Auren und Konzentration

nini, Monday, 05.04.2010, 13:52 (vor 5981 Tagen)

Hallo, kurz zu meiner Person: Ich bin weiblich und 39 Jahre alt. Mit 16 Jahren wurde ich an einem gutartigen Gehirntumor operiert. Sechs Jahre nach der OP stellten sich wieder Anfälle ein. Ich wurde auf Medikamente (Lamotrigin und Carbamazepin) eingestellt und wurde anfallsfrei.
Als unser Kinderwunsch aufkam, wurde ich von meinem Neurologen in die Uni-Klinik nach Essen geschickt. In die Epilepsie-Ambulanz von von Professor Hufnagel. "Behandelt", ja eher abgefertigt wurde ich von einer Ärztin, die angeblich in Absprache mit dem Professor einen schwangerschaftstauglichen Medikamentenplan erstellt hat. Mein Mann und ich habe uns darüber sehr gewundert. Das ging praktisch von 100 auf 0...Ich habe gedacht, wenn das klappt, dann frage ich mich, warum ich die ganzen Jahre so viele Tabletten genommen habe...
Gesagt getan - ich habe mich den Anweisungen der "Spezialisten" gefügt und nicht viel Später Grand-Mal Anfälle bekommen. Ich war am Boden zerstört. Jetzt ging die ganze Prozedur von vorne los. Auszutesten, welches Limit brauche ich, um Anfallsfrei zu sein. Wir steigerten die Dosen langsam. Bald bekam ich "grünes Licht" von meinem Neurologen und kurz darauf war ich schwanger!
Meine Schwangerschaft verlief, bis auf drei Anfälle ganz prima.Wir bekamen einen gesunden Jungen ( mittlerweile 6 Jahre) und ich konnte sogar stillen... Danach erhöhten wir die Medikation, damit ich - vor allem für das Kind - wieder sicher war.
Jetzt änderten sich meine Anfälle. Ich bekam zwar keine Grand Mal mehr, jetzt habe ich zyklus- aber auch streß und anspannungsbedingte Auren. Es beginnt mit einem äußerst penetranten Geschmack, der aus der Magengegend emporsteigt. Danach ein ebenso übler Geruch und absolut furchteinflößende Deja-Vues. Manchmal sehe ich auch Gesichter oder höre Stimmen... Danach bin ich meistens total benommen und reagiere auf jegliche Gerüche, die plötzlich auftreten. Als würde mich jemand heftig schubsen.. aber alles spielt sich nur in meinem Kopf ab. Sehr lästig - und vor allem im Berufsleben ein Problem.Es lässt sich nur sher schwer erklären und es ist mir oft einfach nur blöd, weil es sowieso kein Mensch versteht - bzw. nachvollziehen kann. Am schlimmsten sind für mich auch die hier schon oft erwähnten Gedächtnis- und Konzentrationsschwächen. Das ist auch total erschreckend. Man merkt das ja selbst, aber man kann nicht gegen an.
Als ich nach dreieinhalb Jahren Babypause wieder ins Berufsleben eingestiegen bin, hat sich so einiges verändert und zu dem haben wir noch eine neue Software bekommen. Ich hatte massive Probleme damit und wurde von meinen Kolleginen regelrecht geschnitten, weil es so aussah, als hätte ich keine Lust. Ich bin ein Mensch mit immer guter Laune. Und wenn das plötzlich umschlägt in Angst und Zurückhaltung auf Grund von Versagen wirkt es warscheinlich, als hätte ich keine Lust und drücke mich vor Aufgaben. Ich war sogar froh, dass meine Gallenblasenentfernung in diese Zeit fiel. Ja, ich ging lieber ins Krankenhaus als im Büro zu sein.
Das ist natürlich ein Teufelskreis. "Angst vor der Arbeit, das man auch allem Gerecht wird und die dadurch entstehenden Auren.
ICH WÜNSCHTE MIR SO SEHR EIN DICKERES FELL!!!!!!!!!!
Wenn ich mich dann wieder dabei erwische, mir alles aufzuschreiben und tausend mal zu kontrollieren, was ich mache, stimmt mich das sehr traurig und ich bin verzweifelt.
Ich bin sehr froh, das ich großen Halt in meine Familie habe. Sonst wüsste ich wirklich nicht, wie alles weitergeht.

Mein Neurologe meint, das könnte durch meine Medikamente kommen. Ich nehme Lamotrigin 200/200/300 mg/Tag und Carbamazepin 300/0/300 mg/Tag.
Wir haben uns jetzt darauf geeinigt, abends 100 mg Lamotrigin weniger zu nehmen. Bisher merke ich nach 2 Wochen noch keine Besserung.
Kann mir jemand vielleicht (auch aus Erfahrung) was zur Reduzierung bzw. erfolgreicher Umstellung berichten, wo die Merkfähigkeit und Konzentration sich bessert? Gibt es wohl auch eine Hilfe bei Auren?
Ich hoffe, ich habe nicht zu viel geschrieben und ihr habt mutmachende Erfahrungen für mich. Ganz ganz liebe Grüße, Steffi


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