Naturheilmittel

Ela, Sunday, 29.08.2010, 12:38 (vor 5834 Tagen) @ Andreas

@Dannie 89

Zunächst einmal hoffe ich, dass du in irgendeiner Weise von alternativer Behandlung profitieren wirst und du dich damit besser fühlst. Wäre schön, wenn Du berichten könntest, wie es Dir damit ergeht.

Zu Andreas Anmerkungen möchte ich dennoch einiges hinzufügen.

Daneben sollte man bedenken, dass die Homöopathie-Ausbildung sehr lern-, zeit- und auch kostenintensiv ist, genaugenommen hört das Studium nie auf.

Man sollte sich, wenn man sich in die Hände eines Heilpraktikers begibt, nicht scheuen nach seiner Ausbildung und Qualifikation zu fragen, denn leider gibt es in diesem Bereich keine festgelegten Ausbildungsvorschriften und dementsprechend ist es nicht auszuschließen, dass man jederzeit an ein "schwarzes Schaf" geraten kann.
Jeder, der einen Hauptschulabschluss und ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorzuweisen hat, kann sich beim Gesundheitsamt der Heilpraktiker-Prüfung unterziehen, die aus 60 Multiple-Choice Fragen (ähnlich der Führerscheinprüfung) und einer mündlichen Befragung besteht. Dabei wird lediglich versucht zu überprüfen, ob von dem HP eine Gefahr für die Volksgesundheit ausgeht oder nicht.

Eine Ausbildung an einer Heilpraktikerschule ist dafür nicht Voraussetzung.Man kann auch im Heimstudium einige Bücher durchackern.
Auch muss ein Heilpraktiker niemals vorher an einem Klienten geübt haben. Gehört der HP keinem Berufsverband an, besteht auch keine Pflicht zur Weiterbildung, geschweige denn eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen, die den Patienten bei Behandlungsfehlern wenigstens finanziell absichert.

Selbst im besten Fall ist die Ausbildung eines Heilpraktikers auf keinen Fall mit der eines Arztes zu vergleichen, der 5 Jahre und 6 Monate sein Metier studiert hat, in den klinischen Semestern und bei Famulaturen laufend Kontakt zu "wirklichen Patienten" hat und an ihnen "üben" kann. Nach weiteren 5 Jahren Weiterbildung kann derjenige seinen Facharzt (z.B. für Neurologie) machen. Ohne nachgewiesene Weiterbildungen verliert ein Arzt seine Zulassung und eine Berufshaftpflicht ist vorgeschrieben
(und wenn man sich fragt, warum sein Neurologe immer nur Zeit für5 Minuten-Gespräche hat, sollte sich mal vor Augen führen, dass dieser in etwa 35.- € im Quartal für die Behandlung eines Kassenpatienten bekommt, egal wie oft der nun in der Praxis erscheint... ein wichtiger Grund, warum es Menschen zu Alternativ-Behandlern zieht...die haben Zeit ohne Ende, weil sie die adäquat bezahlt bekommen...Cash durch den Klienten).

Jeder sollte also unbedingt überprüfen, in wessen Hände er/sie seine Gesundheit legt.

Verschwindend gering sind dagegen die Arzneikosten, und das ist - neben der Wirksamkeit - der Grund, warum die Homöopathie auch in ärmeren Ländern wie Indien überaus verbreitet ist.

Na ja Andreas, mit der nachgewiesenen Wirksamkeit hapert es wohl, weshalb wohl sonst die vielen Diskussionen über dieses Thema?! Was tatsächlich heilt, kann auch in Studien nachgewiesen werden und findet seinen Zugang in der medizinischen Behandlung.

Indien...ein Schwellenland mit vielen armen Einwohnern, ein Großteil der Bevölkerung lebt dort unter unsäglichen Verhältnissen. Wundert es da, wenn eine "Medizin" die billig ist, verbreitet ist? Ob Malaria, Filariose, Tuberkulose, Cholera und HIV mit Homöopathie in den Griff zu bekommen sind, dazu hat die WHO eine etwas andere Einstellung als andere.

MFG


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