Bewerbung und Epilepsie

xmichib, Tuesday, 31.12.2013, 12:54 (vor 4611 Tagen) @ Mombi

Also ich habe eine Verwandte, die hat Seminare zum Thema Bewerbungen abgehalten und ich glaube, sie sollte es wissen: sie sagt, es geht den Arbeitgeber nicht das Geringste an, was für Krankheiten man hat. Er DARF gar nicht danach fragen und wenn er es doch tut, kann man antworten: "Das dürfen Sie mich gar nicht fragen." Ich weiß, das klingt dann schon, als hätte man etwas zu verbergen. Aber in dem Fall ist es keine Lüge, wenn man sagt, man ist gesund. Und im Falle eines Anfalles kannst du immer noch sagen, das sei das erste Mal. Somit kann dich keiner Lügen strafen.
Es gibt nämlich nicht nur verständige Kollegen und Arbeitgeber, wie Ihr alle geschrieben habt, leider. Meine Erfahrung: ich hatte auf dem Heimweg von der Arbeit einen epileptischen Anfall (zum Glück ist nichts weiter passiert), aber ein anderer Verkehrsteilnehmer/Helfer hat natürlich gleich den Arzt gerufen, ich landete im KKH und konnte demzufolge am nächsten Tag nicht zur Arbeit. Meine neugierige Kollegin hat herausgefunden, was ich habe und seitdem behandelte sie mich, als hätte ich einen psychischen Schaden: kommandierte mich wie eine Mutter ihr kleines Kind, redete mit mir, als würde ich zu doof sein, um etwas zu kappieren....ich empfand das als Mobbing. Jetzt habe ich gekündigt, da ich eine neue Arbeit gefunden habe. Auch hier habe ich nichts von meiner Epilepsie erwähnt, nicht in der Bewerbung, nicht beim Gespräch, gar nicht. Denn es gibt wirklich Arbeitgeber, die dich deswegen nicht einstellen, weil sie überhaupt nicht wissen, dass die Krankheit im Prinzip nichts Gefährliches ist und man psychisch völlig normal ist. Ich lass jetzt alles auf mich zukommen, ändern kann ich es sowieso nicht.
Du darfst eben keinen gefährlichen Beruf ausüben, aber ich sitze "nur" hinterm Schreibtisch, da sollte die Gefahr gerinststmöglich ausfallen. Alle Gute und viel Erfolg zum richtigen Beruf!


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