Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

mezeg, München, Wednesday, 06.06.2012, 16:44 (vor 5185 Tagen) @ teilchenschubse

Hallo,

habe gestern den Bericht im Fernsehen (ARD, ZDF oder beide) gesehen. Es wurde betont, dass der Verursacher des Unfalls sehr wohl wußte, dass er Epileptiker ist aber die Fakten immer noch nicht einsehen will. Der Andere sagte, dass er nur nachts Anfälle hat und dass es zu seiner persönlichen Freiheit gehört, fahren zu dürfen. Allerdings ist er bereits um die 70.
Da wurde auch von dem anderen Unfall gesprochen, diesmal aus Altersgründen, Brems- und Gaspedal wurden wohl verwechselt. Und dann natürlich die Diskussion: Es gibt keine Möglichkeit einen Führerschein einfach so einzukassieren, er wird wohl fürs Leben erteilt. Ob die Fahrer selber ihren Führerschein abgeben, usw. , mit 70 fährt man nicht mehr wie mit 18.
Persönlich würde ich ab einem gewissen Alter (70 oder so was) oder im Falle besonderer Probleme einen jährlichen TÜV vorschreiben, Allgemeinzustand, Reflex, Augen & Ohren, etc. und Ergebnisse und Empfehlungen dem Prüfling mitteilen allerdings auch wenn angebracht kein Fahrverbot oder direkte Mitteilung an die Behörden. Der Fahrer kann so auf Probleme aufmerksam gemacht werden, die er noch nicht gemerkt hatte. Wer den TÜV nicht macht, verliert seinen Führerschein bei der nächsten Kontrolle, wer gewarnt wurde, trotzdem fährt und einen Unfall verursacht, trägt die volle Verantwortung und verliert ebenfalls den Führerschein.

Mein Großvater fuhr lange, bis er einmal an einer Ampel etwas zu spät reagierte und in das stehende Auto einfuhr. Nur kleine Blechschäden, er fuhr sowieso nicht schnell, aber im Auto saß eine leicht behinderte, was ihn sehr belastete, obwohl sie kaum Verletzung davon trug. Er hat sie und den Fahrer großzügig entschädigt und das Auto verkauft.

Wie kann man weiterleben, wenn man aus eigener Schuld vier Menschen das Leben genommen hat?

mezeg

P.S. Übrigens habe ich gut reden: den Führerschein habe ich nie gemacht, nicht deswegen, sondern einfach, weil ich nicht rechtzeitig dazu kam.
Nichtdestoweniger will mich meine ältere Tochter das Radfahren strikt verbieten: Ich könnte doch in eine Gruppe rasen und Todesfälle verursachen. Na ja, um bei kompletter Bewußtlosigkeit das Fahrrad auf 100 KmH zu bringen, muss ich noch recht viel üben. Nicht einmal im Wachzustand schaffe ich es...
Aber ich muss wieder damit rechnen, dass sie wieder angreift. :-(


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