalls ist im Gehirn zu viel kaputt gegangen. Er weiß einfach viele Dinge nicht mehr. Einiges aus seiner Kindheit hat er behalten, aber vieles was ab seinem 18 Lebensjahr geschehen ist weiß er einfach nicht (mehr). Er kannte meinen Mann zum Beispiel nicht, mit dem ich nun schon seid neun Jahren zusammen bin, oder er fragte nach unserer Oma, die 2000 gestorben ist, oder er sucht nach unserem alten Hund, den es bestimmt schon seit 12 Jahren nicht mehr gibt. Außerdem vergisst er Dinge, die man ihm gerade eben noch erklärt hat. Er kann mir z. B. nicht sagen ob oder was er heute zu Mittag gegessen hat. All so Kleinigkeiten. Wenn man ihn drauf hinweist, sieht man richtig wie er nachdenkt, aber das die Erinnerung zurückkehrt war leider noch nie so. Seit dem Anfall ist sein linker Arm auch eingeschränkt, er kann ihn bewegen aber nicht so wie den rechten. Seine Sprache ist auch betroffen und er kann nach einiger Zeit Bewegung nicht mehr richtig Laufen.
Aber am schlimmsten ist sein Verhalten. Er will nicht arbeiten gehen (arbeitet in einer WFB) oder er will zu meiner Oma, oder will sich nicht die Hände waschen, alles Kleinigkeiten, aber wenn man seinem Wunsch nicht nachkommt, fängt er an zu brüllen und manchmal schlägt er sich selbst dann mit voller Wucht auf sein Bein. Das ist schrecklich das mit anzusehen und wir haben schon alles versucht damit umzugehen: Mit gutem Einreden, mit Bestimmtheit, damit ihn in Ruhe zu lassen, sogar mit Ignoranz oder Zurückbrüllen. Es hilft alles nichts und macht mich und meine Eltern total traurig und mutlos.
Ihm muss doch irgendwie zu helfen sein?
Mit den Tabletten kann man doch so viel einstellen. Hier muss es doch auch eine Möglichkeit geben?

Sunshine


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