@Bird-of-Prey

-chevere-, Sunday, 29.01.2012, 18:18 (vor 5315 Tagen) @ Bird-of-Prey

Hallo Bird-of-Prey,

wahrscheinlich ist es wirklich gefährlich, so etwas pauschalisiert in einem Forum zu äußern. Ich werde mich zukünftig besser davor hüten. Ich hatte nur das Gefühl, dieser fürsorglichen Mutter in dieser Form meine Anerkennung und Mut auszusprechen!

In meinem ganz speziellen Fall hat mich die Epilepsie dazu motiviert, gegen sie zu kämpfen. D. h. ich versuche mir nichts verbauen zu lassen, nur weil ich Epilepsie habe. Ich möchte es mir beweisen, dass ich mit Epilepsie genauso weit kommen kann wie andere ohne Anfälle oder Anfallsleiden.
Seit dem ich Epilepsie habe hat sich einiges an meiner Lebensart und Sichtweise Dinge zu sehen wesentlich verändert. Sprich ich bin durch die Erfahrungen und Hürden, die eine Epilepsie nunmal mitsichbringt enorm gewachsen. Und das v. a. deswegen, weil ich Freunde und Familie habe, die mir diesbezüglich den Rücken gestärkt haben, mir Respekt und Anerkennung schenkten. Durch die Diagnose hat sich unsere Familiensituation bspw. auf ein ganz anderes Augenmerk konzentriert und Dinge, die vorher als lästig und nervend pauschalisiert wurden sind ganz plötzlich Nebensache geworden. V. a. Mitmenschen um einen herum lernen zu schätzen, was Gesundheit bedeutet. Es ist nicht mehr alles auf Macht, Erfolg, Begierde und nutzlosen Aufregen gerichtet. Zumindest in meinem Fall, und ich weiß dass nicht jeder so ein Glück hat, dass meine Epilepsie vieles zusammengeschweißt hat, was vorher eher zebrochen dalag. Wir waren und sind wieder anders füreinander da.
Ich vermute, dass es den allermeisten Betroffenen so geht, die auch auf solche fürsorglichen Mitmenschen zählen können.
Natürlich wurde und wird auch mir die Fürsorge oft zuwieder, weil ich sie nunmal oft einfach nicht will. Von Mitleid ganz zu schweigen.
Ich hätte es mir und meinen Mitmenschen zuvor nicht so bewiesen, wie ich es jetzt tue, Dinge zu erreichen. Weil es nämlich möglich ist, obwohl man einen härteren Weg gehen muss.
Im Übertragenen Sinne heißt das nur für mich:
Meine Epilepsie ist mein Feind. Und ich bin immer noch ich. Sprich ich bin und will stärker sein als als meine Epilepsie und ich werde sie besiegen, indem ich meine Ziele erreiche!
Das ist mein ganz persönlicher Weg damit klar zu kommen.
Ohne meiner Epilepsie hätte ich niemals so ein Kämpferherz entwickeln können.
Aber damit jetzt nichts missverstanden wird! Ich wurde von Pessimisten zum Optimisten.
Ich hoffe so sehr und glaube daran, dass sie eines Tages verschwinden wird bzw. ich durch eine gute Therapie vollständig anfallsfrei werde.

Gruß, -chevere- ;)


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