Valproat...veraltet?

Anton, Sunday, 03.11.2013, 16:20 (vor 4669 Tagen) @ Sanne72

Hallo Sanne,

um den Kern Deiner Frage zu beantworten: Ja, Valproinsäure gehört zu den alten Medikamenten, vergleichbar mit Zentropil (Phenytoin), Mylepsinum (Primidon), Lumial (Phenobarbital), etc. pp.

Die Wirkstoffe beruhigen und verbessern die Anfallssituation. Sie sind hergestellt für Kranke, die in Anstalten oder zu Hause ein möglichst unbesorgtes Leben führen sollen, an die Möglichkeit, dass Anfallskranke überdurchschnittliche Leistungen bringen und arbeiten können wie jeder andere, ist damals nicht gedacht worden.

In den Anfängen der Zahnmedizin ist mit der Holzhammernarkose gearbeitet worden, es wurde nicht nur die betroffe Stelle, sondern der ganze Kopf betäubt. Ältere Medikamente wirken nicht gezielt, so wie es heute üblich ist, sondern legen den ganzen Kopf lahm, damit Anfälle ausbleiben.

Dennoch gibt es Patienten, die mit diesen Mitteln gut zurecht kommen. Verordnet wird es u. a., wenn dem Arzt die Anfallsart nicht bekannt ist, so bleibt ihm nur diese Therapie übrig, obwohl es heute bessere Medikamente gibt, die alle Anfallsarten unter Kontrolle halten.

Was lässt sich machen? Am besten so schnell wie möglich einen Facharzt, einen Epileptologen, aufsuchen. Und von den Angehörigen oder vom Partner die Anfallsabläufte genauestens aufschreiben lassen, damit gute Neurologen daraus die Anfallsart erkennen und somit eine bessere Therapie einleiten können.

Zum Ausweis: Ich bin strikter Gegner des Ausweises, solange der Inhaber keine Vorteile daraus hat. Wer keinen Job mehr bekommt, verdient nichts. Er wird krank, ist unzufrieden, alles potenziert es sich zum Negativen. Es kann dreimal gesagt werden, die Firmen „müssen“ Schwerbehinderte einstellen. Müssen müssen sie überhaupt nicht, Sie zahlen lieber die Umlage und lassen sich von dieser Pflicht befreien, als dass sie sich ein Fass ohne Boden an Kosten „anschaffen“, das nur mit Zustimmung des Versorgungsamtes entlassen werden kann.

Was ist die bessere Alternative? Schnell sehen, dass die Anfälle unter Kontrolle kommen und arbeiten gehen kann. Bei der Epilepsie gibt es nur in schweren Fällen ein Merkzeichen. Ein grüner Ausweis ohne Merkzeichen gibt Lohnsteuererleichterungen, ,mehr jedoch nicht. Nur nur in geringem Umfang. Meine persönliche Meinung zum Ausweis. „Wer als junger Mensch nie mehr arbeiten möchte, schaffe sich den Ausweis an.“ Ich wünsche einen guten Weg.

Liebe Grüße
Anton

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

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