Nach 10 Jahren
Hallo Renate,
Dein Mann hat zwei Krankheiten, die dazu verführen, nicht zum Arzt zu gehen. Weil sie sich im Augenblick nicht bemerkbar machen. Zum einen die Hypertonie, ich nehme an, dass er sie mit Ramipril gut eingestellt hat, weil er regelmäßig die Medikamente nimmt.
Eine Blutdruckmessung sollte immer mindestens einmal täglich zur selben Zeit erfolgen. Noch besser ist es, jeweils morgens und abends zu messen. Wenn sich bisher keine Spitzenwerte (der systolische Wert über 170 oder der diastolische Wert über 100) gezeigt haben, reicht es, ihn dreimal die Woche abends und morgens zu messen. Es empfiehlt sich ein Oberarmmessgerät.
Wieviel er vom Orfiril (Valproinsäure) nimmt, hast Du nicht geschrieben. Vom Carbamazepin nimmt er täglich 400 mg, oder?
Was die geschilderten Symptome angeht, tippe ich auf zwei Möglichkeiten. Wenn er echte Probleme mit dem Bluthochdruck hat und zudem nicht genug Schlaf bekommt, könnte es sein, dass er morgens ab und zu abknickt (Sekundenschlaf) und es nicht mitbekommt. So wie Du es schilderst, könnten es aber auch Auren sein. Und Auren sind in Augen der Ärzte bereits Anfälle.
Die Mittel gegen Epilepsie dürfen erst nach nochmaligem EEG und Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden. Und wenn der Facharzt es befürwortet, nur in ganz kleinen Schritten, so Ausdosierungszeitraum ungefähr zwei Jahre.
Beim Orfiril könnte ich verstehen, dass er sich davon trennen möchte oder zumindestens eine Reduktion anstrebt. Das Orfiril wirkt u. a. stark sedierend. Was das Carbamazepin angeht, weiß ich nicht, weil es schon zu lange her ist, als ich es genommen habe. Ich nehme jetzt den Nachfolger von Carbamazepin, das Oxcarbazepin und meine, dass ich besser damit zurechtkomme.
Oberstes Gebot sollte sein, dass Dein Mann anfallsfrei bleibt. Ohne jedes Risiko. Ein weiteres Wünscheswertes wäre, wenn er den Bluthochdruck gut bedienen kann. Denn Bluthochdruck unkontrolliert ohne regelmäßige Arztbesuche kann zum Herzinfarkt, zum Schlaganfall oder sofortigen Tod führen. Ich gehe davon aus, dass er versucht, die anderen Risikofaktoren wie Übergewicht, zu wenig Bewegung, ungesundes Essen, das Rauchen und das Trinken bei dieser Krankheit auszuschließen.
Sofern Du weitere Fragen hast, stelle sie ruhig. Vielleicht können wir dir dieses Mal auch wieder helfen.
Viele Grüße
Anton
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Renate,
14.05.2010, 17:30
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