Sohn hat einfach Medikamente abesetzt

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 25.07.2013, 14:25 (vor 4770 Tagen) @ silvi2501

Um das ganze einmal besser nachvollziehen und Dich besser verstehen zu können - wie viele Medis hat er denn in der Zeit durchgemacht und war er auch einmal in einem Epilepsiezentrum oder immer nur bei ein und demselben Neurologen? Und was für eine Epilepsie hat er denn eigentlich? Nehme ich richtig an, dass Du bei den Anfällen von den großen Grand Mal - Krampfanfällen sprichst? Hatte er schon einmal einen status epilepticus? War er/wart ihr schon einmal auf einer MOSES-Schulung (Modulares Schulungsprogramm für Menschen mit Epilepsie).

Er hat in den letzten 16 Jahren viele Anfälle gehabt, war oft im Krankenhaus

Was verstehst Du unter viel?

Nun hat er im Januar diesen Jahres einfach seine Medikamente abgesetzt. Ich komme damit überhaupt nicht klar, dass er sein Leben so aufs Spiel setzt.

Die Behandlung von Epilepsien kann ganz schön frustrierend sein, weil sie ja nicht immer gleich so anschlägt, wie man sich's wünschen würde und für einige wenige findet sich ja leider auch keine Lösung. Und manche bekommen ja dann zu allem Unglück auch noch die volle Breitseita an Nebenwirkungen zu spüren. Und eine Ablehnung von anderen wegen der Epilepsie zu erfahren, ist sicherlich unschön. Da bin ich persönlich froh, dass die Epi bei mir erst kam, als die schlimmste Zeit der Pubertät vorbei war.

Nun kommt noch dazu, dass gestern sein bisheriger Neurologe seine Weiterbehandlung ablehnt, wegen mangelndem Vertrauen.

Das ist sicherlich keine schöne Erfahrung, kann aber auch die Chance auf einen Neubeginn sein, wenn er es schafft, sich auf einen anderen Arzt einzulassen. Ich denke, ein guter Schritt, ihn vielleicht dorthin zu bringen, könnte sein, ihn auf Angebote von z.B. sogenannten psychosozialen Beratungsstellen aufmerksam zu machen. Z.B. bieten die Rummelsberger Dienste solche an. Es könnte ihm vielleicht helfen einmal mit jemand anderes als Dir darüber zu sprechen. Seine Eltern will man ja auch nicht immer mit allem belasten.
Und Du könntest Dir dort vielleicht auch einmal etwas Balast von der Seele reden und Hilfe holen, wie Du ihn am besten Unterstützen kannst.

Ich bin die einzige Person, die er noch hat.

Geht er denn in z.B. einen Sportverein? Abgesehen davon, dass Sport in Maßen sowieso gesund ist und auch bei vielen eine temporäre, anfallspotentialsenkende Wirkung haben kann, könntest Du versuchen, ihn darüber wieder in Gesellschaft zu bringen. Ein paar positive Erfahrungen mit anderen Menschen könnten ihm sicherlich nicht schaden.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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