Schlafepilepsie? Wie schütze ich meine Zunge?

Mondenkind, Monday, 06.06.2011, 10:49 (vor 5552 Tagen) @ dieantje
bearbeitet von Mondenkind, Monday, 06.06.2011, 11:10

Hallo dieantje,

zu 1) Zungenbiss
die Frage mit der Zunge kommt hier immer wieder mal und auch verschiedene Tipps dazu, z.B. Bepanthen-Salbe, Kamistad Gel, Salbei, (vielleicht mal "Zunge" oben in der Suchmaschine eingeben), eine Knirscherschiene würde ich eher nicht empfehlen, ich kann mir vorstellen, dass es eher schadet. Es ist etwas im Mund, dass eigentlich nicht hineingehört und es wird ziemlich heftig dann im Mund "zusammengedrückt". Frag im Zweifel mal deinen Neurologen oder Zahnarzt.

zu 2) Medikamente
Ich nehme jetzt schon seit ziemlich genau 14 Jahren Antiepileptika ein, sie haben mir auf jeden Fall eher genutzt als geschadet (einmal musste ich ein Medikament wegen Allergie abrupt absetzen).

Die Epilepsie kann sich ändern. Das habe ich (und auch andere hier) schon mehrfach festgestellt. Sie kann sich zum guten, aber auch zum schlechten ändern. Es kann sein, dass du weiterhin nur alle paar Monate einen Anfall bekommst - oder auch , dass du keinen mehr bekommst. Aber es kann sich auch alles ändern, das habe ich am eigenen Leib erfahren.

Bei mir ging es auf und ab mit der Epilepsie - letztendlich stellte man eine Vernarbung fest - Ich habe mich dann vor knapp 1 3/4 Jahren operieren lassen, seitdem bin ich anfallsfrei - zurzeit meine längste anfallsfreie Zeit seit die Epi 1996 auftrat.

Ein geringes Risiko, dass ich einen Anfall bekommen könnte, ist immer noch da - und um dies so gering wie möglich zu halten, nehme ich 2 x am Tag brav meine Medikamente ein.

zu 3) Führerschein
Wenn die Anfälle konstant "nur" nachts auftreten, darf man nach 3 Jahren (wieder) Auto fahren. Aber genaueres wird dir dein Neurologe mitteilen.

Darfst du denn zurzeit noch Auto fahren, was sagt da dein Arzt?

Ich weiß, es ist hart, wenn man nicht mehr fahren darf... mich hat es vor5 Jahren selber getroffen (ich durfte nach mehreren Jahren Anfälle nur nachts meinen Führerschein machen und plötzlich kamen sie wieder tagsüber...)

zu 4) Arbeitgeber
Ich war am Wochenende auf einem Epi-Seminar und dort wurde ganz klar gesagt, dass man, sofern die Epilepsie die Arbeit nicht beeinträchtigt, man auch dem Arbeitgeber nichts sagen muss.

Sprich (bei deiner jetzigen Anfallssituation), wenn du in einem Hotel oder Krankenhaus arbeitest und auch mal nachts (auf Bereitschaft) arbeiten musst, musst du es deinem Arbeitgeber sagen.
Hast du einen geregelten Tagesablauf (z.B. wenn du in einem Büro arbeitest), musst du es deinem Arbeitgeber nicht sagen.

Was ich dir auf jeden Fall rate, ist zu deinen Spezialisten, sprich Epileptologen zu gehen - oder auch in eine Epilepsieklinik. Der gibt es hier in Deutschland ein paar (z.B. Bethel, Bonn, Berlin, Kehl-Kork).

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade das MRT in einer "normalen" Klinik nichts zeigte, aber in einer Epileptologie fand man bei mir durch ein MRT den (vermutlichen) Auslöser meiner Anfälle.

Liebe Grüße
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)


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