Ohren auf, dann macht´s klick...
Hallo,
es hat mich erst in reifen Jahren erwischt und es kam nur zu 3 GM-Anfällen tagsüber nach der OP. Aber weiterhin Auren und akutes Sprachproblem: Plötzlich im Satz stecken bleiben, kein vernünftiges Wort mehr herausbringen, stammeln. Dazu Stromwelle und Panik.
Ich fürchtete als Geistesgestörte empfunden zu werden, dazu hatte meine Mutter Alzheimer und dann macht man sich Gedanken...
Dann passierte es mir in einem entspannten Gespräch im Straßencafé mit einem langjährigen Radlerfreund. Ich ruderte verzweifelt, um es zu kaschieren. Zwecklos, er kennt mich seit zu langer Zeit. Blieb aber vollkommen gelassen: "Laß Dir Zeit, ich gehe inzwichen zur Toilette". So konnte ich mich in den Sessel zurückfallen lassen und nicht mehr versuchen etwas bestimmtes zu denken. Als er zurückkam, konnte ich wieder nochmal sprechen und er sagte noch: "Es ändert doch nichts!"
Dadurch ermutigt habe ich erste Versuche unternommen, nicht mehr alles kaschieren zu müssen. Erster Test: der 14-jährige, der bei mir übernachtet, wenn er Abendtraining hat. War mir mit ihm bereits passiert, ich schob es auf die Mehrsprachigkeit. Jetzt habe ich es ihm erklärt. Ganz ruhig die Reaktion: "Wie soll man sich in dem Fall verhalten? Wie lange dauert es? Wann soll ich Dich wecken?" Und es lief alles normal weiter. Seine Mutter: "Mein Vater war Arzt, mein jüngerer Bruder ist leicht behindert... "
Dann vorsichtige kleine Versuche bei Personen, womit ich Sprachprobleme haben könnte und mich nicht mehr kaputt machen wollte. Allgemeine Reaktion: Wie soll man sich verhalten, wenn man einem Anfall beiwohnt? Dazu viel - positiv - neugierige Fragen und es geht in das Alltagsgeschäft wieder. Ich glaube, kritisch ist eigentlich nur, daß die Leute nicht wissen, was es genau ist, und wie sie sich verhalten sollten. An allgemeine Aufklärung fehlt es einfach.
Habe gesehen, daß ein Aufklärungsvortrag über Epilepsie nächste Woche in meiner Nähe gehalten wird. Betroffene und Angehörige sind auch eingeladen. Werde mich diskret in die Zuhörerschaft mischen und Vortrag wie Reaktionen beobachten.
Also kein Schild an der Brust tragen, aber mit ausgesuchten Bekannten das Thema ansprechen. Ich bekomme selten Ablehnung deswegen und in dem Fall sind diese Leute nicht wert..
VG
mezeg
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Jenni86,
28.01.2013, 08:23
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Green,
28.01.2013, 08:26
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Jenni86,
28.01.2013, 08:31
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28.01.2013, 08:38
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Jenni86,
28.01.2013, 08:41
- Ohren auf, dann macht´s klick... - Green, 28.01.2013, 08:44
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- Ohren auf, dann macht´s klick... - mezeg, 28.01.2013, 08:44
- Positive Wirkung der Aufklärung - mezeg, 28.01.2013, 20:11
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Green,
28.01.2013, 08:26