Temporallappenepilepsie - Fehldiagnose?
Hallo,
ich bin Conny und 20 Jahre alt. Ich lebe schon seit Geburt in München und studiere nun auch hier Lehramt Grundschule im 3ten Semester.
Meine "Krankheitsgeschichte" bis jetzt hatte nur wenige, gravierende Punkte:
Im August 2011 war ich mit meiner Familie während unseres Urlaubs in der Türkei.
Währenddessen bin ich mit meiner Nase gegen den Kopf meines Freundes sehr stark gestoßen, wodurch diese anfing zu bluten. Wir sind in das im Hotel befindliche Krankenzimmer gekommen. Mir war schwindelig, ich konnte nicht wirklich atmen,ich konnte nicht reden... Mein Vater beschrieb mir, dass sich meine Augen ganz schlimm verdreht hatten und ich anfing, sehr stark zu verkrampfen und es nicht möglich war, mich hinzulegen. Für mich war der Anfall eine Erlösung: währenddessen hatte ich das Gefühl eines tiefen Schlafes mit vielen Träumen und danach ging es mir um einiges besser: ich konnte wieder atmen, sprechen und mir war nicht mehr schwindelig oder schlecht.
Ich kam in das Krankenhaus, es wurde ein CT oder MRT gemacht, allerdings lag der Schwerpunkt auf der Nase und nicht auf dem Anfall. Es ergab sich nichts und ich bin wieder ins Hotel zurückgekehrt.
Ebenfalls 2011 (Mai) wurde bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt, welche mit L-Thyroxin 75mg behandelt wurde. Ende September 2014 habe ich das Ganze noch einmal von einem anderen Arzt überprüfen lassen. Dabei stellte sich heraus, dass ich eine chronische Schilddrüsenentzündung habe und er die Dosis von 75mg auf 125mg erhöhen würde und zusätzlich verschrieb er mir dazu noch Selen 300mg.
Am 3.10 habe ich dies zum ersten Mal eingenommen. Außer einem Glas Wasser habe ich nichts gegessen oder getrunken. Im Anschluss bin ich auf die Wiesn mit Freunden gegangen, wo ich dann gegen Mittag Käsespätzle gegessen habe. Nach kurzer Zeit (5-10 Min)wurde mir sehr schwindelig und unglaublich warm. Mein Freund beschrieb einen Blick, als ob ich etwas ganz schreckliches gesehen in der Ferne gesehen hätte, sackte zu Boden, die Augen blieben offen und ich bildete Fäuste. Nach einer Minute war ich wieder komplett ansprechbar. Allerdings war mir sehr kalt, ich zitterte und fühlte mich sehr schwach. Darauf bin ich in das erste Hilfe-Zelt gekommen, wo erste Untersuchungen gemacht wurden. Nichts unauffälliges, Werte alles gut. Ich habe dann viel zum Trinken bekommen und nach einigen Stunden bin ich wieder nach Hause gegangen.
2012 habe ich ein Praktikum beim Tierarzt gemacht und bin da auch umgekippt. Leider waren da die Beschreibungen nicht wirklich sicher. Der Tierarzt meinte,dass ich evtl gekrampft hätte und einen niedrigen Blutdruck hatte.
Letzten Donnerstag (20.11.2014) bin ich dann in der Universität während einer Mathevorlesung wieder bewusstlos geworden. An diesem Morgen hatte ich extra viel (1,5l Tee) getrunken gehabt.
Die Vorlesung (reiner Tafelanschrieb ohne weitere Medien) hatte gerade erst begonnen und ich merkte, dass mir ganz warm geworden ist. Ich zog meinen Pulli aus, aber nichts half... Mir ist sehr schwindelig gewesen, ich habe einen Ton gehören, der immer lauter wurde. Ich konnte die Umwelt nur noch wie durch Kopfhörer hören.Kurz darauf fühlte es sich für mich wieder so an, als ob ich im warmen Bett liege und träume. Meine Freundin erzählte mir, dass ich sie ganz komisch angeschaut und den Mund aufgerissen habe. Dabei sei ich auf sie draufgekippt und habe angefangen, mit dem Kopf und meinem Körper sehr stark zu zittern, zu krampfen.
Sie haben mich dann auf die Stühle gelegt und ich bin wieder zu Bewusstsein gekommen. Ich fühlte mich sehr schwach und nach und nach habe ich die Umwelt wieder mehr mitbekommen. Die Zeitspanne des Anfalls wurde auf 30 sec- 1 Minute geschätzt, bis ich wieder orientierungsfähig war ca. 5 Minuten.
Der Notarzt kam und bestimmte Blutzucker und Blutdruck - alles normal. Ich kam ins Krankenhaus.Ich blieb stationär und bei mir wurden Blutbild, Urintest, CT, MRT, EEG, Reiz-EEG, Langzeit-Blutdruck durchgeführt.Mir wurde mitgeteilt, dass alle Tests unauffällig und/oder im Normalbereich sein. Insgesamt wurde ich von 2 Ärzten untersucht. Der erste Arzt (ein Assistenzarzt) war der Meinung, dass ich eine Synkope hatte.
Der zweite Arzt (ein Oberarzt) diagnostizierte dann bei mir Epilepsie mit der Begründung, dass meine Beschreibung des Anfalls exat zu einer Temporallappenepilespie sprechen würde.
Er verschrieb mir Levetiracetam 250mg (Steigerung auf Erhaltungsdosis von 2x500mg /Tag nach 2-3 Tagen) und Lamotrigin mit Beginn bei einer Dosis von 25mg, welche alle 2 Wochen gesteigert werden sollte.
Ich bin mir sehr unsicher... Vor allem weil ich nicht verstehe, warum es jetzt doch plötzlich keine Synkope sein könnte...
Was für Erfahrung habt Ihr damit gemacht..?
Kennt Ihr vielleicht die Medikamente? Wie waren die Nebenwirkungen..?
Ich hoffe auf viele Nachrichten und möchte mich schon jetzt einmal bei Euch bedanken, dass Ihr meine Geschichte durchgelesen und bis zum Schluss ausgehalten habt. :)
gesamter Thread:
- Temporallappenepilepsie - Fehldiagnose? -
Conny2014,
29.11.2014, 14:37
- Temporallappenepilepsie - Fehldiagnose? -
huge88,
29.11.2014, 17:34
- Temporallappenepilepsie - Fehldiagnose? -
Conny2014,
30.11.2014, 15:33
- Temporallappenepilepsie - Fehldiagnose? - huge88, 30.11.2014, 19:15
- Temporallappenepilepsie - Fehldiagnose? -
Conny2014,
30.11.2014, 15:33
- Temporallappenepilepsie - Fehldiagnose? -
huge88,
29.11.2014, 17:34