kleine Absenzen

mezeg, München, Monday, 29.10.2012, 17:46 (vor 5040 Tagen) @ Tablettenschlucker

Hey Lukas,

beim letzten EEG hatte ich nichts zu tun, bis auf betonte Atmung 2 mn lang und dann am Ende allein gelassen. Bei der Bewertung sagte eben der Epileptologe, daß man bereits auf dem EEG sieht, daß ich operiert wurde - wohl auch wenn man davon nichts wußte -, weil das geöffnete Gebiet etwas langsamer reagiert. Nur da, sonst nirgends, keine epileptische Reaktionen. Das Gebiet um die OP hatte sich auch in dem Jahr danach verschlechtert - nicht nur die Narbe selbst, sondern auch das Ödem rundherum - , was mir Radiologin wie Neuro-Chirurg sagten. Sie waren aber nicht davon überrascht und meinten, es müßte dabei bleiben. Übernächste Woche MRT und dann Großhadern, mir ist schon etwas bange. Ich melde mich danach.

Komischerweise ist mir diese "langsamere" Reaktion nicht unangenehm: Geschnipselt wurde im Bereich des Sprachzentrums, ich wurde auch gewarnt, daß es Probleme geben könnte. Das könnte viele meiner "Auras" erklären: Schwierigkeit ein "gefühltes" Wort in Form zu gießen, kurze Lese- oder Verständnisunfähigkeit. Dabei kann ich immer klar denken aber die Verbindung nach "außen" ist gestört. Aber schließlich ist es von sehr kurzer Dauer und ich versuche auch nicht mehr, es zu kaschieren, was viel Energie - meist umsonst - verbrauchte.

Und ein ausführliches Gespräch mit "meinem" Neurologen war äußerst positiv. Er ließ sich die Problemen beschreiben, und schließt epileptische Vorzeichen aus.

Also einerseits kurze Sprachprobleme und hohe Reizbarkeit, wenn ein Gespräch sich im Kreis oder noch schlimmer spiralenförmig dreht, da motzt das Sprachzentrum etwas. Und sonst wohl Nebenwirkungen vom AE, keine Persönlichkeitsänderung "nur" Verstärkung mehrere Charaktereigenschaften.

Weil er mir gesagt hat, daß ich mit Anfällen nicht mehr zu rechnen habe - bin schließlich nun seit 13 Monaten "ohne" - , bin ich unheimlich erleichtert und nicht ständig mißtrauisch beobachtend, was in meinem Kopf passiert. Habe letzte Woche eine aufkommende beunruhigende "verschwommene Erinnerung" erfolgreich zurückgeschoben. Ich bin fast sicher, daß es sich um ein echtes Erlebnis handelt, versuche aber nicht, es zu präzisieren, weil dadurch Unruhe aufkommt. Nichts wichtiges dazu: Es wären mal unheimliche Geräusche mit Metalldosen o.ä. produziert worden, um an Geistern glauben zu lassen. Ich denke, vielleicht ein TV-Film. Ich darf mich allerdings nicht allzusehr darauf konzentrieren.

Seit zwei Wochen bin ich auch ohne diese Vorzeichen - oder Auras - , obwohl in der Zeit heftige Probleme erfolgten. Ich versuche mich nicht mehr so scharf zu beobachten, wenn es lt. Neurologe doch nicht zu Anfällen führen soll, warum daran denken?

Ich weiß, mich hat es nur gestreift, die OP hat nur noch Probleme-Bröseln hinterlassen. Und ich richte mich ein: akzeptieren und nicht mehr versuchen, mich zu verstecken, dazu stehen und sogar in die Offensive gehen und darüber sprechen. Ich wünsche, Du könntest in einer ähnlichen entspannten Stimmung kommen!

mezeg


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