schon mal einen Anfall live gesehen?

mezeg, München, Thursday, 10.01.2013, 17:23 (vor 4966 Tagen) @ jess87


das stimme ich ja auch zu, aber trotzdem gibt es dinge die kleine kinder nicht unbedingt sehen muss.

Hallo,

steige irgendwie unterwegs ein... Und zwar auf dem Punkt, was kleine Kinder sehen dürfen, können, etc. Eine persönliche Erfahrung, die eigentlich mit Epilepsie nichts zu tun hat.

War vor etlichen Jahren (noch "nicht") bei meiner Familie mit den Töchtern. Wir saßen an einem Samstagnachmittag vor dem Fernsehen, es war ein Programm à la carte. Dann kam eine Episode der Serie "Mit Schirm, Charme und Melone". Eine Horror-Episode, wo der Mörder als "Vogel" mit eisernen Schnabel und Krallen an Füßen und Händen ausgerüstet war, um die Wände hoch zu klettern und zu töten. Die Töchter schrien und wollten davon laufen. Ich zwang sie aber dabei zu bleiben und sprach ruhig dazu. Ich wollte einfach nicht, daß sie auf so einem schrecklichen Erlebnis bleiben und wußte, daß diese Sch...-Episode nur "gut" zu Ende gehen kann. So sahen sie, wie der Täter erwischt und neutralisiert wurde. Sie sprachen später zwar noch davon aber "entspannt". Das "Problem" wurde doch neutralisiert.

Besuchte kurz danach eine schwangere Freundin, die viel im Bett bleiben mußte, der Ehemann war auf See. Sie ließ also notgedrungen ihre Kinder Fernsehen schauen, rief sie sofort zu sich, als sie die Schreie hörten. Die Kinder sahen also nicht die Abwicklung und bekamen nächtelang Albträume.

Wenn ein Kind einen Anfall also miterleben muß, was theoretisch überall auch von Fremden passieren kann, wichtig ist es ihm ruhig zu erklären, sie verstehen doch unheimlich viel, wenn man sie ernst nimmt. Ich betreue ab und zu eine 6-jährige. Habe vor kurzem erklärt, daß ich mal Sprachschwierigkeit bekomme, stottere oder nicht reden kann, es hat mit meinen Kopfproblem zu tun - sie weißt sehr grob, worum es geht. In so einem Fall brauche ich eine kurze Sprachruhe, sie soll bitte schweigen, bis ich sie anspreche. Sie ist stolz über das Vertrauen, das ich ihr entgegen zeige und sie würde bestimmt jetzt nicht durchdrehen, wenn es mir "auffallend" in ihrer Gegenwart passieren würde. Kinder würde ich ihrem Alter entsprechend informieren und einfache "Lösungen", sprich Verhaltensregeln erklären.

mezeg


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