Epileptischer Anfall

sandra79, Thursday, 16.05.2013, 18:23 (vor 4840 Tagen) @ Sylvi1970
bearbeitet von sandra79, Thursday, 16.05.2013, 19:12

Hallo Sylvi,

ich bin zwar selber Epileptiker und keine Angehörige, kann aber deine Gefühle wahrscheinlich durch die vielen Gespräche mit meinen Eltern ziemlich gut nachempfinden.

Ich habe Grand mal, d.h. ich kipp um und krampfe. Da ich dabei völlig weggetreten bin krieg ich ihn selber auch eigentlich nie selber mit, sondern nur durch Erzählungen. Meine Verletzungen habe ich eher mit Humor genommen (Nasenbruch, Kniescheibe gebrochen, Schulter ausgekugelt etc.). Für meinen Vater war besonders schlimm, dass er mich nicht beschützen konnte. Er war immer ein ruhiger Typ im Gegensatz zu meiner Mutter, nach jedem Anfall ist sie immer laut und hektisch, zumindest empfinde ich es so, wenn ich "aufwache", was allerdings überhaupt nicht der Fall wäre. Einer von uns hat also eine schlechte Wahrnehmung und ich behaupte einfach mal, dass meine Mutter die Hysterie selber gar nicht selber mitkriegt oder
ich einfach danach hyperempfindlich bin ;-)
Ob dein Sohn weitere Anfälle bekommen könnte, kann ich natürlich nicht beantworten, es würde mich allerdings auch nicht wundern. Ich hatte meinen ersten Anfall mit 13 und werde jetzt 34 und habe wahrscheinlich schon ziemlich viele Phasen an Epilepsie mitgemacht, das meiste kam und ging irgendwann wieder, außer leider die GM :-| .
Da ich meine Anfälle ja selber nicht mitbekomme, konnte ich es auch nie richtig verstehen, warum meine Eltern immer so aus den Häuschen waren. Falls das bei deinen Sohn genauso sein sollte, zeig ihm mal einen Anfall aus dem Internet... mich hat es geschockt, zu sehen, wie ich dabei aussehe.

Der Tipp vom Arzt, genauso weiterzuleben, wie bisher, ist zwar nett gemeint, allerdings nicht wirklich machbar :-( . Deine Angst wird bleiben und meine Mutter ist jedesmal besorgt, wenn ich alleine bin, oder ausgehe. Verbieten würde ich allerdings nichts, dass macht nur bockig ;-) .
Meine Familie ist etwas beruhigter, wenn ich einige Regeln einhalte, wie z.B. immer ein Handy mitzunehmen ( bei deinem 16-jährigen Sohn wahrscheinlich kein Problem:-D ) und - das fand ich als Jugendliche ätzend - auch ein Freund davon Bescheid wissen sollte, was zu tun wäre. Das beruhigt auch ein bisschen.

Verhindern kannst du den Anfall eh nicht, also wird dir nichts anderes übrig bleiben, als dich damit zu arrangieren, so grausam das auch klinkt.

Ich persönlich bin schon fast "froh" Epileptikerin zu sein, wenn mich schon eine Krankheit erwischen musste und ich nicht an Schläuche gefesselt bin. Vielleicht kannst du es ja ähnlich sehen.

LG und natürlich ganz viel Kraft
Sandra


gesamter Thread: