Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

Mondenkind, Friday, 20.01.2012, 12:59 (vor 5324 Tagen) @ Elli91

Hallo Elli,

Im Dezember und letzte Woche Montag hatte ich nur dasselbe Vorgefühl, die Neurologin nannte es Aura

Wobei die Aura auch schon als kleiner Anfall zählt: AURA: bewusst erlebter Anfallsbeginn vor weiterer Entwicklung zu einem fokalen Anfall mit Bewusstseinsstörung oder einem sekundär generalisierten tonisch-klonischen („Grand mal“-) Anfall

Heute war ich beim Neurologen, wo ein EEG gemacht wurde.
Im EEG waren leichte Spitzen zu sehen.

Wie Huge schon schrieb, wenn kleine Spitzen im EEG zu sehen waren, ist es wahrscheinlich, dass eine Epilepsie vorhanden ist.

Ich habe als Bedarfsmedikation Tavor verschrieben bekommen.

Ein gutes Hilfs-Medikament, das man sich auch ohne Hilfe geben kann.

Ich habe jedoch große Angst solch ein Medikament (Lamotrigin) einzunehmen und befürchte, dass es vorschnell gegeben wird, außerdem habe ich große Befürchtungen vor möglichen Nebenwirkungen, die ich so im Netz gefunden habe.

Im Internet findet man alles mögliche - gutes, und auch weniger gutes. Und auch wie Huge schon schrieb, würden diejenigen, die mit dem Medikament zurecht kommen, auch alle etwas dazu schreiben, sähe das anders aus.

Sind 2 Krampfanfälle in solch großem Abstand gleich auf eine Epilepsie zurückzuführen?

Ja, nach zwei Anfälle geht man für gewöhnlich von einer Epilepsie aus (bei mir lagen auch 8 Monate zwischen dem 1. und dem 2. Anfall)

Wie kann ich anderen Ursachen für diese Anfälle auf den Grund gehen bzw gibt es andere Möglichkeiten außer Antiepileptika?

Die Ursachen zu finden ist schwierig. Nur bei etwa 50 % der Menschen mit Epilepsie stellt sich die Ursache der Epilepsie tatsächlich heraus (z.B. Vernarbung).
Bei manchen löst z.B. zu wenig (oder auch zu viel) Schlaf Anfälle aus oder Flackerlicht in der Disko.

Mitte Februar habe ich noch ein MRT vom Schädel, allerdings soll ich bis dahin schon anfangen das Antiepileptikum zu nehmen!

Wo lässt du dies machen?? In einem "normalen" Krankenhaus oder gibt es bei dir in der Nähe eine Epilepsieambulanz?? Ich frage dies, da man bei mir bei den "normalen" MRT keine Vernarbung gesehen hat, erst bei einem etwas besserem (und teurerem) MRT in der Epilepsieambulanz kam meine Vernarbung zum Vorschein. Hätte ich mich also direkt in einer Epilepsieambulanz behandeln lassen, hätte ich über 10 Jahre gespart...

Vielleicht wäre dies eh ein guter Schritt für dich?? Da wird dir auf jeden Fall auf den Zahn gefüllt und wenn es einen Grund für deinen Anfälle gibt, werden sie ihn in einer Epi-Klinik auch herausfinden. Epi-Kliniken findest du im übrigen hier

Im Internet habe ich gefunden, dass man nach einem Jahr anfallsfreiheit seine fahrtauglichkeit zurück erlangt.Doch wer bescheinigt mir dies dann?

Du musst nirgendwo angeben, dass du nicht mehr Auto fahren darfst, bzw. musst du deinen Führerschein auch nicht abgeben. Wenn du ein Jahr anfallsfrei bist, kannst du mit deiner Ärztin reden und sie sagt dir dann (und schreibt es in ihre Mappe), dass du ab dann wieder Auto fahren darfst.
Ob du es dann machst oder nicht, liegt dann ganz bei dir. Da ist hier die letzten Tage auch immer wieder drüber diskutiert worden. Ich bin nach OP jetzt über 2 Jahre anfallsfrei, habe auch das ok von meinem Arzt und fahre jetzt seit ca. 4 Monaten wieder Auto - ohne Angst oder schlechtes Gewissen.

Ich hoffe, ich konnte dir einen Großteil deiner Fragen beantworten?! Wenn nicht, dann frag ruhig weiter. ;-)

Viele liebe Grüße
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)


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