Oxcarbazepin

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 29.08.2013, 09:49 (vor 4735 Tagen) @ Melusine

Egal wo, überall liest man, dass OCX ein sehr starkes Medikamnent ist usw.

Wo überall liest Du das denn überall? "Stark" ist immer sehr relativ. Du wirst im Internet in der Regel mehr negative Aussagen von z.B. Hilfe suchenden über ein Medikament finden, als positive. Denen, denen es von gleich auf jetzt mit etwas wunderbar geht, machen sich eher selten auf die Suche nach einem Forum wie dem hier und schreiben ihr "Juhuu, mir hilft dieses und jenes super.".

Ich nehme es ja erst seit 4 Wochen und bisher ist nur 1x diese Woche ein Med.spiegel abgenommen, aber kein BB, wegen Leberwerten u.a. z. B. Ich mache mir wirklich große Sorgen wegen den Auswirkungen (Leber, Niere etc.).

Jeder reagiert da anders stark darauf, aber einmal zum Vergleich, um den Leberstoffwechsel etwas greifbarer zu machen:
Aus Oxcarbazepin macht der Körper in der Leber den eigentlich wirksamen Stoff und der Weg, auf dem das metabolisiert wird, ist in Teilen mit dem des Alkoholmetabolismus vergleichbar.
- Wenn Du täglich ein 100ml-Glas von einem Wein mit 12 Volumenprozent trinkst, nimmst Du in etwa 9,6 Gramm Alkohol zu Dir. Das sind grob gerundet ungefähr 0,21 Mol Ethanol (ein Mol ist eine Menge an Teilchen und entspricht ungefähr einer 6 mit 23 Nullen hintendran).
- Wenn wir jetzt einmal eine Tagesdosis von Oxcarbezepin von 1200mg hernehmen, entspräche das ungefähr 0,00476 Mol.
=> Das heißt: Bei einem täglichen Glas Wein hätte der Körper gut 44 Mal mehr Teilchen Alkohol in der Leber zu verstoffwechseln, als bei einer 600mg - 0 - 600mg Dosierung von Oxcarbazepin.
Ich glaub sogar, nagel mich darauf aber bitte nicht fest, ich hab da gerade kein passendes Buch zur Hand, dass sowohl Alkohol, als auch Oxcarbazepin, jeweils zu großen Teilen insgesamt zwei Mal in der Leber "angefasst" werden.

Bei einer Überwachung der Leberwerte, um bei Problemen rechtzeitig reagieren zu können, damit die Leber nicht über den Punkt, an den sie sich nicht mehr selbst regenerieren kann, hinauskommt, kann man dem, so wie ich das sehe, wirklich recht gelassen begegnen.

Bei der Epilepsievereinigung sagt man, dass es erst Sinn macht ein BB abzunehmen nach ca 1/4 Jahre der Med.einnahme.

Also bei mir wurden während der erfolgreichen Umstellung durch das Epilepsiezentrum der Uniklinik Erlangen auch regelmäßig Blutbilder gemacht, besonders mit Augenmerk auf z.B. die Natriumwerte, da diese ja durch's Oxcarbazepin beeinflusst werden können.
Und auch wenn man nicht gleich zu 100% sagen kann, wo sich der Spiegel langfristig einpendeln wird, kann man, denke ich, schon damit abschätzen, ob man von der Dosierung her schon ungefähr im therapeutischen Bereich angekommen ist oder nicht.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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