Alternative zu Mylepsinum in Monotherapie ?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 16.07.2014, 19:16 (vor 4414 Tagen) @ humba61

Nun, dass Keppra (relativ) schlecht abzusetzen wäre, stand im unteren Eintrag zu NW bei Keppra.

Ah. Nunja, das sind unterm Strich, wenn ich das richtig im Kopf hab, zwei Erfahrungsberichte zum Absetzen von Keppra. Da findest Du, denke ich, zum Absetzen von jedem anderen Medi nach längerer Zeit mindestens genauso viele. Lass Dich davon besser nicht verunsichern. Immerhin besteht ja schon alleine die Chance, dass es Dir hilft und die würde ich mir an Deiner Stelle nicht entgehen lassen wollen.

Ich habe durch dieses "tolle" Medikament Mylep. eine Rachitis (starker Vit. D Mangel, und demzufolge eine notwendige Implantation noch vor mir. Außerdem aufgrund schwacher Knochen durch einen Sturz schon einen Wirbelbruch.... hey, ich bin noch nicht soo alt! *g* Auch Gründe zum Absetzen.....

Aua - Drück Dir auf jeden Fall die Daumen, dass sich das wieder bessert und auf einem akzeptablen Niveau einpendelt.

Du bist - wie ich schon gelesen habe -von Keppra auf Oxcarb. umgestiegen, obwohl du kaum NW hattest? Nimmst Du immer noch Lamotrigin, weil du ja auch Anfälle der gleichen Art hattest und nun (neid) anfallsfrei bist. Nun gut, alles wirkt anders bei jedem ..... darf ich trotzdem fragen?

Klar darfst Du fragen. Also bei mir war das so, dass ich nach meinen ersten Anfällen (mit 17) Oxc. bekommen hatte und damit ein paar Jahre lang außer der anfänglichen Müdigkeit nebenwirkungsfrei anfallsfrei war - bis die schöne aut-idem-Regelung kam; war ja anfallsfrei und mir ging's gut, also hab ich meinem Arzt und den Apothekern vertraut, als die sagten, dass das das gleiche sei (stimmt ja auch, aber keiner hat auch nur das Wort Bioäquivalenz erwähnt, geschweige denn, was dahinter steckt); Naja, auf jeden Fall kamen wieder Anfälle und Aufdosieren von (wechselnden) Oxc. brachte nix. Also wurde mir Lamo vorgeschlagen, weil da die statistischen Chancen bei den kryptogenen Epilepsien, die sich durch GMs äußern, recht gut stehen. Das Medi hab ich sowas von gar nicht gepackt. Hab die volle Breitseite der Nebenwirkungen(ganz besonders Schlaflosigkeit) abbekommen und ich weiß bis heute nicht, ob ich in der Zeit massig Auren hatte und haarscharf an Anfällen vorbeigeschlittert bin oder doch eher massive Kreislaufprobleme hatte - oder eine ungute Mischung aus beidem.
Nachdem ich mich von meinem damaligen Neuro damit nicht wirklich ernstgenommen fühlte, wechselte ich den Arzt und wurde zusammen mit der Epilepsieambulanz auf Keppra eingestellt. Hab ich auch wirklich gut vertragen. Aber nachdem ich ja wusste, wie gut anfallsfrei ich mal war, wollte ich mich nicht mit einem Anfall im halben Jahr zufrieden geben (sollte dazu erwähnen, dass ich zwischendrin auch meinen Studiengang freiwillig gewechselt hatte, da mit Epi die Realchancen auf einen Arbeitsplatz gegen 0 gingen). Naja, man wird halt älter, macht sich schlau, es gab dann die ersten Studien, die zeigten, dass der Wechsel zu und zwischen den Generika eben doch nicht so unproblematisch war. Also schlug ich den Ärzten von der Epilepsieambulanz vor, nochmal Oxcarbazepin auszuprobieren - dieses mal aber halt wirklich nur ein klar definiertes Präparat. Denen erschien das schlüssig, ich bekam einen ordentlichen Umstellplan (fast ein Jahr) und seitdem geht's mir prima und ich bin wie früher ohne für mich wahrnehmbare Nebenwirkungen anfallsfrei.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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