Medikamentenverweigerung - drogenkonsum - einmaliger Anfall

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 31.07.2014, 23:52 (vor 4399 Tagen) @ Maria88

Achje, also ich denk ja immer wieder, mich kann langsam kaum eine Story hier mehr schocken, aber Du haust mich um.

Seitdem nehme ich weiterhin Drogen und trinke auch, jedoch in Maßen. Ich hatte auch 2-3 Nächte ohne Schlaf, ein weiterer Anfall blieb jedoch aus.
Den Alkoholkonsum möchte ich nun sehr stark einschränken, die Einnahme von Drogen komplett aus meinem Leben streichen.

Gute Entscheidung. Hol Dir dazu unbedingt professionelle Hilfe. Wenn Du nach dem einmaligen Anfall langfristig eine Chance haben willst, in Zukunft ohne Antiepileptika auszukommen, dann verbesserst Du die auf jeden Fall, indem Du regelmäßig ausreichend erholsamen Schlaf bekommst und von für's Hirn schädlichen Substanzen loskommst.

Einmalige Krampfanfälle können durchaus durch "Vergiftung", exzessiven Schlafmangel oder einer Kombi aus allem ausgelöst werden, was aber noch schlimmer ist, man kann sich auch damit das Hirn so schädigen, dass die Anfallsschwelle langfristig sinkt, d.h. sich dadurch dann tatsächlich eine Epilepsie ausbilden kann. Wo Du da stehst, kann keiner von uns Laien hier beurteilen, das müssen die Ärzte auf Grund der Untersuchungen, so weit möglich, tun und da ist wirklich - auch wenn's vielleicht schwer fällt - absolute Ehrlichkeit bzgl. der von Dir genommenen Substanzen und Mengen wichtig.

Außerdem möchte ich keine Medikamente nehmen... Ich kann und will einfach nicht akzeptieren, dass ich Epilepsie habe, da ich nur einen einmaligen Anfall hatte und dieser unter Extrembedingungen ausgelöst wurde.

Das kann ich gut verstehen. Aber sag einmal, einfach um Dich besser zu verstehen, weil ich mit Drogen (abgesehen von Medikamenten, die von manchen ja auch als solche Bezeichnet werden) nie wirklich was am Hut hatte und das für mich eher eine fremde Gedankenwelt ist: Wieso ist es für Dich kein Problem, regelmäßig einen bunten Drogenmix zu nehmen, aber bei Medikamenten schon? Liegt es daran, dass Du Drogen nimmst, um von der Wirklichkeit Abstand zu gewinnen und das Einnehmen dieser Einfordern würden, dass Du Dich eben mehr mit dieser Wirklichkeit auseinandersetzt? Oder bist Du das Einnehmen von Drogen so gewohnt, dass Du die negativen Folgen, die immer in den Medien gepredigt werden, bisher unbewusst ausgeschalten hast und die Aussicht, jeden Tag Medikamente nehmen zu müssen, Dir den Unterschied zu den Drogen unangenehm aufzeigt?

Kann auch sein, dass ich da jetzt blödsinn geschrieben habe und das was ganz anderes bei Dir ist, aber ich glaube, Dich besser zu verstehen, kann uns helfen zu lernen, wie wir Dir hier mental am besten unter die Arme greifen können. Denn dass Du einen langen und harten Weg vor Dir hast, ist ja klar und ich denke, Du wirst hier in der nächsten Zeit noch öfters schreiben.

Drück Dir die Daumen, dass Du von den Drogen komplett loskommst.

Ciao

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


gesamter Thread: