Und plötzlich ist der Job weg

Anton, Tuesday, 02.06.2009, 18:31 (vor 6288 Tagen) @ Tom vom Berg

Hallo Tom,

ich finde, Dein Leidensweg ist nicht zu unterschätzen. Du brichst beim Sport zusammen und wirst anschließend Deinen Job los. Viel härter kann es kaum kommen.

Es trifft dich eine Mitschuld. In schlechtem Gesundheitzustand sollte man die Finger vom Sport lassen. Wem es nicht gut geht, sollte seinen Magen nicht quälen. Wer danach Joggen geht, muss sich über gesundheitliche Störungen nicht wundern. Das ist dir leider bestätigt worden.

Wer mit seinem Körper Schindluder treibt, hat mit negativen Konsequenzen zu rechnen. So etwas kann zu Anfällen führen, weil vom Körper mehr verlangt wird als er in der Lage ist zu geben.

Die Diagnose Epilepsie wird eigentlich erst gestellt, wenn vermehrt Anfälle auftreten. Ein einmaliger Anfall bedeutet nicht unbedingt Epilepsie. Das sollte in Deinem Fall noch geklärt werden.

Die Tabletten müssen regelmäßig genommen werden, sonst helfen sie gar nicht. Zum Neurologen solltest Du einmal im Quartal gehen. Den Alkohol solltest Du meiden. Epilepsie hat meistens eine Umstellung des Lebensgewohnheiten zur Folge.
Ausreichend und geregelter Schlaf sind erforderlich, Flackerlicht in Discos sollte man meiden. Eine regelmäßige Tabletteneinnahme ist nötig. Ein Anfallskalender sollte geführt werden. Wenn in der Familie jemand den Ablauf eines Anfalls aufschreiben kann, ist das für den Arzt eine große Hilfe.

Es will dich keiner zu einer behinderten Person machen. Wenn Du die Regeln einhältst, ist ein Leben ohne Einschränkungen möglich.

Als Eisenbahner könntest Du im Falle eines Anfalls dich und Dritte in Gefahr bringen. Aus dem Grund darfst Du Deine Arbeit nicht mehr ausführen. Auch mit dem Autofahren muss erst Schluss sein. Die Richtlinien „Epilepsie und Führerschein“ findest Du im Internet.

Du hast richtig erkannt. Arbeit gehört zum Leben und wer sie nicht hat, leistet großen Verzicht. Arbeit heißt nicht nur Geld verdienen, sie verbindet mit Menschen und schafft Kontakte.

Termine bei Fachärzten zu bekommen ist eine schwierige Sache. Das hat nicht viel mit der Art der Krankenversicherung zu tun. Gute Ärzte haben viel zu tun und kaum Zeit. Da muss der Patient warten. In den Epilepsie-Zentren haben wir mittlerweile Wartezeiten auf den ersten ambulanten Termin von fast einem Jahr.

Im Notfall wirst Du Hilfe bekommen. Ich hoffe, dass es nicht nötig ist und wünsche dir gute Besserung.

Liebe Grüße
Anton


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