Benachteiligung wegen anfälle

Andreas, Tuesday, 20.07.2010, 22:26 (vor 5874 Tagen) @ dannie89

Hallo Daniela,

es gibt ja sicher viele Eltern von epilepsiekranken Kindern hier im Forum, und manche haben sich bereits zu Wort gemeldet. Aber die Reaktionen Deines Umfeldes, wie Du sie beschrieben hast, zeigen, dass sich die Problematik nicht nur auf die Epilepsie beschränken lässt. Klar ist man mit einem kranken Kind oder Partner auch mal überfordert und wünscht sich, der ganze Spuk habe ein Ende. Man hadert mit dem Schicksal, dem man sich (grundlos?) ausgeliefert sieht. Die Aussagen Deiner Eltern gehen aber in eine viel bedenklichere Richtung, und daher vermute ich ganz stark, dass Deine Anfälle - zumindest die psychogenen Anfälle - in großem Umfang durch diese Familiensituation getriggert, d. h. ausgelöst werden.

Aus diesem Grund halte ich auch einen Epileptologen oder eine Spezialklinik für Epilepsie in Deinem Fall zunächst für die falsche Anlaufstelle. Hier braucht es eine spezielle Art der Psychotherapie, die diese Dynamik innerhalb der Familie mit einbezieht, sie analysiert und in der Therapie berücksichtigt.

Deiner Beschreibung nach lebst Du daheim in einem unglaublichen Spannungsfeld, d. h. die Mutter wünscht sich, Du wärst nicht geboren (!!!) und der Vater weiß sich nur mit Prügel zu helfen. DAS ist meiner Ansicht nach primär behandlungsbedürftig, und wenn man es schaffen sollte (was sicherlich ein schweres Stück Arbeit ist), diese Spannung - und sei es auch nur ein bisschen - zu lösen, bin ich mir sicher, dass auch Deine psychogenen Anfälle nachlassen.

Ich habe Dir ja an anderer Stelle schon geschrieben, an wen Du Dich wenden kannst, und ich hoffe, Du hast genug Mut und auch Kraft dazu, es umzusetzen.

Viele Grüße.

Andreas


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