Epilepsie wegen Schlafentzug

mezeg, München, Friday, 19.07.2013, 11:41 (vor 4776 Tagen) @ frank_70

Hallo,

mal durcheinander...

Nur Lamotrigin 100 mg (auf dem ganzen Tag verteilt, d.h. 50 morgens und 50 abends) hatte ich eine Weile genommen, obwohl der Neurologe meinte, es sei zu wenig und im Blut nicht nachweisbar. Verordnet hatte er 200 mgr. Über diese "Zwischenphase" hatte ich ihn informiert.

Dann habe ich 2 GM-Anfälle mit dieser Mini-Dosis bekommen, einmal im August (Auslöser der Medis GM im März) dann im Oktober. Habe die Waffen niedergelegt und doch auf 200 mgr aufdosiert. Keine GM seitdem.

Das Schlafproblem hatte ich auch, jedesmal stärker, wenn ich die Dosis vorschriftsmässig aufdosiert habe. Bin mehrfach nachts mit brennendem Mund aufgewacht, mußte trinken - keine große Menge, vielmehr die Mundschleimhaut befeuchten - und hatte große Schwierigkeiten wieder einzuschlafen.

Bei der letzten Aufdosierung auf 250 mgr (weil ich noch Auras & Co. bekam) ging es wieder los und mit 250 wurde es so stark, daß ich immer schlechter schlief und sogar zwei "Absences" bekam, mal in der U-Bahn, mal an der Supermarkt-Kasse. Ich dachte, es muß umgestellt werden und als ich die Entscheidung traf, nahm ich an dem Abend nur 100 mgr statt 125. Ich kann nicht sagen, daß ich die Nacht "gut" geschlafen habe aber es war "weniger schlecht". So habe ich es lieber etwas weiter gemacht, bevor ich zum Neurologen ging. Wegen der "Absences" war er unerfreut - "nicht logisch!" - und überwies mich zu einem "Super-Epileptologen". Den Termin habe ich erst drei Monate später bekommen und flehte um einen Schlafmittel, um ab und zu eine Nacht durchzuschlafen. Der Neurologe verschrieb mir Zopiclon aber "maximal 2 x die Woche!".

Habe ich mich strikt daran gehalten und sehr schnell die Zeitspanne verlängert. Dann hat sich das Schlafverhalten langsam gebessert bis auf fast normal, noch dazu im "höheren" Alter ist es nicht immer perfekt. Wie wäre es, wenn Du um einen leichten Schlafmittel bitten - Zopiclon soll sich mit Lamotrigin gut vertragen - und Dich natürlich damit brav und zurückhaltend benehmen würdest? Wenn Du einigermassen gut schläfst, erleichtert es die Konzentration. Bei so einer Arbeit, wie Du machst, ist man sowieso sehr angespannt - ich weiß noch von der Zeit vor dem Abitur... vor langen, langen, langen Jahren.. :-D :-D

Eine andere Möglichkeit hat der Super-Epileptologe erwähnt, Lamotrigin asymetrisch zu nehmen, 150 mgr morgens, 100 abends, das Schlafen wurde weniger darunter leiden. Bin übrigens nur "Tag-Epileptikerin" seit der OP. Also eher tagsüber dämpfen.

Übrigens: Seit ich eigentlich normal schlafe - Störungen wegen üblicher Aufregungen und Problemen und fortgeschrittenes Alter, also logisch, habe ich keine diese zu meinem epileptischen Profil "unlogische Absences" mehr. Ich war damals einfach nie ausgeschlafen.

Ich nehme weiterhin 150 - 0 - 100 Lamotrigin, es schwimmt mir nichts mehr "in der Suppe", ich bin ausgeglichen - von meinem "früheren Reaktionsfähigkeit" abgesehen, also emotional nicht "platt-gedrückt". Wenn mir etwas zu brenzlig wird, "überhöhte Streßanfälligkeit" laut Diagnose, ziehe ich mich einfach auf meiner Insel zurück. Es wird inzwischen von meiner Umgebung problemlos akzeptiert.

Für Deine Arbeit wünche ich Dir "à la française" Merde! Das eigentliche Wort darf nicht ausgesprochen werden, es könnte Un... bringen.

mezeg


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