Mama hat Epilepsie... einige Fragen

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 04.06.2014, 20:06 (vor 4456 Tagen) @ Kerinle

Der Hausarzt hatte 2 Wochen zuvor ihre Medikamente reduziert, wir dachten vielleicht kam deshalb wieder ein Anfall.

Ich nehme einmal an, dass Du hier von Antiepileptika sprichst - korrigier mich bitte, falls nicht. Trefft solche Entscheidungen, wenn keine wegen irgendeiner Nebenwirkung oder so über's Bein gebrochen werden muss, lieber nur nach gründlicher Untersuchung (z.B. Medikamentenspiegel) durch einen Facharzt(Neurologe/Epileptologe). Ich sag's nicht gerne, aber die tun sich manchmal schon schwer genug, die richtige Dosierung zu finden und ein Hausarzt - naja, weiß bisher von keinem, der das besser kann.

Meine Mama (52 Jahre alt, im Pflegeheim untergebracht) hat seit 3 Jahren wieder epileptische Anfälle. Den ersten nach über 30 Jahren bekam sie letztes Jahr, wohl aufgrund einer Blutvergiftung. Sie wurde blau in ihrem Bett gefunden und wurde ins künstliche Koma versetzt. Nach dem Aufwachen war sie einige Wochen lang kaum bei Bewusstsein, sah Dinge die nicht da waren und halluzinierte.

Verstehe ich das richtig, dass sie schon einmal (in ihrer Kindheit/Jugend/Erwachsenenalter?) Anfälle hatte, dann lange (unter Medikamenten?) keine mehr und dann in Folge der Sepsis einen einmaligen (wenn wir die letzten außen vor lassen)? Und sie wurde in Folge neurologischer Schäden nach dem Koma dann in das Pflegeheim gebracht? Was war Auslöser der Sepsis?

Nun mache ich mir totale Sorgen, weil auch die Ärzte nicht wirklich etwas sagen. Ich habe Angst, dass sie uns nicht mehr erkennt und das für immer so bleibt? :-( Nach etwas recherchieren las ich etwas über den postparoxysmalen Dämmerzustand nach (mehreren) Anfällen. Die Symptome klingen sehr nach denen meiner Mutter. Kann das sein? Kennt jemand solche Anfälle, vielleicht auch diesen Zustand und kann mir nähere Infos geben? Ich wäre sehr dankbar...

In dem Fall könntet Ihr (langfristig) einmal Kontakt mit z.B. einer Epilepsieambulanz/zentrum aufnehmen. Im Normalfall geht man da ja erst einmal ambulant hin, aber da gibt's sicherlich auch eine Lösung, einen Transport und Aufenthalt zur näheren Untersuchung für Deine Mutter zu organisieren, da die primär an großen (Uni-)Klini ken angesiedelt sind. Adresssen findest Du hier: http://www.dgfe.info/home/index,id,38.html Hat auch den Vorteil, dass wenn die was anderes bei Ihr finden sollten, sie gleich an die entsprechende Abteilung zur Abklärung weitergeben könnten.
Dort gibt es auch eine Liste von Schwerpunktpraxen. Vielleicht findest Du ja auch alternativ eine in Eurer Nähe und die haben die Möglichkeit, einmal einen Besuch im Pflegeheim zu machen.

Kurzfristig wäre es sicherlich nicht schlecht, wenn ein Facharzt (ruhig einmal auch eine Zweitmeinung einholen), sie durchchecken würde.

Und - worauf Ihr, ich weiß ja nicht, wie das dort mit den Medikamenten geregelt ist - achten könnt, ist, dass sie immer das gleiche vom gleichen Hersteller bekommt. Die verschiedenen Generika sind zwar Wirkstoffidentisch, können sich in der sogenannten Bioverfügbarkeit jedoch unterscheiden, d.h. vor allem der Geschwindigkeit der Wirkstoffaufnahme. Der Wechsel zwischen solchen kann zu Medikamentenspiegelschwankungen führen und auf die reagiert ein Teil (nicht die Mehrheit, aber doch ein paar), sensibel.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


gesamter Thread: