Anfälle nach Bestrahlung

mezeg, München, Sunday, 19.05.2013, 15:00 (vor 4837 Tagen) @ keki

Hallo Keki,

bin wie Du erst in reiferen Jahren mit Epilepsie konfrontiert worden. Auch wegen einer Tumor, bei mir links-temporal. Vor der OP reklamierte das Hirn bereits mit GM-Anfällen aber nur nachts, bis alles klar wurde, hat es eben Zeit gebraucht.

Durch die Narbe bei der OP bin ich doch Epileptikerin geblieben, nun aber nur tagsüber. Drei "echten" GM-Anfälle mit Bewußtlosigkeit - oder Amnesie - intelligenterweise aber nur in der Wohnung, also in Sicherheit und ich wachte im Bett wieder auf. Laut Neurologen sei nach einer OP das Risko etwa 50%

Wurde auf Lamotrigin eingestellt. Hat ein Bißchen Zeit - rauf und runter - gebraucht, bis man an die richtige Dosierung kam.

Solche Auras wie Du kenne ich auch, ich nenne sie "verschwommene Erinnerungen", wie bei solchen Träumen, die man kurz nach dem Einschlafen oder kurz vor dem Aufwachen bekommt und dann wieder wach vage in Erinnerung hat. Manchmal versuche ich sie "scharf zu stellen" und bekomme manchmal den gleichen Ablauf einigermassen wieder.

Fühlt sich so bei Aura und ich spüre immer die Versuchung, sie "scharf zu stellen", was ich doch so nah an die Lösung sei und dann es endlich unschädlich machen könnte.
Für mich gefährlich, spüre wie die "Drähte heiß werden". Also möglichst schnell wegdenken.

Einen Fall glaube ich entzaubert zu haben. Es handelt sich wohl nicht um eine präzise Erinnerung sondern um ein Mix aus mehreren ähnlichen, dazu meine Grundeinstellung zu der Problematik: "Beschreiben Sie mir das Problem möglichst detailliert, damit ich Ihnen eine maßgeschneiderte Lösung mit VBA programmiere."
Auch in Vergangenheitsform: "Hätten Sie mir gesagt..., dann..."
Kommt nun nicht mehr.

Im Allgemein ist alles ruhiger geworden. Bleiben allerdings deutliche Sprachblockaden: Ein Wort finde ich partout nicht oder nicht der gewünschten Sprache. Im besseren Fall verwende ich ein Synonym oder eine Periphrase. Irgendwie schaufelt sich das Wort von weit weg in die jetzige Sphere.

Sieht so aus, wie am Automat hergestellte Bilder: Das Bild kommt zuerst nur mit einzelnen Farben, dann wieder eingesaugt, mit zusätzlichen Farben raus und wieder eingesaugt etc. bis es fertig ist. So empfehle ich die "normalen" Sprachblockaden.

Bilder spielen oft eine wichtige Rolle. War man mit einer Landsmännin im französischen Gespräch und fand das Wort für diese Attraktionen am Rummelplatz nicht. Also beschrieben. Die Freundin wußte das französische Wort auch nicht (!!??), sagte aber "Achterbahn"... Ja, ich empfand schon als richtiges Wort in deutsch... aber etwas stimmte nicht. Dann kam mir das Adjektiv, "russes", es ist franz. ein Doppelwort. Dann die Gewißtheit, daß das Substantiv weiblich und mehrzahl war...
Im Laufe des folgenden Gesprächs - inzwischen über andere Themen - "flashte" sich das gesuchte Wort ein: "Montagnes" (Berge), also Montagnes Russes.

Und dann verstand ich, was mit "Achterbahn" doch nicht stimmte: Achterbahn hat eben die Form eines 8 (mehr oder weniger...), die Montagnes gehen runter und rauf aber nicht kurvig, also ein vertikaler flacher Schnitt. Achterbahn geht runter und rauf aber auch rechts und links. Ein ganz anderes Bild.

Dann die "mittlere" Blockaden. Es kommt die Unruhe und dann bin ich kurzzeitig nicht in der Lage einen kompletten Satz zu sagen - und in Worten zu denken - und stammle nur etwas. Ob es irgendeinen Sinn hat, weiß ich nicht. Ist in solchen Fällen mir manchmal gesagt worden, ich hätte französisch gesprochen aber diese Leute kennen die Sprache nicht. Wäre es für Muttersprachler verständlich gewesen?

Vor kurzem mit meiner (franz.) Nichte, als ich gerade ankam und sie zur Kasse vorbeiging. Ich glaube abgebrochen und kaum verständlich gesprochen zu haben aber sie zeigte keine besondere Reaktion. Was es doch verständlich oder hat sie einfach nicht reagiert, weil sie Bescheid weiß? Muß sie doch fragen.

(Fortsetzung im anderen Block - bin wohl wieder zu gesprächig...)


mezeg


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