Sprach- und Wortfindungsstörungen

mezeg, München, Sunday, 15.07.2012, 19:45 (vor 5146 Tagen) @ Musica

na ja, beruflich... Bin wegen Konkurs meiner Firma bereits im Vorruhestand und in zwei Tagen sowieso 65.
Mein Problem ist eher, dass ich es noch nicht ganz fertig bringe, zu meiner Epilepsie zu stehen. Ich fürchte dadurch abgelehnt zu werden und fühle mich auch beobachtet, z.B. von meiner jüngeren Tochter. Nehme ich einen unerwarteten deutschsprachigen Telefonanruf an, wenn ich gerade in einem franz. Gespräch vertieft war, meint sie mein Deutsch hätte sich verschlechtert. Sie findet ein Blatt auf meinem Küchentisch und fragt entsetzt "Hast Du es geschrieben??". Habe ihr den Stift in die linke Hand gedrückt. Wegen eines früheren Katers löse ich Kreuzworträtsel und sonstige mit der linken Hand und amüsiere mich manchmal, das Schreiben links zu üben.

Ich möchte eben nicht, dass der Verdacht aufkommt, ich ticke nicht richtig. Deswegen versuche ich immer noch Sprachprobleme zu kaschieren. Und ich habe auch Angst, dass dieses Sprachproblem doch mal in einen echten GM-Anfall entartet. Wenn es aber weiterhin nicht passiert, werde ich es wohl gelassener nehmen.

Bei meiner früheren Arbeit hätte es wohl kaum gestört, habe die meiste Zeit alleine gearbeitet und hatte kaum an Konferenzen teilzunehmen. Allerdings bin ich auch ehrenamtlich engagiert, halte z.B. hier und da Vorträge für Sozialzentrum und/oder Frauenkreise, bis jetzt bin ich nicht aufgefallen aber die Angst bleibt.

Und wie gesagt, mit der Mehrsprachigkeit finde ich meist eine Ausrede: Trotz verzweifelter Suche finde ich (nicht aus Altersgründen, ich spüre schon die Störung) weder "Erdrutsch" noch "glissement de terrain" und nur "frana" brennt im Kopf? Ganz normal, nicht wahr, es erfolgte doch in Italien! Oder ich finde eben nicht den Schalter von franz. ins deutsch? Kann doch passieren, oder??

Ich fange allerdings nun an, es zuzugeben und mich nicht mehr so heftig dagegen zu wehren.

Lg

mezeg


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