Für irgendwas muss es gut sein…

mezeg, München, Monday, 18.06.2012, 23:02 (vor 5172 Tagen) @ sandytimmy

Hallo,

Ja, Kontakte kann man schnell verlieren, wenn man nicht mehr als voll "einsatzfähig" ist. War z.B. ehrenamtliche Tourenleiterin mit dem besten Durchschnitt an Teilnehmern, weil ich zwar routiniert aber nicht rasend schnell radle, auf Landschaft setze, die Tour gerne mit etwas Kultur "nachwürze", und das Ganze eher als "Pfadfinder für Erwachsene" betrachte. Es kamen auch viel bessere Radler, die aber an dem Tag es gerne entspannter anging, zwar manchmal schon etliche KM aber Zeit untereinander zu reden, Fotos zu machen, zusammen einkehren usw. Nach der Tour gab es meist noch Zeit für ein fröhliches Zusammensein mit den "Stammradlern".

Als ich aber die Situation erklärte, wurde mir das Tourenleiten vom Vorstand verboten, weil "grobfahrlässig mit bedingtem Vorsatz"! Damit sind sehr viele Kontakte zu Kollegen und natürlich noch mehr zu Stammradlern verloren gegangen. Sicher, es gibt noch welche, womit ich mich privat treffe. Und längst bekannte Radler, die nach mir gefragt haben, mich grüßen lassen und wenn wir uns zufällig in der Landschaft treffen, ist immer ein kleiner Ratsch drin. Zu den meisten habe ich aber den Kontakt verloren, auch wenn sie mich keinesfalls ablehnen.

Dann Leute wie meine ältere Tochter, die mich meinen kleinen Enkel nur selten und nur "unter Aufsicht" sehen läßt. Weil diese Achterbahn sehr schmerzhaft ist, mal nein, mal vielleicht, mal doch nicht, versuche ich sogar, nicht an ihm zu denken. Dabei hat er seine "Omi" lieb und von der anderen Seite gar keine.

Hatte auch einen Mini-Job (Büro) bei einem selbständigen Sportlehrer. Hatte ihn über meine "überhöhte Stressanfälligkeit" informiert, zuerst ging es wie immer weiter, dann bekam er einen Wutanfall - weil sich in meiner Abwesenheit eine von mir eingerichtete Excel-Tabelle sich geändert hatte! Den Kontakt habe ich abgebrochen, weil ich wegen ihn keine Risiko eingehen wollte.

Dann verliere ich auch meinerseits Interesse an Leute, die mich nicht akzeptieren wollen, wie ich eigentlich bin (zwar kein Engelstyp, aber...). Eine meiner Schwester, sagt, sie sei jetzt die einzige "Normale" in der Familie. Eine sehr langjährige Freundin, die mich nun weder anruft noch besucht. Andere, die informiert sind, aber weiterhin die üblichen Leistungen ohne jegliche Einschränkung verlangen. Bin nun soweit das Telefon desöfteren stumm zu schalten. Und habe z.B. heute einen Anruf auf dem Display gesehen und gewußt: Sie wollen wieder was von mir und zwar im letzten Moment. Habe nicht zurückgerufen.

Und natürlich Kontakte, die ich schleife lassen, weil ich fürchte (nicht unbedingt zu Recht), abgelehnt zu werden.

Aber wie eine gute Freundin dazu gesagt hat: "So kann man den Spreu vom Weizen trennen!"

Und ich kann mich auch gut mit mir alleine beschäftigen!

mezeg

P.S. Die Reaktionen, ob negativ oder positiv, sind zumindest bei mir altersunabhängig


gesamter Thread: