MOSES
Hallo Musica,
ich habe vor ungefähr 10 Jahren während eines Klinikaufenthalts an einer Moses-Schulung teilgenommen. Vor Beginn habe ich eine dicke Mappe voller Informationen erhalten. Totalaufklärung über das Krankheitsbild Epilepsie. Und die wichtigsten Hinweise, wie Anfälle verhütet werden können.
Auch eine CD-ROM gab es gratis. In ihr wird deutlich gemacht, wie einfach ein Leben mit Epilepsie sein kann. Die junge Frau, die in dem Film in der Hauptrolle zu sehen war, habe ich später in einem Epilepsie-Zentrum als Patientin getroffen.
Zwei Hauptthemen waren dominierend. Zum einen die Anfallsverhütung durch rechtzeitiges Handeln während der Auren. Wir haben gelernt, dass es Patienten gibt, die selbst im letzten Moment durch bewusstes, richtiges Verhalten noch Wunder bewirken können.
Zum anderen wurde betont, dass es für den Betroffenen eine große Hilfe sein kann, wenn er die Krankheit öffentlich macht. Es wurde empfohlen, sich ein Schild auf den Rücken mit der Aufschrift „Epilepsiekranker“ zu kleben. Das habe ich für stark übertrieben gehalten, zumal Anfallskranke leider immer noch Stigmatisierungen ausgesetzt sind.
Deine Frage, ob es mir geholfen hat und ob mir das Wissen etwas gebracht hat, muss ich verneinen. Wie ich mich zu verhalten hatte, wusste ich. Mich zu outen kam überhaupt nicht in Frage. Das habe ich einige Male, seit ich anfallsfrei bin, gemacht und negative Konsequenzen daraus gezogen.
Das Gros der Bevölkerung hält Epilepsie für eine Geisteskrankheit. Oder sie geht davon aus, dass Epilepsie und ein nicht wacher Geist eng miteinander verbunden sind. Es wird allgemein angenommen, dass der Intelligenz-Quotient eines Anfallskranken bei weit unter 100 liegt.
Viele Grüße
Anton
gesamter Thread: