Facharbeit über Epilepsie.. Hilfe für praktischen Teil

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 12.05.2012, 11:46 (vor 5210 Tagen) @ Dragonheart

Kleiner Tipp, von jemanden, der seine Facharbeit schon länger hinter sich hat und im wissenschaftlichen Bereich etwas zu Hause ist:
"Normal" ist die ungünstigste, existierende Messgröße, weil diese sehr stark von persönlichen Empfindungen und der eigenen Wahrnehmung von sich im Kontrast zum persönlichen Umfeld abhängt. Ein normales Leben hängt für manche vom empfundenen Glück ab, für andere davon, einen bestimmten Beruf ausüben zu können.
Auch ist das Gefühl von "Normalität" in unserem Fall mitunter davon abhängig, wie lange der letzte Anfall zurückliegt.(Wenn z.B. jemand nach zehnjähriger Anfallsfreiheit gerade wieder einen bekommt und dann auf's Auto verzichten muss, wird er sich vielleicht sogar stärker eingeschränkt fühlen, als jemand, der ein, zwei Anfälle pro Jahr gewohnt ist und eine gewisse Routine im Umgang damit entwickelt hat.)
Vielleicht solltest Du noch einmal überlegen, Deine Leitfrage z.B. etwas auf einen Teilbereich des Lebens zu spezifizieren und dort auch "Messgrößen" für den Durchschnitt zu ermitteln(so nach dem Motto bewerten Sie auf einer Skala von eins bis fünf). So könntest Du Kontrollfragen einbauen, um zu sehen, in wie fern, der Antwortende Dir bzw. sich selbst gegenüber ehrlich antwortet.

Auch wäre es hilfreich, wenn Du die Altergruppen nach Jahren einteilen würdest. Ein Erwachsener ist - gerade für die, welche bald 18 werden - oft ein Volljähriger, zehn Jahre später betrachten sie das Verhalten von volljährigen jedoch gar nicht mehr als Erwachsen, sondern eher als jugendlich naiv.

Die Frage, welche Einschränkungen entstehen, kann man vor dem Hintergrund der eigentlichen Fragestellung in meinen Augen so stehen lassen, umfasst sie sowohl Einschränkungen, die tatsächlich von Außen entstehen, als auch ganz normale Hindernisse, die nur schwerer zu überwinden scheinen, weil man sie auf die Krankheit zurückführt und sich damit selbst psychisch ein Stück weit einschränkt.

Was mir noch nicht ganz klar ist, ist wie ich die Frage

Wie gehen sie mit dieser Krankheit um?

verstehen soll. Bezieht sich das auf die Psyche(Verdrängung <-> ständige Angst davor), auf den persönlichen Umgang damit in der Gesellschaft(verschweigen <-> offensiv anderen davon erzählen) oder auf Alltagsstrategien(z.B. grundsätzliche Vermeidung von Schlafmangel <-> sicherstellen, dass man ausschlafen kann, wenn man eine Nacht durchmacht).

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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