Probleme in der Öffentlichkeit

uta melle, berlin, Tuesday, 17.04.2012, 22:43 (vor 5235 Tagen) @ Profiler

Hi Profiler.
Kurze Einleitung mit Anekdote:
Ich habe seit meinem 14.Lj das Janz Sydrom (generalisiert, idiopathische, Juvenile myoklonische Epilepsie mit GM's und Myoklonien).
Als ich das erste Mal nach Feststellung der Diagnose in die Schule kam - als vollpubertärer Teenie in einer Kleinstadt, in der jeder Mitschüler schon gehört hatte, dass ich irgendwie "heftigst rumgespastet" hatte - trat ich vor die Klasse, erklärte allen, dass ich eine Epilepsie habe, was das für eine Krankheit ist, was passieren kann, wie ein Anfall aussieht - mit Spasmen und so, wie man mir beim Anfall helfen kann, welche Regeln ich zu befolgen habe (kein Alkohol, kein Führerschein machen solange ich medikamentös nicht richtig eingestellt bin, das ich mein Leben lang Medikamente nehmen muss etc.) und welche historischen Personen auch ein Epilepsie hatten (ich war schon immer eine kleine Angeberin). Anschliessend habe ich gefragt, ob noch jemand Fragen hat. Keiner hatte Fragen und ich wurde niemals gemobbt oder schief angesehen! Das bedeutet in der Jugendzeit unglaublich viel.
Inzwischen bin ich 43 Jahre alt und habe mein Vorgehen nicht verändert.


Was ich damit sagen will: Leute, die wegen deines Behindertenausweises oder wegen der Info über Deine Epilepsie von dir zurückweichen oder schräg gucken, wissen einfach nicht, was das ist und denken eventuell, dass du sie gleich anspringst ;-)

Ich würde bei belanglosen Begegnungen einfach mit einem sanftem Lächeln oder einem freundlichen "na - ich fall Sie schon nicht gleich an..." reagieren. Bei wichtigen Begegnungen erkläre ich immer noch, was eine - bzw meine Form der - Epilepsie ist. Das funktioniert immer.
:-))


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