Cannabis gegen Epilepsie ????

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 31.08.2014, 11:08 (vor 4368 Tagen) @ Easybabe88

Hi!

Also das Thema ist ein wenig umstritten und für viele Epilepsieformen ist die Sachlage relativ mau. Und da das Thema recht gut polarisiert, wird da bisweilen ein ziemlicher Medienhype drum veranstaltet.
Und das Forschung auf dem Gebiet aktuell bei uns noch recht schwierig ist, verbessert die objektive Datenlage nicht wirklich.
Da wird inzwischen auch recht viel Lobbyarbeit von Seiten legaler Anbaubetriebe betrieben (z.B. gerade in den USA), was das Ganze alles, nur nicht durchsichtiger macht.

Wo es meiner Kenntnis nach einen relativ hohen, belegten Anteil geben soll, denen das hilft (oder besser gesagt das beim Erhitzen entstehende Cannabidiol), wären Patienten mit Tourret-Syndrom und gewissen Myoklonieformen. Das extrem psychoaktive THC daraus ist eher von geringem Interesse für die Medizin, wegen der Nebenwirkungen.

Da frag ich mich doch wenn es eine Krankheit zu "stoppen" gibt durch mehr oder weniger "pflanzliche" Substanzen, warum den Körper dann mit "Chemie" zupumpen statt mit einer von "Gott" uns gegebenen Pflanze ????

Der Unterschied zwischen der "Chemie" und den "pflanzlichen" Substanzen ist selten groß. Nicht selten sind die sogenannten "chemischen" Stoffe solche, die auch in der Natur vorkommen oder von solchen abgeleitet wurden, nur mit dem Unterschied, dass die gefährlichen Beistoffe, die Du in der Natur findest und Dich umbringen würden, in den Medis eher nicht enthalten sind.
Auch gibt es natürlich die Schattenseite, die man nicht vergessen darf. Was z.B. aus der Drogenforschung belegt ist, ist, dass Cannabidiol und THC die Hirnentwicklung stark gefährden. D.h. ließe sich nachweisen, dass der Wirkstoff eine gute, anfallshemmende Wirkunge hätte, kämen für ihn als Patienten wohl eher Personen oberhalb des 20. Lebensjahres in Frage und unter den Frauen daraus eher nur die ohne Kinderwunsch und die nicht selbst stillen.

Vielleicht noch eine Anmerkung zu den von Dir genannten Seiten:

- http://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/ueber-epilepsie/cannabis-und-epilepsien.html : Find ich gut, im Prinzip sind da alle Probleme aufgelistet: Studien mit extrem kleiner Patientenzahl, Nebenwirkungen vom THC (ich mein Anfälle gegen z.B. ein erhöhtes Risiko einer Schizophrenie auszutauschen ist nicht so der Hammer)

- https://www.lecithol.de/epilepsie-und-cannabis/ : Herstellerinformationen würde ich auf solch umstrittenen Gebieten immer mit Vorsicht behandeln; die Unternehmen dahinter wollen ja ihr Produkt verkaufen; Und wenn einer der ersten Sätze unter den akuten Nebenwirkungen lautet:
"Der Konsum von Cannabisprodukten führt, je nach konsumierter Menge und Art des Konsums, einerseits oft zu angenehmen und entspannenden Effekten, welche sich unter anderem durch Geselligkeit und ansteckendes Lachen beschreiben lassen." und danach erst die Warnung vor dem KFZ-Gebrauch unter dem Einfluss von dem Produkt steht, fühle ich mich in der Ansicht bestätigt. Das hört sich für mich nämlich danach an, als wolle jemand die Schattenseite verharmlosen.

- http://sensiseeds.com/de/blog/wirkung-von-cannabis-auf-epilepsie/ : Wenn wir einmal davon absehen, dass diese Seite Cannabissamen für weibliche Pflanzen vertreibt, steht im Endeffekt ja auch drin, dass die nur zwei Teilstoffe aus dem Cannabis in den kommenden Jahren in Studien bei Menschen untersuchen wollen, also ja auch der Ansatz, dass man eben gewisse andere Stoffe gar nicht drinhaben möchte.

Hier mal ein Statement aus dem deutschen Ärzteblatt zu dem Thema (bzw. gehen die da eigentlich auch nur fast ausschließlich auf die Cannabinoide ein):
- http://www.aerzteblatt.de/...Cannabis-und-Cannabinoiden

Und noch eins aus der Apothekenumschau:
http://www.apotheken-umschau.de/.../Cannabis-als-Arznei....html

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil


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