56Jahre und nun Epilepsie
Hi, Kollegin!
... mich hat es mit 63 Jahren vollkommen überraschend getroffen...
Ich hatte das Gefühl in eine fremde Welt einzutreten. Am Anfang war ich zu sehr mit den Prioritäten befasst - sofort OP, der Übeltäter war eine gutartige aber walnußgroße Hirnhauttumor. Das Gehirn protestierte heftig dagegen.
Und nach der OP sechs Monaten unter AE. Glaubte, danach ist alles wieder normal, der Übeltäter ist doch weg!
Nach vorsichtigem Absetzen Abgrund der Enttäuschung: Doch Epilepsie, nun tagsüber und nicht mehr nachts. Tumor weg aber die innere Narbe kitzelt wohl zu sehr. Also doch AE und diesmal ohne Hoffnung je davon freikommen zu können.
Dann kam die Wut-, Trotz-, Verzweiflung-, Hilflosigkeitsphase. Rauf und runter, etliches umstellen, umdenken, das Medikament nicht nur zuverlässig sondern peu à peu nicht mehr so widerwillig nehmen. Und jetzt fast dankbar!
Man muß sich schließlich "einrichten". Soziale Kontakte gehen verloren aber es sind gewiß nicht die Besten! Risikofaktoren erkennen und möglichst aus dem Weg gehen, sich nicht verstecken usw. je nach Menschentyp und Umständen.
Kostet Zeit und Kraft. Aber es lohnt sich! Inzwischen (drei Jahre später) nehme ich nur noch die AE-Einnahme und für mich geltende Verhaltensregeln wahr.
Das Verbot zum Autofahren würde ich sehr ernst nehmen, zumindest bis Du nichts anderes hörst. Nicht nur aus eigener Vorsicht. Wie könnte man noch in Frieden leben, wenn man durch einen Anfall am Steuer jemand (ein Kind!) verletzt - oder gar schlimmer - hätte. Habe dabei leicht reden: Das Verbot wurde mir ausgesprochen, den Führerschein hatte ich aber nie gemacht.
Ich radle weiter, dies wurde mir nicht verboten, es wurde nur auf die Notwendigkeit von Helm und Vermeidung stark gefahrener Straßen... was ich sowieso "davor" tat. Und ich könnte nur mich gefährden. Mein "Auslöser" ist eine überhöhte Reaktion auf emotionalen Streß und Radfahren ist eben Entspannung und Genuß.
Schwimmen darf ich auch nicht. Mache ich aber trotzdem aber nur wenn ich richtig Lust dazu spüre. Es ist für mich auch hochgradig entspannend und das minimale Risiko nehme ich in Anspruch. Habe Angehörigen informiert, daß der Neurologe mich entsprechend gewarnt hatte und nicht belästigt werden darf.
Dir wird wohl alles Mögliches / Unmögliches durch den Kopf wirbeln. Nimm Dir Zeit, informiere Dich hier und da - habe hier sehr viel gelernt und viel positives / ermutigendes erlebt, versuche auch zu überlegen, ob irgend etwas die Anfälle verursacht hat, Streß, Schlafmangel, Ernährungsfehler oder wer weiss was. Gönne Dir auch eben jetzt ein paar schöne Sachen: schönes Essen mit Freunden, Ausflug in die Natur, eine CD, einfach was Dir gefällt.
Und warte auch, was die Neurologen sagen und untersuchen. Vielleicht läßt sich eine klare Ursache feststellen.
Alles Gute!
mezeg
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schutzengel,
27.01.2014, 14:36
- 56Jahre und nun Epilepsie - Hape, 27.01.2014, 15:05
- 56Jahre und nun Epilepsie - lordcosmic, 27.01.2014, 15:19
- 56Jahre und nun Epilepsie - mezeg, 27.01.2014, 15:23
- 56Jahre und nun Epilepsie -
huge88,
27.01.2014, 15:33
- 56Jahre und nun Epilepsie - sigi1955, 10.02.2014, 18:19
- 56Jahre und nun Epilepsie - sigi1955, 10.02.2014, 18:10
- 56Jahre und nun Epilepsie - sandytimmy, 10.02.2014, 20:44